Die schönsten Shakespeare Geschichten

Erschienen: August 2006

Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
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Idee

Shakespeare liefert eine wunderbare Vorlage an Darstellern und Dramaturgie. Dem Autor gelingt es, seine Essenz herauszufiltern und kindgerecht zu vermitteln. Und dabei sind seine Geschichten noch gleichermaßen spannend wie poetisch.

Bilder

Eine Bilddarstellung, die, da sehr originalgetreu, den Geschichten einen Rahmen gibt, wie er kaum ansprechender sein kann. Sehr intensiv und stimmungsvoll unterstützen sie die Atmopshäre der Geschichten.

Text

Dramatisch, poetisch, witzig und lebendig – darüber hinaus gelingt es, auch so manch schwierige Verstrickung Kindern mit derselben Leichtigkeit zu vermitteln.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Aug 2006

Shakespeare, das sind Romeo und Julia, Ein Sommernachtstraum, Macbeth, Hamlet und viele andere Klassiker, die auch heute noch aufgrund ihrer Dramatik begeistern. Der Theaterdichter schrieb unvergessliche Romanzen, Dramen und Komödien. Seine für ihn so typischen Verwechslungsgeschichten sind auch heute noch die Basis für zahlreiche Neuveröffentlichungen und haben die Filmindustrie so manches Mal inspiriert. Nun ist auch Schakespeare für Kinder mit ";Die schönsten Shakespeare Geschichten"; von Andrew Matthews in deutscher Sprache erschienen.

Bereits das Cover mit seiner traumwandlerisch schönen Illustration von Angela Barrett, die eine Szene aus der Verwechlungsromanze ";Ein Sommernachtstraum"; zeigt, stimmt uns bereits auf die romantischen Geschichten Shakespeares ein. Titania, die Königin der Elfen, die hier einen Menschen mit Eselskopf in den Armen hält, ist von einem Liebeszauber geblendet, den ihr Gatte Oberon, aus Rache auferlegt hat. Dieser Liebeszauber macht noch weitere Darsteller vorübergehend blind vor Liebe und in letzter Sekunde gelingt es Oberon und seinem Kobold Puck, die richtigen Paare zusammen zu bringen.

Ein wirklich tragisches Mißverständnis erwartet uns in ";Romeo und Julia"; denn von der List der Julia, die durch das Gift nur tod zu sein scheint, ist Romeo nicht mitgeteilt worden. Und so stirbt er an ihrer Seite, während sie neben ihm erwacht. Weitaus dunkler, wenn auch mit einem Happy-End, ist da die Geschichte von König Heinrich V. Die Vorlage zu dieser Geschichte, wie auch zu Macbeth, entlieh sich Shakespeare von dem Historiker Raphael Holinshed. Dabei ist Macbeth wohl das düsterste Stück von Shakespeare in diesem Buch. Mord, Schuld, Intrigen und die Macht böser Hexen bringen Macbeth an sein unheilvolles Ende.

Neben Romeo und Julia gehört wohl auch die Geschichte von Antonius und Cleopatra zu den bekanntesten Liebesgeschichten. Vielfach verfilmt und häufig adaptiert erzählt sie von der zerfallenden Macht Roms und dem alten Glanz Ägyptens. Ein römischer Herrscher und ruhmreicher Feldherr verliebt sich in die schönste und mächtigste Frau Ägyptens. Doch das Schicksal will sie nicht verschonen – sie wählen am Ende beide den Freitod.

";Was ihr Wollt"; ist erschient da wieder als wesentlich leichtere Kost. Ein Mädchen, verkleidet als ein Junge, verliebt sich in ihren (oder seinen) Herrn und soll dessen Angebeteten Liebesbotschaften überbringen. Jene Angebetete aber verliebt sich unsterblich in den Jungen, der ja eigentlich ein Mädchen ist… eine für Shakespeare so typische Geschichte voller Mißverständnisse und Liebesschwüre.

Hamlet, der Prinz von Dänemark, behandelt dagegen ein weitaus unangenehmeres Thema: Dem Königssohn Hamlet erscheint sein verstorbener Vater als Geist, der ihm aufträgt, seinen Tod zu rächen. Denn Hamlets Vater wurde von seinem eigenen Bruder im Schlaf ermordert. Dieser ist nun mit Hamlets Mutter, und Witwe des Königs, bereits wieder verheiratet. Hamlet muß vorgeben wahnsinnig zu sein, um die Intrigen seines Onkels aufdecken zu können. Doch der neue König ist weitaus listiger als der Prinz.

Und um den wechselnden Rythmus von leichter und schwerer ";Kost"; zu beenden, finden wir zum Ende den Zauber, der hilft, ein altes Unrecht gutzumachen: Der Sturm. Prospero, Zauberer auf einer entlegenen Insel und rechtmäßiger Herzog von Mailand, lässt ein Schiff vor seiner Insel in Seenot geraten. Die gesamte Besatzung geht über Bord und kann sich auf der Insel in Sicherheit bringen. Unter ihnen: Prosperos Bruder, der ihn damals mit seiner Tochter in einem kleinen Boot auf dem Meer ihrem Schicksal überlassen hat. Doch Prospero sinnt nicht nach Rache: Der Zauber und die Liebe sollen Hass und Schuld für immer tilgen.

Shakespeare, der am berühmten Londoner ";Globe-Theater"; Ende des 16., Anfang des 17. Jahrhunderts berühmt wurde, hat sich wie alle Theaterdichter seiner Zeit von alten Geschichten inspirieren lassen. Doch er lieh seinen Darstellern seine außergewöhnliche und mitreissende Sprache, inszinierte seine Stücke auf besondere Weise, so dass die Aufführungen aus der Feder Shakespeares schon bald in aller Munde waren. Shakespeare war der festen Überzeugung, dass seine Stücke nur im Theater ihre Wirkung würden entfalten können. Und so gab es für das damalige, geneigte Publikum keinen Shakespeare zu lesen, es konnte ihn ausschließlich Erleben.

Was das Publikum angeht, so erfahren wir im letzten Kapitel ";Shakespeare und das Globe Theater"; wie sich damals ";Theater"; ereignete. Die ";Groundings";, jene die unten an der Bühne unter freiem Himmel stehen mußten, rochen nicht besonders gut. Und die bessergestellte Gesellschaft machte bei den Aufführungen reichlich gebrauch von Parfüms und anderen angenehmen Düften. Heute ist das Publikum ja reinlicher und auch besser erzogen, doch noch heute sind die Menschen angetan von Shakespeares Stücken. Kaum jemand hat noch nicht vom dem berühmten Dichter gehört. Doch viele werden mit ihm eine etwas arg verstaubte Sprache verbinden, die zudem noch schwer verständlich ist. Dabei, hat man einmal den Entschluss gefasst, es wirklich mit ihm zu versuchen, kommt man sehr schnell in die Sprache Shakespeares hinein und wird unversehens mitgerissen.

Umso erfreulicher finde ich es, dass es dem berühmten Autor Andrew Matthews gelungen ist, den Stoff aus dem Shakespeares Geschichten gesponnen sind – und der sich nur allzu leicht verflüchtigen kann – auf so bravouröse Weise für Kinder zu adaptieren. In komprimierter Form und in zeitgemäßer Sprache werden die Geschichten fesselnd erzählt und für Kinder begreifbar gemacht. Und das ist bei den zahlreichen Darstellern, mit ihren Verwechslungen und Verstrickungen sicherlich nicht einfach gewesen.

Dabei wirkt seine Sprache dennoch poetisch und sie weiß die bezaubernde Atmosphäre von Shakespears Schauplätzen sehr wohl einzufangen. Auch finden sich alte, heute eher ungebräuchliche Sprachanteile, die
die – aus heutiger Sicht – entrückte Welt Schakespeares für Kinder erlebbar machen. Darüberhinaus sind die unbekannten Worte aus dem Zusammenhang meist gut herleitbar. Damit ist auch in Punkto Wortschatz etwas gewonnen. Ich denke, gerade Mädchen werden sich für die romantische Welt – auch wenn sie so manches Mal etwas düster ist – begeistern können. Dabei sind Macbeth oder König Heinrich V. zwar spannend und schon etwas gruselig erzählt – doch aber keinesfalls auf eine Weise, die Kindern ab 8 Jahren Albträume bereiten könnten.

";Wie auf den Leib geschnitten"; wirken die intensiven und aufwendigen Illustrationen von Angela Barrett, einer der führenden Buchillustratorinnen Englands. Man merkt ihren Werken an, dass sie sich eingehend mit den damaligen Begebenheiten und Darstellungen auseinandergesetzt hat. Ihre Illustrationen geben dem Buch, gleich dem Bühnenbild eines Theaterstücks, den stimmungsvollen Rahmen. Zu Anfang eines jeden Kapitels finden wir jene nostalgisch wirkenden Bekanntmachungen der einzelnen Stücke, die uns über den Titel des Stücks, die Hauptdarsteller sowie Ort und Zeit des Geschehens informieren. Das ist nicht nur ein sehr guter Auftakt, es hilft auch, die Personen im Stück richtig einordnen zu können.

Wie am Ende einer jeden Geschichte finden wir auch hier ein kurzes Originalzitat Shakespeares aus diesem Stück. Ein sprachlicher Leckerbissen der einstimmt und auch am Ende kurz innehalten lässt.

Dass sich dieser ";Shakespeare für Kinder"; so wunderbar flüssig lesen lässt und dabei dennoch seinen Zauber behält, ist sicherlich nicht zuletzt der lebendigen und zugleich einfühlsamen Übersetzung von Mirjam Pressler aus dem englischen Originaltext zu verdanken.

Fazit:

Shakespeare so modern und zeitgemäß, dass er auch Kindern die Hand reichen kann und ihnen Appetit auf seine zeitlos schöne Theaterwelt macht. ";Die schönsten Shakespeare Geschichten"; ist ein durchweg gelungener Einstieg für Kinder in die Welt des Klassikers, der ihre Fantasie ohne Frage beflügeln wird.

Stefanie Eckmann-Schmechta


Die schönsten Shakespeare Geschichten

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