Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
Text

Idee

Kracks begeistert von der ersten bis zur letzten Seite. Eine klasse Idee mit einem überzeugenden Charakter, der nachdenklich macht und gleichzeitig Kreativität und Fantasie weckt.

Bilder

Die interessanten comicartigen Illustrationen sprechen für sich und unterstützen die Geschichte überzeugend. Eine starke Bildsprache, die uns in ihren Bann zieht, neugierig macht und uns berührt.

Text

Eine kindgerechte, gut verständliche Sprache, die bei Kindern gut ankommt. Dem Vorleser bereitet der Text viel Spaß, da er geradezu dazu auffordert, ihn mit verschiedenen Stimmen vorzulesen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Aug 2006

[ab 5 Jahren]

Manchmal muß auch ein Salzstreuer die Dinge des Lebens hinterfragen – wie gut das aber seiner Arbeit bekommt, zeigt das Buch vom kleinen Salzstreuer Kracks von Dominik Sartor, erschienen im Baumhaus Verlag. Dabei handelt es sich um eine bewegende Geschichte über unser aller Verhalten in der heutigen ";Konsum- und Wegwerfgesellschaft";. Was nicht mehr richtig funktioniert, wird entsorgt.

Der kleine Kracks hat seinen Namen bekommen, da er immer so komische Geräusche bei seiner Arbeit als mechanischer Salzstreuer in einer Brezelfabrik macht. Die Arbeit ist ihm sehr wichtig und macht ihn glücklich. Eines Tages läßt ihn jedoch die Frage, wohin die Brezel am Ende verschwinden, nicht mehr zu Ruhe kommen. Obwohl ihn die anderen Maschinen genau vor diesem traurigen Ende warnen, wird er eines Tages ausgewechselt und einfach entsorgt – die Träumereien und das Grübeln ließen ihn nur noch fehlerhaft arbeiten.

Plötzlich findet er sich auf einem Schrottplatz mit vielen anderen aussortierten Maschinen wieder. Diese können ihm aber auch nicht bei der Frage nach dem Sinn des Lebens weiterhelfen, geben ihm die Wegbeschreibung zur ältesten und weisen großen Uhr in der Stadt. Dort angekommen, gibt ihm die Uhr jedoch keine Antwort. Sie ist weise genug zu wissen, daß niemand in der Lage ist, jemand anderem die Frage nach dem Sinn des Lebens zu beantworten. Müde von dem langen Weg, schläft Kracks schließlich bei diesem Gespräch ein. Er wird erst wieder in einer kleinen Backstube wach, in der er seiner alten Tätigkeit wieder freudig nachgehen kann.

Keiner konnte ihm seine Frage beantworten, aber den Rat der großen Uhr bleibt ihm in Erinnerung: ";Wer sucht und eine Pause macht, wird finden, was er nie gedacht";.

";Kracks, der kleine Salzstreuer ist ein tiefgehendes und zugleich kritisches Kinderbuch. Dem Autor und Illustrator, Dominik Sartor, ist mit ";Kracks";, und damit mit seiner Abschlussarbeit des Design-Studiums mit Schwerpunkt Illustration, ein außergewöhnliches Buch gelungen.

Das Thema "; Der Sinn des Lebens"; wird hier in einer kindgerechten Parabel verarbeitet. Auf einem Schrottplatz läßt sich Vieles und noch Funktionstüchtiges finden. Kracks zeigt uns z.B einen Ventilator, der noch läuft, aber zu laut war oder eine alte Straßenlaterne, die nur noch schwach leuchtet. Seine Schicksalsgenossen haben sich mit ihrem ";Dahinleben"; abgefunden, ohne sich zu fragen, ob es nicht noch eine Aufgabe für sie gäbe – etwas, mit dem sie ihrem Dasein einen Sinn geben könnten. Kracks zeigt uns, daß man nicht aufgeben darf und nicht alles als Gegeben hinnehmen muß.

Aber wir alle wissen: Kein Kind macht sich wirklich Gedanken über den Sinn des Lebens! Und das sollen sie auch nicht. Leben sie doch überwiegend in der seligen und beinahe unerschütterlichen Vorstellung, sie würden ewig leben. Dieses Buch bestärkt sie darin sich selbst und auch den Wert der anderen anzuerkennen. Es liegt in der Natur der Kinder, dass sie den alltäglichen Dingen des Lebens viel mehr abgewinnen können als wir Erwachsenen. Dieses Buch gibt ihrer Fantasie und ihrem noch unverstellten Blick nur einen kleinen, weiteren Anreiz. Sie können Kracks gut verstehen, denn wenn keiner weiß, was die Brezeln da draußen erwartet, heißt das doch noch lange nicht, dass es nicht wichtig wäre.

Fast nebenbei kritisiert der Verfasser die heutige Wegwerfgesellschaft. Er klagt indirekt Massenproduktionen an, bei denen viel ";Schrott"; anfällt und viel entsorgt werden muß. Unsere Müllberge wachsen unaufhaltsam, obwohl vieles davon noch zu gebrauchen wäre, aber sogenannte Billigproduktionen lassen aus Kostengründen oft keine Reparatur zu, wie z.B bei dem Computer auf dem Schrottplatz: Dieser kann Kracks immerhin noch den Weg zur großen Uhr ausdrucken – gehört er wirklich dort hin?

Der Einblick in die Massenproduktion, in diesem Fall einer Brezelherstellung, ist hier für unsere Kleinen jedoch hoch interessant dargestellt. Sie sehen viele technische Details aus der Brezelfabrik: Fließbänder, Zahnräder, Leitungen und vieles mehr. Dieses erweitert ihr technisches Wissen und ihren Wortschatz. Sie lernen etwas von den Produktionsabläufen, bei denen jedes Teilchen seinen Beitrag leisten muß, damit ein zufriedenstellendes Ergebnis entstehen kann. Wie wichtig jeder Beitrag ist, zeigt uns Kracks. Funktioniert er nicht richtig, gerät alles durcheinander. Wie unser kleiner Protagonist, sind auch wir nicht fehlerfrei, haben aber die Chance, etwas aus unserem Leben zu machen.

Dramaturgisch unterstützen die Illustrationen die Geschichte auf besonders gelungene Weise. Manche Bilder kommen sehr gut auch ganz ohne Text aus und lassen uns ins diese freundliche Bilderwelt eintauchen. Die Farben sind durchgehend warm und einladend. Die oft doppelseitigen Illustrationen lassen ein intensives Betrachten zu. Viele kleine Details machen neugierig und vermitteln darüberhinaus noch Wissen, wie zum Beispiel über das Innenleben des Traktors.

In ihrer Art wirken die Illustrationen sehr lebendig und muten schon fast wie ein Storyboeard eines Zeichentricks an. Es fällt leicht, sie sich in bewegten Bildern vorzustellen. Und dies ist auch der Grund, warum sich Vorleser schnell dazu animiert fühlen, den sympathischen Darstellern verschiedene Stimmen zu verleihen. Das macht natürlich riesig Spaß – und das nicht nur den kleinen Zuhörern. Zudem sind sie alle recht menschlich dargestellt – die Maschinen spiegeln die angesprochenen Emotionen treffend wider.

Diese liebevolle Geschichte ist kindgerecht erzählt. Der Text, originell und schon fast poetisch, besteht aus kurzen, prägnanten Sätzen, die durch viele Dialoge aufgelockert werden.

Fazit:

Eine berührende Geschichte, die sprachlich und gestalterisch gut durchdacht ist. Hier ist dem Autor mit seinem ersten Buch ein Volltreffer gelungen. Es unterstützt Kinder in ihrer ganz eigenen Art, wie sie auf die Dinge schauen und motiviert sie obendrein, ihre Kreativität und Fantasie zu nutzen. Ein tolles Buch, das man nur weiterempfehlen kann.

Sylke Wilmer-Gruchmann


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