Eliot und Isabella und die Abenteuer am Fluss

Erschienen: September 2006

Couch-Wertung:

86%
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Bilder
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Idee

Eine Stadtratte und eine Landratte bestehen mit Witz und Cleverness ihr - auch romantisches - Abenteuer in der für Ingo Siegner so typischen bunten Welt voll Witz und Phantasie!

Bilder

Ingo Siegner liefert zu seiner humorvollen Geschichte die wunderbar passenden Illustrationen gleich mit.

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Witzige und markante Charaktere, ein treffender Plot. Der sehr lineare Handlungsstrang kommt dabei mit seinem episodenhaften Aufbau den jungen Zuhörern sehr entgegen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Sep 2006

[ab 5 Jahren]

Wenn sich der Schöpfer des Drachen Kokosnuss der klassischen Erzählung von der Landmaus und der Stadtmaus annimmt, dann dürfen wir schon etwas Besonderes erwarten. Und so sei schon an dieser Stelle verraten: Wir werden nicht enttäuscht! Die Mäuse sind bei Ingo Siegner aber Ratten und auch sonst ist einfach alles anders…

Eliot ist eine Stadtratte. Nach einer Überschwemmung treibt es ihn von der Stadt weit weg aufs Land, wo er aber glücklicherweise auf die mutige Landratte Isabella trifft. Mit ihr macht er sich auf, um einen Weg zurück in die Stadt zu finden. Dass das nicht immer ohne Hindernisse abläuft, können wir uns denken und so muss sich die Stadtratte der unbekannten Wildnis mit ihren besonderen Eigenheiten und Bewohnern stellen. Doch Eliot hat eine im besten Sinne überzeugende ";Waffe"; – seinen Spaß an der Dichtkunst, die den beiden in so mancher Situation ein Weiterkommen überhaupt erst ermöglicht.

Mit Tapferkeit, Schlitzohrigkeit und literarischem Talent gewappnet, können Eliot und Isabella gleich zu Beginn Ihres Abenteuers ";Wally";, der Wildsau entkommen. Klausgünter, die Schlange, die von einer Mäusefamilie adoptiert wurde und zudem noch ein guter Freund von Isabella ist, können Sie überreden ihnen zu helfen. Dabei ist Klausgünter ein ausgesprochener Angsthase. Aber ein persönliches Gedicht, von Eliot in Aussicht gestellt, wirkt Wunder. Eliot lernt den Geiger Guido Giggelblatt und auch Isabellas Eltern kennen, die ihm helfen, seinen Eltern einen Brief zukommen zu lassen. Dann ist da noch Onkel Theo, der die beiden Ratten zu Biber Bertram und seiner Frau Berta führt, die Ihnen mit Ihrem Schiff zur Seite stehen und damit ein schnelleres Vorankommen ermöglichen. Der schlaue Fuchs aber möchte den Plänen der Ratten einen Strich durch die Rechnung machen, sieht er Eliot und Isabella doch eher auf seinem Speiseplan. Kurzerhand versprechen ihm Eliot und Isabella ein noch größeres Festmahl, wenn er sie erst einmal in die Stadt tragen würde. Und bei diesen Aussichten lässt auch der Fuchs mit sich verhandeln. Aber, er soll diese Entscheidung später auch wahrlich nicht bereuen.

Tatsächlich gelingt es Eliot und Isabella also in die Stadt zu kommen, wo Ihnen allerdings Eliots ärgster Widersacher ";Bocky Bockwurst"; mit seiner Bande auflauert. Wahrscheinlich wäre es Eliot und Isabella aus eigenen Kräften nicht gelungen den Fängen zu entkommen, wäre da nicht Rosi – eine große Kanalratte – aufgetaucht, die Bocky Bockwurst in die Flucht schlägt. Eliot muss wieder einmal seine Reimkünste zum Besten geben, damit Rosi ihn auch wirklich als Eliot erkennt. Der Weg ist nun endlich frei und die beiden Ratten kommen wohlbehalten bei Eliots Eltern an. Zusammen mit Onkel Theo, Bertram, Berta und Guido wird die glückliche Wiederkehr gefeiert.

Man kann Ingo Siegner ganz sicher als einen ";Meister des kindgerechten Humors"; bezeichnen, der mit seinen Geschichten um den kleinen Drachen Kokosnuss einen ganz eigenen Stil markiert und ihn unverwechselbar gemacht hat. Auch in seiner Geschichte um die beiden Ratten Eliot und Isabella schmückt er wieder mit Spaß und Wonne seine Charaktere aus, fügt sie wie selbstverständlich in die Handlung ein und überrascht den Leser und Zuhörer mit den zugewiesenen Wesenszügen. Dass sich seine Zutaten dann stets in einem sauberen und treffenden Plot entfalten, macht ihn beinahe unwiderstehlich. Die Kinder schmunzeln, halten kurz vor Spannung inne, um sich dann wieder mit einem herzhaften Lachen zu befreien.

Nicht ganz wie Romeo und Julia, aber dennoch mit wahren ";Romanzequalitäten"; nähern sich Eliot und Isabella einander an. Das Rattenmädchen neckt Eliot doch das ein oder andere Mal und dieser lässt sich nicht selten dazu hinreißen, ihren Wünschen und Aufforderungen nachzukommen, obwohl ihm in manchen Situationen nicht wirklich wohl dabei ist. Und wie heißt es doch so schön: Was sich neckt das liebt sich! Gerade Eliot muss erkennen, dass ihm ein Abschied von Isabella schwer fallen würde und umso glücklicher ist er, als sich Isabella entschließt, ihn bis in die Stadt zu begleiten. Um das Happy-End dann auch perfekt zu machen stehen Eliot und Isabella auf dem Stadtturm mit weitem Blick über die Stadt bei klarem Sternenhimmel – ein schlichtweg romantisches Ambiente. Na, und wie wird der talentierte Ratz wohl sein Glück und seine Zuneigung bekunden? Natürlich, mit einem Gedicht, dessen Inhalt zwar nicht ganz an die romantische Stimmung heranreicht, aber von Isabella sofort mit einem Kuss belohnt wird.

Dem ein oder anderen mag ";Eliot und Isabella"; bereits bekannt vorkommen und so sei hier erwähnt, dass die Geschichte zuvor als Fortsetzungsroman in dem Kindermagazin ";Der Bunte Hund"; veröffentlicht wurde. Der dadurch bedingte, sehr lineare Handlungsstrang kommt mit seinem episodenhaften Aufbau den jungen Zuhörern sehr entgegen; bleibt die Erzählung dadurch stets übersichtlich und damit auch in Häppchen präsentierbar. Denn 96 Seiten bedeuten immerhin schon ein richtiges Abenteuer.

Fazit:

Ingo Siegner fühlt sich auf dem Parkett phantasievoller Kinderliteratur sichtlich wohl. Mit seiner lockeren Erzählweise, die mit frechen Floskeln und Ausdrücken sofort kleine Ohren spitzen lässt, entführt er sein junges Publikum in eine bunte Abenteuerwelt, voller Witz und Spannung zu der er die passenden Bilder gleich mitliefert.

Stefanie Eckmann-Schmechta

Eliot und Isabella und die Abenteuer am Fluss

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