Couch-Wertung:

89%
Idee
Bilder
Text

Idee

Ein wunderbares geistreiches Buch mit symbolischer Eindringlichkeit. Die Figuren überzeugen und bieten reichlich Stoff zum Nachdenken.

Bilder

Die verschlungenen, lebendigen Illustrationen, mal farbig, mal zweifarbig sind faszinierend. In jedem Bild sind zahlreiche Details „versteckt“, die es lohnt, zu entdecken.

Text

Kurze prägnante Sätze mit wenigen Dialogen. Die gefühlvolle Sprache unterstützt die aussagekräftige Geschichte wunderbar.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Okt 2006

[ab 5 Jahren]

";Die Nacht im Zauberwald"; ist ein echtes Highlight unter den Kunstbilderbüchern. Die Autorin Eveline Hasler und die Illustratorin Käthi Bhend lassen in diesem schweizerischen Märchen die Natur buchstäblich lebendig werden. Durch Text und Bild bekommt man hier vielleicht ein besonderes Gespür für die Wesen und Pflanzen in der Natur.

Wie in vielen Märchen stehen sich auch hier Gut und Böse, fleißig und faul gegenüber, verkörpert durch zwei Brüder Meo und Leo. Die zwei buckligen Brüder können nicht gegensätzlicher sein, obwohl sie optisch kaum zu unterscheiden sind. Leo, der Gute, ist stets hilfsbereit und freundlich zu den Menschen, den Pflanzen und den Tieren. Meo hingegen tritt alles mit Füßen. Im Herbst muß einer der Brüder hinauf zur Almhütte, um sie zu reparieren. Der gute Leo macht sich schließlich auf den Weg durch den Wald, da Meo keinerlei Bereitschaft zu dem mühsamen Aufstieg zeigt. Unterwegs achtet er darauf, nichts zu zerstören oder zu verletzen. Voller Vertrauen schläft er ruhig im Wald ein. Die vielen Wald- und Naturgeister erkennen seine gutmütige Art und wollen ihn beschenken. Am nächsten Morgen erreicht Leo die Hütte, repariert sie und geht leicht beschwingt wieder hinunter ins Tal. Dort angekommen erkennt Meo, dass sein Bruder keinen Buckel mehr hat. Sogleich macht er sich auf den gleichen Weg. Er tritt jedoch alle Pflanzen, verscheucht die Tiere und schläft daher sehr nervös die Nacht über im Wald. Auch Meo wird von den zahlreichen Naturgeistern beobachtet, jedoch gefällt ihnen sein Verhalten gar nicht. Meo läuft zur Hütte weiter, kümmert sich jedoch nicht darum, sondern geht unverrichteter Dinge zurück ins Tal. Dort angekommen, erkennen die Brüder, dass Meo‘s Buckel doppelt so gross geworden ist. Traurig darüber, denkt Meo über sich nach und beschließt sich noch einmal auf den Weg machen, um ein besserer Mensch zu werden.

Auch dieses alte Märchen aus der Südschweiz ist auf eine für das ";Genre"; typische Weise aufgebaut.
Die Gegenüberstellung von Gut und Böse zeigt sich durch die zwei äußerlich so ähnlichen Hautfiguren, die aber in ihrem Naturell nich unterschiedlicher sein könnten. Was das Buch jedoch so außergewöhnlich macht, ist die besondere Art, wie der Text und die faszinierenden Bilder miteinander verschmelzen. Die Natur lebt! Der Zuhörer spürt dieses durch die gefühlvolle Sprache und sieht es wunderbar in den Bildern. Überall lauern versteckt die Naturgeister wie Pilzgörpse, Waldhexen, und Pflanzenelfen. Auf den ganzen Bildern verteilt sind Augenpaare zu entdecken, die die Menschen, in diesem Fall, Meo und Leo, genauestens beobachten. Selbst so steinere Gesellen wie die Gebirgsfelsen haben Gesichter. Es ist faszinierend, wie viele Tiere und Gestalten man beim genaueren Betrachten entdeckt.

Die Natur bestraft und belohnt die Menschen. Gutes wird belohnt, Böses bestraft. Aber da wir Menschen in der Lage sind, unser Verhalten und Denken zu ändern, wird es auch ein so böser Mensch wie Meo es schaffen, doch noch zu einem guten Menschen zu werden. Denn, und dies ist die positive Botschaft der Geschichte, die Einsicht bereitet den Weg zu Änderungen. Dieses Buch regt somit dazu an, über sein eigenes Verhalten nachzudenken. Wie wichtig der richtige Umgang mit der Natur ist, zeigen uns leider immer wieder die traurigen Auswirkungen, die nicht zuletzt durch menschliches Zutun, man kann es auch Versagen nennen, passieren. Ein richtiges Verhalten mit und in der Natur, der Respekt vor dem Leben, kann und sollte schon den Kleinsten vermittelt werden. Dieses Buch wird, allein durch seine besondere, beinahe magische Weise, sicherlich zu mehr Sensibilität für diese Thematik beitragen.

Fazit:

";Die Nacht im Zauberwald"; ist ein geistreiches und aussagekräftiges Märchen mit einer gefühlvollen Sprache und außergewöhnlichen Illustrationen. Die Geschichte von Leo und Meo erinnert an die Ursprünglichkeit des Lebens und an unsere Verantwortung für die Mitgeschöpfe in der Natur. Es ist ein klares, lehrreiches Buch, das eindringlich durch seine Symbolik zu uns spricht und sich einer eigenen, faszinierenden Bildsprache bedient.

Sylke Wilmer-Gruchmann


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