Schluss mit dem Chaos!

Erschienen: Oktober 2006

Couch-Wertung:

70%
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Idee

Das Chaos im Kinderzimmer wird Kater Pico zuviel. Ein Buch über Ordnungsempfinden, dem auch ein etwas erzieherischer Ton anhaftet.

Bilder

Gegensätzliche Eindrücke und Stimmungen von Pico und Leo werden in zumeist kräftige, klare und verständliche Bilder umgesetzt.

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Unterhaltende und verständliche Sprache mit humorvollem Anklang.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Okt 2006

… das wünschen wir uns als Eltern sicherlich des Öfteren, wenn wir einen Blick in die Zimmer unserer Kinder werfen. Doch die sehen das eben deutlich anders und können der Ordnung meist nur kurz etwas abgewinnen. Kater Pico aber hat eines Tages wirklich ";die Schnauze voll"; und macht sich aus dem Staub…

Leo hat für Ordnung nicht viel übrig und sein Zimmer sieht entsprechend aus. Für Kater Pico ist das schlicht eine Zumutung: Sein Korb ist stets besetzt und sogar in seinem Napf findet er alte Socken. Die Aufforderung der Eltern, endlich aufzuräumen fällt nicht auf fruchtbaren Boden und so beschließt Pico eines Tages, Leo schweren Herzens den Rücken zu kehren.

Pico läuft nachts, auf der Suche nach einem warmen Platz zum Schlafen, durch die Straßen. Er springt in ein hell erleuchtetes Zimmer und landet in einem wunderbar aufgeräumten und sauberen Badezimmer – auf einem flauschigen Badteppich. Der Kater schläft sofort ein. Lisa und ihre Tante Rosa entdecken ihn dort am nächsten Morgen und Pico wird dann auch unverzüglich von Tante Rosa in die Badewanne gesteckt und gründlich gesäubert. Damit fängt für Pico ein deutlich geordnetes Leben an: täglich um die gleiche Zeit gibt es Essen und abends sogar Vitamine im roten Gläschen. Spielen ist bei Tante Rosa Fehlanzeige, selbst wenn Lisa zu Besuch kommt, denn Tante Rosas Vasen sind einfach viel zu kostbar.

Leo sitzt derweil traurig zu Hause und seine Eltern machen ihm darüber hinaus noch ein schlechtes Gewissen, da ihrer Meinung nach auch nur Leos Chaos am Verschwinden von Pico Schuld sein kann. Das will Pico ändern und begibt sich in sein Zimmer. ";Betreten verboten"; – ein Schild an Leos Zimmertür macht deutlich, dass er wichtiges vorhat. Leo stellt sein ganzes Zimmer auf den Kopf, das dann am Abend kaum wieder zu erkennen ist. Leo ist begeistert und seine Mutter fällt fast in Ohnmacht. Aber, ob es Pico auch gefallen wird? Leo malt noch schnell ein Bild für den kleinen Kater, füllt dessen Napf, legt ein Kissen in den Korb, öffnet das Fenster und wartet.

Natürlich hat es Pico bei Tante Rosa nicht länger ausgehalten und ist, so schnell wie es geht, aus ihrem Haus verschwunden. Doch Pico ist nicht allein gekommen. Lisa ist ihm gefolgt und bald spielen sie und Leo, dass die Federn nur so fliegen…

Wird dieses Buch unsere Kinder zu mehr Ordnung erziehen? Ganz sicher nicht – und das soll es auch hoffentlich gar nicht erst! So ist die etwas aufgesetzte Strenge von Leos Eltern – wenngleich sie nur kurz präsent ist – auch eigentlich unnötig, denn Ordnungsempfinden will bei unseren Kindern doch mit der Zeit wachsen und reifen. Druck hilft da bekanntlich nur wenig und jedes Elternteil schätzt sich glücklich, wenn dann motivierende Aspekte endlich zum Erfolg führen.

Betrachten wir daher ";Schluss mit dem Chaos!"; gänzlich auf unterhaltender Ebene. Denn die bunte Kinderzimmerwelt von Alexandra Junge ist für Kinder eigentlich eine wahre Fundgrube. Spielsachen soweit das Auge reicht – wunderbar!
Die in Freiburg lebende Illustratorin setzt die gegensätzlichen Eindrücke und Stimmungen von Pico und Leo in zumeist kräftige, klare und verständliche Bilder um. Das Chaos verdient also den Namen wirklich, die Einsamkeit während Picos Ausflug und die Sterilität des Badezimmers sind sichtbar. Vor allem Picos sorgenvolles Mienenspiel mit seinen großen glänzenden Augen erzeugt Mitgefühl und ganz sicher steht auch der kleine Kater stets im Mittelpunkt des Interesses unserer Kinder.

Fazit:

Keine Frage: Chaos und Ordnung schließen sich im Kinderzimmer nicht aus, sondern bedingen eher einander. Dass Chaos anzurichten oft mehr Vergnügen bereitet als die wieder herzustellende Ordnung ist kein unerklärliches Phänomen. Das ist dann auch glücklicherweise Géraldine Elschners Erkenntnis bei ihrer glücklichen Zusammenführung von Leo, Pico und Lisa.

Stefanie Eckmann-Schmechta


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