Manchmal hab ich einen Traum unter einem Honigbaum

Wertung wird geladen
Kinderbuch Couch
75%

Kinderbuch-Couch Rezension vonOkt 2006

Idee

Geschichten und Gedichte verdeutlichen, wie wichtig es ist, Träume zu haben und nach diesen zu greifen. Eine schöne Idee, die hier solide und kindgerecht umgesetzt wird.

Bilder

Die Bildgestaltung erinnert zum Teil an ein Schulbuch, reicht von farbenfroh bis s-w und richtet sich nach dem jeweiligen Thema, welches der Text aufgreift.

Text

Die Texte sind abwechslungsreich zusammengestellt und bieten für jeden Geschmack etwas. Meist leicht verständlich, greifen sie immer wieder das Hauptthema des Buches auf.

[ab 5 Jahren]

Eine bunte Mischung aus Geschichten und Gedichten erwartet die Leseanfänger mit diesem Buch. Die Herausgeberin hat die Werke bekannter und weniger bekannter Autoren zusammengewürfelt und es entstand ein bunte Sammlung, die wahrscheinlich für jeden Geschmack etwas parat hält.

Mit der Zeit des Schulanfangs beginnt für unsere Kleinen ein neuer Lebensabschnitt, mit dem viel Neues auf sie zukommt und sich ihr Horizont stark erweitert. Passend dazu bringt der Sauerländer Verlag ein Buch heraus, angefüllt mit Geschichten und Gedichten, die alle eins gemeinsam haben: Wünsche.

Wer von uns Älteren kennt nicht die Geschichte vom ";Kleinen Häwelmann";, der immer mehr und mehr wollte?! In diesem Buch finden wir eine Nacherzählung, kindgerechter und nicht so sehr ";antiquiert";, wie das Original. Doch auch andere, weniger bekannte Geschichten, handeln von Wünschen, Träumen und Sehnsüchten. Da ist zum Beispiel die Erzählung ";Liebste Mieze – liebster Fisch"; von der bekannten Autorin Gudrun Pausewang, in der es darum geht, dass ein Fisch und eine Katze sich zwar ineinander verlieben können, der Wunsch nach einem gemeinsamen Leben aber nicht wahr werden kann. Aber manchmal können sie sich trotzdem küssen. ";Was macht es schon, dass eine Glasscheibe dazwischen ist? Sie haben sich doch lieb.";

Eine andere Geschichte erzählt von einer Wolke und einem Apfelbaum. Der Apfelbaum würde so gerne einmal, wie die Wolke, die weite Welt sehen, doch er ist fest in der Erde verwurzelt und kann seinen Garten nicht verlassen. Die Wolke hingegen beneidet den Baum, denn der hat im Sommer die Gesellschaft der Bienen und bekommt jedes Jahr Kinder. So müssen sich die beiden in ihre Rollen fügen und beschliessen, sich wieder zu sehen, wenn die Wolke das nächste Mal an dem Baum vorbei zieht. Dann kann die Wolke weiter von der Welt erzählen und der Baum von seinen Kindern.

Alle Darsteller der Geschichten haben eines gemeinsam: Sie alle haben Wünsche oder träumen von etwas, das ihnen unerreichbar scheint. Manchmal werden ihre Wünsche wahr, manchmal bedeutet es ein hartes Stück Arbeit, um seinen Traum erfüllen zu können. Einige Wünsche hingegen sind plötzlich doch nicht mehr so wünschenswert und andere Darsteller stellen wiederum fest, dass so manche Sehnsucht schier unerfüllbar ist. In diesem Fall bleibt nur noch das Träumen, über das ";wie es wäre, wenn…";

Durch die Vielfalt an Geschichten mit der immer gleichen Thematik begreifen Kinder, dass jeder Mensch (und auch manches Tier) Träume und Wünsche hat, die man zwar versuchen sollte zu erreichen, doch dass es auch wichtig ist, beim Wünschen achtsam zu sein, denn so mancher Wunsch ist letztlich doch nicht so vielversprechend, wie es vielleicht auf den ersten Blick den Anschein hatte.

Die gewählten Texte ermöglichen Lesern und Zuhörern einen schnellen Zugang zu dieser Geschichtensammlung, handelt es sich bei den Protagonisten doch meist um Kinder oder um Tiere, so dass unsere Kleinen sich schnell in das Geschehen hineinversetzen können. Die meisten Geschichten stammen von Kinderbuchautoren, was dafür Sorge trägt, dass die Inhalte dieses Buches überwiegend sehr leicht verständlich und sowohl vom Satzbau, als auch von der Wortwahl, optimal an die Zielgruppe angepasst sind. Sogar die, mittlerweile etwas umstrittene, Geschichte vom ";kleinen Häwelmann";, wird in diesem Buch in überarbeiteter Fassung herausgegeben. Lediglich bei manchem Gedicht könnte sich ein Kind schwer tun, es auf Anhieb zu verstehen. Da sind dann Sie als Eltern gefragt, die Fragen zu beantworten.

Von der Aufmachung her erinnert dieses Kinderbuch stark an eine Fibel. Die Texte werden immer wieder unterbrochen von bunten oder schwarz-weißen Zeichnungen, deren Gestaltung eher kindlich und minimalistisch wirken. So entsteht der Eindruck, dass es sich um ein Buch handelt, welches auch Kinder selbst so, oder ähnlich gestaltet hätten.

Fazit:

";Nie sollst du Wünsche weitersagen.
Du musst sie still im Herzen tragen.
Sonst könnte die Gefahr bestehen,
dass Wünsche in Erfüllung gehen.";
(Frantz Wittkamp)

Hat man sich mit den Texten dieses Buches beschäftigt, wird man schnell die Ironie hinter den Worten des Dichters bemerken: Denn alle Träume sind es wert, dass jemand an sie glaubt und versucht, sie zu erreichen. Und dies unterstreichen auch die Geschichten und Gedichte des Buches. Eine schöne Idee für eine Sammlung, die hier solide und überwiegend kindgerecht umgesetzt wird.

Simone Brinkschulte


Manchmal hab ich einen Traum unter einem Honigbaum

, Sauerländer

Manchmal hab ich einen Traum unter einem Honigbaum

Ähnliche Bücher:

Deine Meinung zu »Manchmal hab ich einen Traum unter einem Honigbaum«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
Loading
Loading
Letzte Kommentare:
Loading
Loading

Lesen und Hören
mit System

Lesestifte und Audiosysteme für Kinder.
Der große Test.

mehr erfahren