Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
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Idee

Abenteuerlustige kleine Charaktere, niedlich gemalt, die durch ihre Neugierde übermütig werden. Wie gut, dass es die Eltern gibt, die immer für ein Auge auf sie werfen und die Welt einfacher machen. Eine schöne Gute-Nacht-Geschichte.

Bilder

Durch die vielen Glitzerffekte eine herrliche nächtliche Winteratmosphäre, die mitfrösteln lässt aber zum Schluss wieder mit wohlig warmen Farben aufwärmt.

Text

Viele Dialoge, die durch ein lebhaftes Vorlesen den Spannungsbogen verstärken kann. Kurze, leicht verständliche Sätze.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Dez 2006

Die niedlich illustrierte Gute-Nacht-Geschichte von Gilian Lobel und Tim Warnes schafft eine schöne Einschlafstimmung im silber-glitzerndem Mondenlicht. Mit seinen stimmungsvollen verschneiten Landschaften erscheint es gerade passend zur Winterzeit und erwärmt das Herz mit Themen wie Freundschaft, Geborgenheit, Abenteuerlust und Selbstvertrauen…

Der kleine Bär kann nicht schlafen. Der Mond scheint taghell in sein Zimmer, und als er ihn so anlächelt, geht der kleine Bär hinaus in den funkelnden verschneiten Wald. Seine beiden Freunde, Liili Langohr, der Hase und das Mäuschen Winzigklein können ebenfalls nicht schlafen. Da entdecken sie ein silbern glänzender Pfad – der Weg zum Mond?!? Das Abenteuer beginnt. Die drei Freunde wollen zum Mond und gehen den schönen Winterweg entlang, denn vielleicht gibt es beim Mond Mondkekse und Mondsaft. Doch plötzlich kommt Wind auf und schiebt eine dicke Wolke vor den Mond. Der Mond ist verschwunden und es wird dunkel. Alles sieht nun ganz anders aus. Und sie stellen fest, dass sie sich auch noch verlaufen haben. Auf einmal verziehen sich die Wolken wieder und Mamabär steht im Mondenlicht vor ihnen. Sie nimmt die drei Freunde wieder zurück in ihr warmes zu Hause und versorgt die kleinen Abenteurer mit einer Tasse warmer Milch und Honigkeksen.

Der kleine Bär denkt, dass sie den Mond verärgert haben könnten bei dem Versuch, ihn zu besuchen. Doch Mamabär erklärt ihnen, dass der Mond nicht böse auf sie ist, sondern nur von Wolken verdeckt war. Der Mond, so Mamabär, sei immer da – auch wenn sie ihn in der Nacht einmal nicht sehen können. Und tatsächlich: Kurz vor dem Einschlafen schaut der Mond wieder freundlich lächelnd durch das Fenster des kleinen Bären.

Schon durch den winterlichen Glitzereffekt wird das Buch vom Loewe Verlag die Blicke der Kleinen auf sich ziehen und sie so auf unwiderstehliche Weise in die wunderschöne, friedliche Winterlandschaft einladen.

Die stimmungsvollen Illustrationen erstrecken sich meist über eine Doppelseite. Dabei wirkt nicht nur die Weite der Landschaft beeindruckend, sondern auch die insgesamt gelungenen Bildkompositionen sowie die überaus niedlichen Darstellungen der Charaktere. Deren Gesichter wirken offen und freundlich und lassen uns ihre Gefühlswelt gut miterleben. Bär, Hase und Maus sind sehr knuffig im ";Kindchenschema"; gezeichnet. Mit ihren großen Köpfen, ihren funkelnden kleinen Knopfaugen und den zottigeligen Öhrchen wirken sie einfach ";herzallerliebst. So hebt sich der kleine, weiße Schneehase vor dem weißen Hintergrund besonders durch seine schwarzen Ohrspitzen hervor, wobei der kleine Bär, mit leichter Strubbelfrisur, durch seine kecke schwarze Nase Teddybärcharakter erhält. Die ansonsten graue Maus mit großen Ohren, die wirklich sehr klein ist, fällt durch ihre knallrote Zipfelmütze sofort auf.

Die Darstellungen sind fast durchgehend in ruhigen Blau- und Grautönen gehalten, die vor der weißen Winterlandschaft ihre Mondschatten werfen und den Illustrationen so ihre Tiefe verleihen. Als weitere stimmungsunterstützende Farben wurden auf den letzten Seiten des Buches warme Gelb- und Brauntöne eingesetzt, denn hier kuscheln sich die vier kleinen Freunde bei warmer Milch – froh, wieder sicher zu Hause zu sein.

Dabei wirkt die durchgängig kühle Farbgebung keinesfalls monoton; ist sie doch der stimmungsvolle Leitfaden für den spannenden Verlauf der Geschichte. Durch die Licht- und Farbverläufe in der winterlichen Landschaft, lässt sich die klirrende Kälte der Vollmondnacht erahnen und der tatsächlich glitzernde Schnee tut das seinige dazu.

Doch trotz der Spannung fehlt es in dieser Geschichte nirgens an Geborgenheit, denn durch den starken Zusammenhalt der kleinen Freunde ist die kühle Winteratmosphäre und die bedrückende Situation des Sich-Verlaufens und plötzlichem Alleinseins, gut auszuhalten. Durch die vielen Dialoge lässt sich der Text sehr lebhaft vorlesen und unsere kleinen Zuhörer somit leicht in die Geschichte einsteigen und spannend sein.

Bleibt noch die Erklärung von Mamabär, die uns mondhell und klar erscheint: Es ist die alte Frage nach dem Vertrauen. Kann etwas, das so weit weg ist, etwas das man nicht anfassen kann, trotzdem immer da sein? Die Erklärung von Mamabär ist so einfach, wie einleuchtend: Der Mond ist immer da – auch wenn man ihn hinter den Wolken mal nicht sieht. Sie stärkt damit nicht nur das Urvertrauen ihres kleinen Bärenkindes, sondern entgegnet auch liebevoll seinem schlechten Gewissen, indem sie ihm erklärt, dass viele Dinge passieren, ohne dass er darauf einen Einfluss hat. Er kann am Ende verstehen, dass sein alter Freund, der Mond, ihm nicht ";die Tür vor der Nase zugemacht hat";, sondern dass etwas sehr natürliches vor sich gegangen ist. Auch dass am Ende der Mond wieder hell in sein Zimmer scheint und dabei übers ganze Gesicht lächelt, zeigt auf schöne Weise, dass der kleine Bär auf seinen Mond – und vor allem auf seine Mama – vertrauen kann.

Fazit:

Ein im besten Sinne liebevolles und schönes Buch, das sich sehr gut als Gute-Nacht-Geschichte eignet. Es transportiert auf altersgerechte Weise, erste Aspekte von Unsicherheit und Vertrauen. Durch den besonderen Moment des Wiedersehens mit der Mama in dieser Geschichte und der Bedeutung des glücklichen Zusammenseins fühlen sich Kinder verstanden und aufgenommen. Mit so einem starken Geborgenheitsgefühl steht man auch Ängste aus.

Sylke Wilmer-Gruchmann


Der kleine Bär und das Mondscheinwunder

Der kleine Bär und das Mondscheinwunder

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