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Idee

Die Idee, einen vierten König zu erfinden, um vor allem Kindern auf eine spaßige Art und Weise die Kernbotschaft des Weihnachtsfestes näher zu bringen, funktioniert hervorragend.

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Die comicartigen Zeichnungen machen die bedeutungsschwere Geschichte leichtfüßig und witzig, ohne sich über den Inhalt lustig zu machen.

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Wie in einem Reisetagebuch, erzählt die Hauptfigur der Geschichte recht ausführlich den Verlauf seiner Reise. Ruhig und teilweise spannend, aber immer altersgerecht.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Dez 2006

[ab 5 Jahren]

Es hätte sich tatsächlich alles so zugetragen haben können. Und wer weiß, wer da noch so alles unterwegs war, dem Stern folgend. In dieser Geschichte ist es König Mazzel mit seinem treuen Kamel Chamberlin, der eine abenteuerliche Verfolgungsjagd nach Bethlehem unternimmt. Mit allerlei guten Taten sind sie immer auf der Spur der heiligen drei Könige.

König Mazzel hat sich mit seinen Freunden Caspar, Melchior und Balthasar am Rande der großen Wüste verabredet, um gemeinsam dem Stern nach Bethlehem zu folgen. Mit königlicher Sternenkarte und königlichem Sternkristall gewappnet, beeilt er sich, weil er nicht gerne alleine reist. Doch bereits auf dem Weg zum Treffpunkt müssen er und sein treues Kamel Chamberlin einem kleinen Nomadenmädchen im Sandsturm helfen. Nachdem er das Mädchen zu seiner Familie gebracht hat, versucht er die anderen Könige einzuholen. Doch als er am vereinbarten Treffpunkt eintrifft, findet er dort nur einen Zettel seines Freundes Balthasar vor, auf dem steht, dass er durch die große Wüste folgen soll. Doch dann führt er mit Hilfe seiner Sternenkarte eine Kaufmannskarawane, die sich in der endlosen Wüste verirrt hatte, sicher nach Hause. Wie durch ein Wunder überwinden alle einen unglaublichen Abgrund.

Noch kann er den Stern am Himmel sehen und folgt ihm, so schnell ihn Chamberlins kurze Beine tragen. Nachdem er einer beinahe verdursteten Pflanze seinen letzten Tropfen Wasser gespendet hat, folgen die beiden unermüdlich dem Stern in die Berge. Der schwierige Abstieg führte sie durch dunkles Gelände zu einer Mauer, hinter der sich eine entsetzliche Wahrheit offenbart: Sie wurde von Kindern, die als Sklaven gehalten wurden, erbaut. Bei dem Versuch etwas für die Kinder zu tun wird König Mazzel geschnappt. Sein letztes Geschenk reicht gerade dazu aus, sich selbst von den Sklavenhaltern freizukaufen. Zutiefst betrübt über seine Machtlosigkeit bleibt er mit Chamberlin bei den Kindern, um ihnen aus ihrer Not zu helfen. Auch hier gibt es wieder ein kleines Wunder, mit dessen Hilfe sich alle aus dem Steingefängnis befreien können.

Er beschließt, gemeinsam mit den Kindern weiter zu ziehen. Von Hirten erfährt er, dass König Herodes ebenfalls nach dem neugeborenen König sucht und sicherheitshalber alle Kinder umbringen lässt, damit keines seinen Platz einnehmen kann. Aus Furcht, eines der Kinder könne zu Schaden kommen, lässt er sie bei der Schafherde zurück, nicht ohne zu versichern, dass er wiederkommt. Er eilt so schnell er kann nach Bethlehem, um das Jesuskind zu retten. Er kommt völlig verarmt und auch viel zu spät im Stall an. Seine Verzweifelung ist riesengroß – die ganze Reise scheint umsonst gewesen zu sein. Doch plötzlich vernimmt der weinende König Mazzell eine sanfte Stimme. Diese Stimme tröstet ihn zutiefst und macht ihm deutlich, dass seine Reise nicht vergebens war. ";Sei nicht traurig…Du bist nicht zu spät! Du warst die ganze Zeit über bei mir. Ich hatte mich verirrt und du zeigtest mir den Weg. Ich war durstig und du gabst mir zutrinken. Ich war gefangen und du hast mich befreit.Du warst da als ich Dich brauchte und ich werde bei dir sein, für immer";. Diese Worte füllen sein Herz mit großer Zufriedenheit und Freude. Sogleich fühlt er eine große Verantwortung für die zurückgelassenen Kinder und entscheidet sich fortan nicht mehr König zu sein, sondern als Hirte zu leben.

Die Idee, einen vierten König zu erfinden, um vor allem Kindern die Kernbotschaft des Weihnachtsfestes näher zu bringen, funktioniert hervorragend. Die Legende des vierten Königs ist nicht neu. Mal soll er aus Russland gekommen sein und mal aus dem hohen Norden. Mal muss er Prüfungen bestehen, mal gibt er all seine funkelnden Edelsteine her. Aber immer reist er allein, kommt zu spät und tut Gutes auf seinem Weg.

Und so spricht auch dieses Weihnachtsbuch für Kinder ganz locker über Nächstenliebe und wie schön es sein kann, für andere Menschen da zu sein. König Mazzel erfährt schließlich, dass er dann Jesus Christus am nächsten war, als er, physisch am weitesten entfernt, in der Wüste Leben rettete. Schön ist, dass das ganze Thema weniger besinnlich als vielmehr lustig angegangen wird. Udo Weigelt stellt Mazzel als einen gutgelaunten kleinen König dar, der erst ganz am Schluss versteht, dass der Weg das Ziel war. Der Autor lässt Mazzel auf seiner Reise sogar Maria und Josef begegnen, allein er bemerkt es nicht. Vor den Soldaten des Herodes zitternd, versteckt Mazzel in seiner Gutmütigkeit die heilige Familie und schenkt dem Jesuskind ein hölzernes Lamm, um es zu beruhigen, ohne zu bemerken, dass er seinem Ziel unglaublich nah ist.

Den guten Taten König Mazzels lässt der Autor, immer dann wenn die Situation ausweglos erscheint, auch ein kleines Wunder folgen. Das erste Wunder, der unglaubliche Sprung der Karawane über einen Abgrund, wird dann auch bildlich hervorgehoben, in dem man die Seite aufklappen muss, um die ganze Dimension dieses Sprunges zu erkennen. Das scheinbar endlose Leid der Sklavenkinder wird durch eine ebenso endlos erscheinende Mauer symbolisiert, die ebenfalls auf einer ausklappbaren Doppelseite bedrohlich dunkel dargestellt wird.

Interessant auch der Illustrationsstil, der zeitweise sehr an die Knollennasenmännchen des argentinischen Cartoonisten Giellermo Mordillo erinnert. Die comicartigen Zeichnungen machen die bedeutungsschwere Geschichte doch angenehm bunt und schön leichtfüßig. Ein eigenständiger Zeichenstil, der zur Umsetzung von Weihnachtsgeschichten eher selten zum Einsatz kommt.

Den anderen Legenden zufolge, begegnete der vierte König alt und müde seinem Gott in einem fernen Land. Er soll den Stern in den Augen eines Mannes wieder gefunden haben, der am Kreuz hing und ihn ansah. Wie schön dass dieses Ende den Kindern erspart bleibt und ein höchst zufriedener kleiner König Mazzel mit all seinen Kindern und seinem Kamel genügsam bis ans Ende seiner Tage Schafe hütet.

Das Buch wurde mit Chamberlin als Erzähler verfilmt und wurde erstmals am 25. Dezember 2005 parallel in vielen Ländern Europas sowie in Australien ausgestrahlt.

Fazit:

Ein spannendes Reisetagebuch über eine christliche Verfolgungsjagd und auch über die wahre Bedeutung von Weihnachten. Ein herrliches Vorlese-Buch für die Vorweihnachtszeit, wenn mal einmal Lust auf die etwas andere Weihnachtsgeschichte hat.

Gabriele Jansen


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