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Idee
Bilder
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Idee

Ein berührendes Bilderbuch. Mit winterlicher Poesie verbindet Komako Sakai die kindliche Freude über den ersten Schnee mit dem gleichzeitig bedrückenden Gefühl der Sehnsucht nach dem Vater.

Bilder

Trotz eher groben Stils, die wunderbaren Illustrationen sind sorgfältig ausbalanciert, nunanciert und akzentuiert. Sie unterstreichen den emtotionalen Kontext.

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Die leise Erzählung aus Sicht der Hauptfigur betont die Intensität der Gefühlswelt.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jan 2007

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star*. Kinderbuch des Monats [01/2007]. Welch berührendes Bilderbucherlebnis sich hinter dem so unspektakulären Titel ";Es schneit!" verbergen mag, können wir erahnen, wenn wir unseren Blick für einen kurzen Moment auf dem Titelbild verweilen lassen. Denn es hat bereits alles, was Komako Sakais wunderschöne Bilderbucherzählung ausmacht.

Das kleine Hasenkind muss am Morgen nicht in den Kindergarten, denn es hat geschneit. Die Freude ist groß und der kleine Hase möchte sofort vor die Tür. Doch die Mutter hält es zurück und bittet noch zu warten, bis es aufgehört hat zu schneien. Aber es will einfach nicht aufhören, nicht am Mittag, nicht am Nachmittag. Das drückt bei dem Hasenkind die Stimmung, denn das bedeutet auch, dass sein Vater nicht nach Hause kommen wird. Denn da er weit weg arbeitet, musste der Vater mit dem Flugzeug reisen, doch das wird bei so einem Wetter nicht starten.

Doch endlich, nach dem Zähneputzen ist es soweit : Es hat aufgehört zu schneien und die Mutter macht trotz später Uhrzeit eine Ausnahme. Gemeinsam gehen sie hinaus in den Schnee, bis dem kleinen Hasen schließlich kalt wird und sie beschließen, wieder nach Hause zu gehen, denn Morgen ist ja auch noch ein Tag - und Papa kommt dann bestimmt auch endlich nach Hause.

Mit winterlicher Poesie verbindet Komako Sakai die kindliche Freude über den ersten Schnee mit dem gleichzeitig bedrückenden Gefühl der Sehnsucht nach dem Vater. Nicht selten liegt der kindliche Alltag in genau derartigen gegensätzlichen Gefühlen und Stimmungen. Die japanische Autorin und Illustratorin verlegt ihre Erzählung in die Großstadt mit anonymen Hochhausfassaden und verzichtet auf malerische Postkartenidylle. Selten aber habe ich es erlebt, dass in einem Bilderbuch tierische Protagonisten in ihrem Wesen so deutlich menschliche Züge an sich haben, ohne sich dabei in aufdringlichen Fotorealismus verlieren zu müssen. Bewegungen, Körperhaltungen und Alltäglichkeiten, wie z.B. ein verrutschter Pyjama oder vertraute Blicke - all das scheint beinahe nur zufällig angedeutet - und erhält gerade durch diese Beiläufigkeit eine unglaubliche Intensität.

Dabei mögen der etwas grobe Stil der Bilder und die allein durch das Thema bedingte Farblosigkeit zunächst nur schwer auf ein emotional berührendes Thema schließen. Aber von Tristesse keine Spur, denn Komako Sakai legt wirklich auf jedem Bild eine beeindruckende Präzision an den Tag. Das winterliche trübe Grau wird mit vielfältigen Nuancen sorgfältig ausbalanciert. Jede Szene wird sanft akzentuiert. Ruhiger und äußerst zurückhaltender Farbeinsatz wird vor allen den Protagonisten zugeordnet. Die Ausgewogenheit der Bilder und das eher geradlinige Umfeld stellen dabei einen wunderbaren Kontrast zu der Dynamik der Figuren dar, unterstreichen damit den emotionalen Kontext und insbesondere die Beziehung von Mutter und Kind.

Die leise Erzählung aus Sicht des kleinen Hasen betont diese Intensität zusätzlich und lässt teilhaben an der Gefühlswelt, an der Freude und den Sehnsüchten. Dabei drängt sich diese Nähe niemals auf, bleibt aber in der in Schnee gebetteten Winterlandschaft auch nicht lautlos.

Fazit:

";Es schneit!" von der japanischen Bilderbuchkünstlerin Komako Sakai ist genau das richtige Buch, um in einsamen Wintertagen den Gefühlen sanfte Schwere zu gönnen und aus ihnen dennoch Trost, Hoffnung und Freude wachsen zu lassen. Das ruhige Bilderbuch ist ein Buch zum Fühlen, weil es mit jeder Seite signalisiert, dass es Gefühle versteht. Es ermöglicht besonders Eltern, gemeinsam mit ihren Kindern eine Zeit des Wartens zu verkürzen - vielleicht in sanfter Melancholie, doch stets in Verbundenheit.

Stefanie Eckmann-Schmechta

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