Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
Text

Idee

Eine leise Geschichte über Fleiß und Bescheidenheit, die viel Erklärung durch die Eltern nötig hat. Leider sind die wertvollen, zentralen Botschaften für Kinder nicht unmittelbar verständlich.

Bilder

Die großflächigen Darstellungen sind sehr stimmungsvoll und schaffen es durch Perspektive und Farbgebung emotional zu vertiefen. Trotzdem werden die zentralen Inhalte, insbesondere durch das Fehlen der mimischen Darstellung, nicht transportiert.

Text

Wenig Text, der ausschließlich eine erklärende Funktion hat. Er lässt vieles offen, was leider auch durch die Illustrationen nicht erklärt wird. Viel Raum für Interpretation und die Notwendigkeit zwischen den Zeilen zu lesen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jan 2007

[ab 5 Jahren]

Einsam ist es auf der Bergsspitze und wenn der Winter besonders kalt ist, dann gehen die Vorräte aus. Aber Julia beklagt sich niemals. Dann wird ihre Bescheidenheit belohnt und ihr größter Wunsch geht an ihrem Geburtstag in Erfüllung.

Julia lebt ganz bescheiden mit ihrer Katze in einem kleinen Haus auf der Bergspitze einer einsamen Insel. Fleißig arbeitet Sie jeden Tag auf den Feldern, sät und erntet was für die jeweilige Jahreszeit üblich ist. Als eines Jahres der Winter besonders kalt ist und das selbst gekochte Apfelmus ausgeht, hat Julia nichts mehr zu Essen. Als die hungrige Julia nachts am Fenster steht und in den sternklaren Himmel schaut, sieht sie eine Sternschnuppe. Überglücklich wünscht sie sich lediglich einen Sack Mehl, der auch am Morgen darauf tatsächlich vor ihrem Haus liegt. Julia backt daraus das leckerste Brot. Wann immer das Brot alle ist und Julia erneut Hunger bekommt fällt rechtzeitig eine Sternschnuppe vom Himmel. Julia hätte sich einen Tisch mit ihrem Lieblingsessen, prächtige Kleider oder ein Schloss aus Gold und Diamanten wünschen können, aber sie bleibt bescheiden und ist zufrieden mit einem Sack Mehl. Lediglich an ihrem Geburtstag wagt sie es und macht eine Ausnahme. Sie wünscht sich Kirschtörtchen, nicht nur eines sondern zwei und den roten Traktor, dem sie auf dem Feld immer wieder begegnet - selbstverständlich mitsamt dem Chauffeur, damit sie nie mehr alleine ist.

Diese leise Geschichte über Bescheidenheit lehrt, dass man auch mit kleinen Dingen zufrieden sein kann und zeigt, was ein wirklich großer Wunsch ist. Gleichzeitig hat das Autorenteam eine Geschichte über die Sehnsucht nach der Liebe geschrieben und wie wichtig es ist, Dinge mit anderen Menschen teilen zu können. Kindern, die stets erwarten immer alles und sofort zu bekommen, ist Julia ein glänzendes Vorbild. Denn sie weiß was sie will und gibt sich mit wenig zufrieden, obwohl sie mehr haben könnte.

Leider funktioniert die Übermittlung der Botschaft nicht unmittelbar. Das liegt daran, dass weder im Text deutlich gemacht wird, was sich hinter der Geschichte verbirgt, noch in den schönen, doppelseitigen Illustrationen die Sehnsüchte Julias eindeutig gezeigt werden. Z.B. späht Julia beim sähen der Sonnenblumen im Frühjahr nach dem roten Traktor, dessen Fahrer ebenfalls damit beschäftigt ist die Felder zu bestellen. An ihrem Gesichtsausdruck wird nicht deutlich, ob sie überrascht, erfreut oder argwöhnisch ist. Es ist lediglich eine vorsichtige Hinwendung, die nicht ausreicht, um eine Verbindung zu Julias sehnlichstem Wunsch herzustellen. Die Botschaft steht also zwischen den Zeilen und wird nur versteckt deutlich durch die Bilder. Etwas größere kleine Kinder sind durchaus in der Lage zu erkennen worum es geht. Zu erkennen, dass eine gewisse Bescheidenheit im Leben weiterführt, d.h. also den Transfer von der Darstellung zur Realität herzustellen, ist für sie aber enorm schwierig. Somit ist es wichtig, dass die Eltern erklärend beiseite stehen und das heutzutage eher unübliche Verhalten Julias loben.

Die doppelseitigen Illustrationen verlieren sich nicht in Details. Die großflächigen Darstellungen der Sonnenblumenfelder oder des erntereifen Apfelbaumes sind wunderbar stimmungsvoll. Paula Gerritsen ist es gelungen einerseits die Einsamkeit Julias perspektivisch zu verdeutlichen und andererseits durch die Farbgestaltung kenntlich zu machen, wie sehr Julia die Jahreszeiten, mit Ausnahme des langen Winters, schätzt. Die Mimik spielt in sofern eine Rolle, als sie kaum eingesetzt wird. Julia freut sich nur zweimal sichtbar, nämlich als sie den ersten Sack Mehl vor der Tür vorfindet und als sie schließlich mit dem roten Traktor samt Fahrer Kirschtörtchen essend über die Felder flitzt. Ein versöhnliches Ende, denn man hätte ihr eine solche Lebensfreude kaum zugetraut.

Schade, dass als Titelseite eine vom Winde verwehte, etwas zerknirscht dreinschauende Julia gezeigt wird. So kann man kaum erkennen, welch schöne Geschichte sich hinter dem Titel verbirgt.

Fazit:

";Julias Wunsch" macht ein wenig nachdenklicher als andere Kinderbücher. Doch die Botschaft hätte in der Geschichte klarer zu Tage treten müssen, um Kindern Rückschluss auf ihre eigene Welt zu ermöglichen. Die Geschichte entfaltet ohne Frage durch das Mittel des Wünschens eine gewisse Spannung, doch die zentralen Aussagen bleiben sowohl textlich als auch mimisch für Kinder zu vage.

Gabriele Jansen

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