Couch-Wertung:

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Idee

Eine überhaus lebendige und sympathische Hauptfgur. Fantasievoll wird der Alltag Lippels geschildert und spannend wird es in seinem Fortsetzungstraum, dem Märchen. Eine sehr gelungene Verbindung, die voller Einfallsreichtum und Fantasie steckt.

Bilder

Die sympathischen, zahlreichen Strichzeichnungen von Paul Maar sind eher schlicht bei den Darstellungen von Lippels Alltag, aber durchaus üppiger und detaillierter bei den Darstellungen zum Märchen, mit aufwendigen Piktogrammen als Anfangsbuchstaben.

Text

Witzig und einfühlsam zugleich geschrieben, bringt Paul Maar die Dinge ganz aus Kindersicht auf den Punkt. Er beschreibt selbst die alltäglichsten Dinge so unterhaltsam, dass das Buch von Anfang bis Ende überzeugt.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Mai 2007

[ab 9 Jahren]

Lippel, der eigentlich Philipp heisst, liest für sein Leben gern, sammelt hingebungsvoll Punkte von Milch- oder Joghurtverpackungen und hat eine Vorliebe für das eingemachte Obst von Frau Jeschke. Lippels Welt ist in Ordnung - bis Lippels Eltern für eine Woche gemeinsam verreisen möchten, ohne Lippel. Frau Jakob, die nun eine Woche für Lippel sorgen soll und nur wenig Verständnis für seine Vorlieben hat, nimmt ihm das neue Buch mit den Erzählungen aus dem Morgenland weg. Lippel ist zunächst erschüttert über den verlorengegangenen Schatz, doch dann beginnt Lippel nachts die Geschichte selbst weiterzuträumen und verwebt darin so manches, was er im Alltag erlebt hat...

... da wird aus der verständnislosen Frau Jakob in seinem Traum die böse Tante seiner beiden Traumhelden, Hamide und Asslam, die dafür sorgt, dass die Geschwister aus dem Königreich verbannt werden. Aber damit nicht genug: Sie besticht die Wachen, die die Kinder mitsamt Lippel fortbringen sollen, sich der Kinder endgültig zu entledigen. Doch Lippel kann seine Freunde noch rechtzeitig warnen und in einem schweren Sandsturm gelingt es den Kindern, vor den Wachen zu fliehen. Doch Lippel verirrt sich im Sturm und verliert Hamide und Asslam aus den Augen. Wäre da nicht der kluge Hund mit Namen Muck gewesen, hätte er seine Freunde wohl nicht wiedergefunden. Sie erreichen schließlich die Stadt über der der Palast des Köngreiches thront. Da die Kinder wissen, dass die Wachen sie suchen werden, versuchen sie Unterschlupf in einer Herberge zu finden. Aber die Herbergsbesitzer verlangen Geld für die Übernachtung und da müssen sich die Kinder etwas einfallen lassen. Lippel gelingt es schließlich, mit seiner Zauberfackel (einer Stabtaschenlampe) die Menschen des Morgenlandes so zu begeistern, so dass sie sich sehr großzügig zeigen. Stets sind sie aber in der Gefahr, von den Wachen gefangen zu werden. Mit viel List schaffen sie es aber dennoch, in den Palast des Königs zu gelangen. Doch kurz bevor Lippel dem König gegenüberstehen kann, um alles aufzuklären, wird er wieder einmal aus seinem Fortsetzungstraum gerissen...

Denn an jedem Morgen, an dem ihn Frau Jakob weckt, damit Lippel rechtzeitig zur Schule kommt, endet ein Teil seiner Geschichte. Dabei ";sammelt" er bei Tag unbewusst einige Erlebnisse mit seinen Mitmenschen, die sich in seinem Traum in morgenländischer Gestalt wiederfinden. Da wird aus seiner älteren Freundin, Frau Jeschke, die rundliche und gutherzige Herbergsbesitzerin und ihr Mann zeigt deutliche Züge von Lippels Kunstlehrer, Herrn Göltenpott. Auch die beiden anderen Hauptdarsteller aus Lippels Geschichte, Hamide und Asslam, gibt es als neue Mitschüler in Lippels Klasse. Sie sitzen gleich neben ihm. Doch nur Hamide spricht mit ihm. Arslan, ihr älterer Bruder, spricht nur sehr schlecht Deutsch und vermeidet es daher, überhaupt etwas zu sagen. Daher ist auch Asslam, der Prinz in Lippels Geschichte, wenn auch aus einem anderen Grund, die meiste Zeit stumm. Auch der kleine herrenlose Hund, den Frau Jeschke und Lippel immer füttern, findet seinen Gegenpart in dem klugen Hund Muck.

";Lippels Traum" erschien bereits 1984 im Oetinger Verlag und wird nun, 2007, als Taschenbuch beim Omnibus Verlag, neu aufgelegt. Paul Maar erzählt mit ";Lippels Traum" eine wunderschöne, zeitlose Geschichte, die durch die Kraft der Fantasie lebendig wird. Vor allen Dingen Kinder empfinden ihre Träume stets als sehr real und das vermischt Paul Maar ganz wunderbar in abwechselnden Traum- und Alltagssequenzen. Am Ende glaubt Lippel sogar, der Traum habe Einfluss auf seinen Alltag. Paul Maar beginnt wohl auch deswegen seine Geschichte mit dem passenden Zitat von Blaise Pascal: ";...Wenn ein Handwerker sicher sein könnte, jede Nacht zwölf Stunden lang zu träumen, er sei ein König, so wäre er ebenso glücklich wie ein König, der jede Nacht zwölf Stunden träumte, er sei ein Handwerker."Der Leser kann jedoch diese beiden Seiten von Lippels Geschichte sehr gut auseinanderhalten, da die Träume stets durch das Zubettgehen eingeleitet und durch das Wecken von Frau Jakob - sehr treffend in Lippels Träumen verwoben - beendet werden.

Sehr humorvoll führt Paul Maar uns zunächst an Lippels Leben heran. Mit einem Augenzwinkern lässt er Lippel von seinen kleinen und großen Geheimnissen berichten und auch von den kindlichen, einfachen Freuden, die Lippels Leben bereichern. Dazu gehören auch Lippels kleine Schiltzohrigkeiten, wie zum Beispiel sein nächtliches Leselager in dem Verschlag unter der Treppe. Dabei tut er sich an der dort gelagerten Limonade gütlich und liest noch stundenlang ungestört, denn in seinem Zimmer ist schon lange das Licht gelöscht. Mit dem köstlichen kindlichen Humor, mit dem Paul Maar Lippel erzählen lässt, wird er vor allen Dingen so manchen Erwachsenen amüsieren. Mit Lippels Blick auf die Dinge kommt es zu überraschenden Interpretationen, wie etwa, dass die Eltern es für eine gute Idee hielten, Lippel eine Woche alleine zu lassen. (Dabei wollen sie, wie wir danach erfahren, nur einmal gemeinsam wegfahren...)

So sind es Lippels Träume aus dem Morgenland, die ihm helfen die elternlose Zeit, noch dazu unter dem unbarmherzigen und unsensiblen Regiment seiner Betreuerin, zu überstehen. Lippel träumt sich einfach, so schnell es geht, allabendlich in eine andere Welt. In eine Welt, die er sonst nur aus den Bücher kennt. Eigentlich, so müsste man fast sagen, hat Frau Jakob Lippel einen Gefallen getan, indem sie ihm das Buch weggenommen hat, denn sonst wäre er nie in die ";Notlage" geraten, seine Geschichte selbst zu erträumen. Und hätte Lippel nicht so ein wunderbares Abenteuer mit Hamide und Asslam bzw. Arslan gehabt, wer weiss, ob sie sich im ";wirklichen Leben" so gute Freundin geworden wären?

Fazit:

Eine zeitlose, warmherzige und humorvolle Geschichte, die beides zugleich ist: Märchen und Erzählung. Paul Maar verbindet beides mit traumwandlerischer Leichtigkeit und verleiht selbst dem Alltag einen märchenhaften Zauber. Lippel, der uns mit seinen eigenen Schilderungen amüsiert, verblüfft und spannend unterhält, gewinnt sicherlich die Herzen vieler!

Stefanie Eckmann-Schmechta


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Letzte Kommentare:
28.08.2019 23:24:23
Gast

Schade eigentlich, ein Buch für Kinder sollte Aktuell der Zeit sein und vorbildlicher . Der Schriftsteller sollte mal in die jetzigen Türkei vereisen und sehen wo der Kopftuchzwang für Kinder ist die im Ausland leben.