Couch-Wertung:

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Idee
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Idee

Mit dem leichten mystischen Unterton und den gleichzeitig humorvollen Begebenheiten verbindet Jenny Nimmo Realität und Fantasiewelt.

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Die Sprache ist geradlinig und ihr Tempo geht zielstrebig auf den Höhepunkt der Erzählung zu. Dennoch gelingt es, emotionale Momente einzufangen. Humorvoll eingeflochtete Begebenheiten bringen Leichtigkeit in die Geschichte und sind nahe am Leser.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Aug 2007

Gwyn bekommt an seinem neunten Geburtstag von seiner Großmutter höchst seltsame Geschenke: etwas Seetang, ein Kopftuch, eine alte Blechflöte, eine ramponierte alte Metallbrosche und ein kleines, kapputtes Spielzeugpferd. Alles keine Dinge, die das Herz eines Neunjährigen unbedingt höher schlagen lassen; es sei denn, man ist, wie Gwyn, der Nachfahre von berühmten und sagenumwobenen walisischen Zauberern.

Gwydion Gwyn Griffith lebt mit seinen Eltern inmitten der grünen Täler und schroffen Steilküsten von Wales. Es ist eine weite, einsame Gegend, in der die Familie eine kleine Farm unterhählt. Seit Gwyns fünftem Geburtstag ist das Verhältnis zwischen Vater und Sohn sehr angespannt. Mr. Griffith gibt seinem Sohn die Schuld für das Verschwinden von Meggan, Gwyns älterer Schwester. In der stürmischen Nacht vor seinem Geburtstag hatte Gwyn Meggan gebeten, auf dem Berg nach seinem Lieblingsschaf zu sehen. Sie verschwand in jener Nacht ohne jede Spur.

Seitdem darf Gwyn weder seinen Geburtstag noch sonst etwas feiern. Granny, die Großmutter von Gwyn, ist sich jetzt nur noch sicherer, dass an dieser unerträglichen Situation etwas geändert werden muss und weiht Gwyn in die Geheimnisse der Familie Griffith ein. Sie tut dies in der Hoffnung, dass Gwydion Gwyn, wie sie ihn immer im Angedenken eines seiner berühmten Vorfahren nennt, die magischen Gegenstände, die sie ihm geschenkt hat, mit seiner Zauberkraft einsetzen kann. Dann, so versichert sie Gwyn, wird er auch seinen größten Wunsch erfüllen können - und das ist die Rückkehr seiner verschwundenen Schwester Meggan.

Gwyn beginnt damit, die alte Brosche dem Wind zu übergeben und erhält dafür ";Arianwen" eine silberne Spinne, die wundervolle und lebendige Bilder aus einer anderen, fernen Welt spinnen kann. In jeder Nacht zeigt sie Gwyn, was in jener fremdartigen Welt vor sich geht. Auch kann sie das Bild eines Mädchens, das in dem Sessel vor dem Ofen der Familie Griffith sitzt, hervorbringen. Und dieses Mädchen sieht Gwyns Schwester sehr ähnlich. Auch die anderen Gegestände bewirken, einmal mit seinen magischen Fähigkeiten dem Wind übergeben, wunderliche Dinge. Und Gwyn weiß, er darf mit niemandem darüber reden. Als er sich in seiner Begeisterung aber doch Alun, seinem bis dahin besten Freund anvertraut, will der Gwyns Geschichte aber keinen Glauben schenken. Alun erzählt die Geschichte gedankenlos weiter - Gwyn gilt von da an als verrückt und erlebt in der Schule ein regelrechtes Spießroutenlaufen. Die Wut über die vielen Seitenhiebe entlädt sich schließlich in einer Auseinandersetzung mit einem Mitschüler. Und Gwyn bemerkt zum ersten Mal, dass er auch ohne die magischen Gegenstände über eine unerklärliche und starke Macht verfügt.

Eira, das seltsame blasse Mädchen, das neu in Gwyns Klasse gekommen ist und seiner Schwester auf eine so unerklärliche Weise ähnelt, gibt ihm in dieser verfahrenen Situation Halt und Orientierung - und nicht nur Gwyn: Auch seine Eltern erkennen in ihr die verlorene Tochter wieder. Sie wollen, dass Eira bei ihnen bleibt.

Doch trotz der Unterstützung von Eira und seiner ";Granny" vertraut Gwyn seinen Fähigkeiten noch immer nicht. Als ";Arianwen" von Mrs. Griffith kurzerhand in den Klärbehählter der Farm gespült wird, nimmt Gwyn das letzte, aber verbotene Ding, das ihm seine Granny vermacht hat, zur Hilfe: Das kapputte Pferdchen mit dem Schild ";Dim hon!" - ";Nicht dieses!" Und die Warnung ist angebracht, denn mit der Befreiung des bösartigen und verzweifelten Wesens, das in dem Pferd eingesperrt war, richtet Gwyn ein furchtbares Desaster an. Nun ist sogar sein bester Freund Alun in größter Gefahr.

Die englische Autorin Jenny Nimmo, die durch die erfolgreiche ";Charlie-Bone"-Reihe in Deutschland ihren großen Durchbruch hatte, nimmt Wales, das Land der grünen Hügel und Burgruinen, in dem sie selbst lebt, als stimmungsvollen Schauplatz für ihre neue Trilogie. Eine gute Inspirationsquelle, denn die Geschichte von Wales ist reich an Mythen, Legenden und sagenumwobenen Wesen.

Eingebettet in das alltägliche Leben der walisischen Farmer, erzählt sie mit dem gerade erst neun gewordenen Gwyn eine fesselnde Geschichte. Gwyn, der sympathische und authentische Protagonist, steht zunächst selbst ungläubig vor seinen bis dahin ungekannten Fähigkeiten. Mit der eigenwilligen Großmutter, die so manches von dem zu verstehen scheint, was sich zwischen Himmel und Erde bewegt, ist Jenny Nimmo eine facettenreiche und unterhaltsame Figur gelungen, die Gwyn Zuflucht und gleichermassen Mentorin ist. Auf ihre etwas wunderliche Art hält sie die Fäden zusammen und versucht ihren Enkel in die richtigen Bahnen zu lenken - doch das gelingt ihr nicht immer.

Wunderschön beschreibt Jenny Nimmo die Stimmungen und ";Schwingungen" dieser weiten und gegensätzlichen Landschaft. Der leichte mystische Unterton, den sie in ihrer Erzählung einflicht, verbindet sehr schön die Realität mit der Fantasie. Ihre humorvoll eingeflochteten ";Nebenschauplätze" und Dialoge geben der Erzählung eine Leichtigkeit, die die Geschehnisse nicht allzu sehr in das Unerklärliche abgleiten lassen und noch nahe am Erfahrungshorizont der Zielgruppe ist. Ihre Sprache ist geradlinig und das Tempo der Erzählung nimmt zielstrebig innerhalb der Handlung zu. Dennoch gelingt es Jenny Nimmo mit wenigen, aber treffenden Worten die emotionalen Momente in Gwyns Leben einzufangen. Manchmal - und das ist auch der einzige Wermutstropfen - hätte sich Jenny Nimmo aber ruhig ein wenig mehr Zeit lassen können, um die magischen Höhepunkte tiefer zu beschreiben. Gerade zum Ende hin wirkt die Erzählung etwas ungenau und die einzelnen Zusammehänge scheinen im allgemeinen Geschehen zu verwischen. Das ist schade, denn gerade das Ende - das trotz allem ein gelungenes Happy End ist - würden sicherlich viele Leser gerne mehr auskosten.

Für Jenny Nimmos Buch ";die silberne Spinne", ihr zweites Werk, das erstmals 1986 in Großbritannien mit dem Originaltitel ";The Snow Spider" erschien, erhielt sie im selben Jahr den ";Nestlé Smarties Book Prize" von der unabhängigen englischen Stiftung zur Leseförderung ";Booktrust" und den ";Tir nan-Og Award" des Welsh Book Council. ";The Snow Spider" gehört in Großbritannien mittlerweile zu den Kinderbuchklassikern.

Fazit:

Mit ";die silberne Spinne" ist Jenny Nimmo ein vielversprechender Auftakt einer neuen Trilogie gelungen. Unterhaltsam und temporeich entführt Jenny Nimmo in eine walisische Zauberwelt, die sich inmitten der Realität zeigt.

Stefanie Eckmann-Schmechta


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