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Idee
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Idee

Die Idee, Jesus in der damaligen Zeit (wieder) zu entdecken, ist gut, aber nicht konsequent umgesetzt.

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Die erdigen Aquarellzeichnungen, die zahlreich und großflächig in dem Buch zu finden sind, geben dem Buch ein ansprechendes Äusseres, das dazu einlädt, sich neugierig auf das Leben der damaligen Zeit einzulassen.

Text

Der im Großteil beschreibende Text, orientiert sich nur wenig an den Bedürfnissen von Kindern.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Aug 2007

Das großformatige Buch ";Jesus in seiner Zeit" möchte Kindern den geschichtlichen und irdischen Jesus näher bringen. Dabei lässt der Autor Dietrich Steinwede auch neue archäologische und geschichtliche Erkenntnisse in die von der Bibel überlieferten Inhalte einfliessen.

Der Aufbau des Buches besteht aus insgesamt neun Kapiteln, denen, mit Ausnahme des letzten Kapitels, ein doppelseitiges Panoramabild des Ortes vorangestellt ist, der im Leben von Jesus eine Rolle gespielt hat. Auf diesem ist im Überblick zu erkennen, wie es damals in den Dörfern, Städten, am See oder auf dem Land ausgesehen haben mag. Auf der folgenden Doppelseite befindet sich auf der linken Seite ein erläuternder Text zum dem entsprechenden Themengebiet und auf der rechten Seite sind einzelne Szenen oder Gegenstände abgebildet, die mit kurzen Anmerkungen beschrieben werden. Im Anschluss daran wird das Erzählte in Bezug auf Jesus vertieft, indem auf der linken Seite eine für das Kapitel entsprechende Szene aus dem Leben Jesu dargestellt wird, die wiederum auf der rechten Seite textlich begleitet wird.

So beginnen wir unsere Zeitreise mit dem Dorf Nazareth, wo Jesus aufgewachen ist. ";Das Dorf Nazareth"
wird hier exemplarisch für die damaligen Lebensumstände vorgestellt, da viele Dörfer dieser Zeit so ausgesehen haben müssen. Dabei werden die damaligen Berufe, Arbeitszeiten, Werkzeuge, Gebrauchs- und Nahrungsmittel sowie Tischsitten oder das soziale Miteinander geschildert. Unter der Überschrift
";Bei Jesus zu Hause" erfahren wir, wie Jesus mit seiner mindestens neunköpfigen Familie gelebt hat und wovon sie sich ernährt haben. Die Erläuterungen werden mit einer Darstellung begleitet, die die Familie bei einem gemeinsamen Mahl zeigt.

Dieser Aufbau, bei dem eine allgemeine Beschreibung vorangeht, die aus de Perspektive von Jesus´ Leben noch einmal beleuchtet wird, findet sich auch im Anschluss in den anderen Kapiteln. ";Der Tempel in Jerusalem" beschreibt demnach zunächst die Tempelanlage und ihre Besonderheiten.

Der See Gennesaret, Kafarnaum am See, die Synagoge, die Landwirtschaft, Jerusalem und der Palast des Herodes sind die weiteren Stationen im Leben Jesu bis zu seinem Tod.

Unter der Überschrift ";Ostern - und was danach geschah" findet sich das letzte und längste Kapitel. Dieses Kapitel ist nicht wie die vorhergehenden aufgebaut. Innerhalb des Textes finden sich immer wieder kleinere Illustrationen, die die beschreibenen Begebenheiten begleiten. Es wird hier auch beschrieben wie Paulus Tarsus, vormals Verfolger der Christen, Jesus erschienen ist und wie er unermüdlich durch das riesige römische Reich zieht, um christliche Gemeinden zu gründen.

Dietrich Steinwede ist Autor zahlreicher Bücher zu Themen der Geschichte und Religion. Mit ";Jesus in seiner Zeit" möchte er auch über die Überlieferungen der Evangelien hinaus, die Umstände des Lebens Jesu nachzeichnen. Doch im Grossteil beziehen sich Struktur und Sprache auf die überlieferten Inhalte der Bibel und bieten im Resultat eher eine wenig neue Herangehensweise an das Thema. Auch wenn sich an mancher Stelle interessante Einschübe von den neuesten Erkenntnissen über das damalige Leben im allgemeinen und wenige über das von Jesus finden, wirkt das Buch im Grossen und Ganzen eher wie eine Kinderbibel mit eben einer etwas anderen Struktur. Doch erwartet hatte ich ein relativ neutrales Buch, mit dem man den Kindern den Jesus von damals als einen greifbaren Menschen vorstellt. Diese Absicht scheint auch in den ersten Kapiteln verfolgt worden zu sein, obwohl sich die Einleitung zum Kapitel und der Text über das Leben Jesu häufig sehr ähneln.

Der im Großteil eher beschreibende Text, orientiert sich nur wenig an den Bedürfnissen von Kindern.Dabei ist die Sprache nicht einmal nüchtern, sondern wirkt eher in seiner Wortwahl veraltet und wenig zeitgemäss. Formulierungen wie ";Im Tempel ist Jesus voll Zorn gefahren" oder die ";Widerfahrnis des Sehens" etc. sagen Kindern nur wenig. Der Funke will trotz der begeisterten, ja teilweise pathetischen Sprache - die man besonders in dem Kapitel von Jesus´ Auferstehung vorfindet - nicht recht überspringen. Die Menge an Informationen ist gerade zum Ende hin nur schwer zuzuordnen. Die Sachverhalte werden schnell aneinandergereiht und haben kaum Verbindung zu irgendeiner Handlung, die es Kindern vielleicht erleichtern würde, Personen, Orte und Begebenheiten entsprechend zuzuordnen. Hier wäre auch insgesamt eine Landkarte von der damaligen Lage der Städte, Grenzen und Länder hilflreich gewesen, um die angesprochenen Gegebenheiten zu lokalisieren.

Die erdigen Aquarellzeichnungen von Günther Jakobs, die zahlreich und großflächig in dem Buch zu finden sind, geben dem Buch ein ansprechendes Äusseres, das dazu einlädt, sich neugierig auf das Leben der damaligen Zeit einzulassen. Konzeptionell gelungen ist das Herausgreifen einzelner wichtiger Merkmale aus den doppelseitigen Ilustrationen. Mit viel Liebe zum Detail wird die Umwelt vor 2000 Jahren in Szene gesetzt und so authentisch wie möglich wiedergegeben. Schön auch, dass sich in dem großen Übersichtsbild immer eine sehr kleine Szene aus dem Leben Jesu befindet, dessen vergrößerter Ausschnitt die entsprechende Geschichte über Jesus begleiten. Hier werden Kinder gerne einmal genauer hinschauen um aus dem ";Großen und Ganzen" die Stationen in Jesus´ Leben zu entdecken.

Fazit:

Der Autor Dietrich Steinwede geht mit ";Jesus in seiner Zeit" sehr ambitioniert an eine neue Facette der biblischen Überlieferungen heran, indem er Kindern das tatsächliche Leben in der damaligen Zeit näherbringen möchte. Es scheint aber, als fehle dem Ganzen der erzählende Überbau, den gerade Kinder zur Orientierung und Motivation benötigen. Die zum Großteil beschreibenden Texte enthalten viele Informationen, die aber überwiegend an keinerlei Handlung geknüpft sind. Die Idee, sich der Person Jesu auf dies Weise zu nähern, ist sicherlich gut, wurde aber leider nicht konsequent umgesetzt.

Stefanie Eckmann-Schmechta


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