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Idee

Eine Mischung aus Sachbuch und Erzählung, die durch die unklaren Charaktere und den vielen Handlungssprüngen leider keinen gelungenen Bogen zu jungen Lesern herzustellen vermag.

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Schwarz- weisse Tuschezeichnungen, die uns an die Sichtweise des Mädchens heranführen aber zum Handlungsgeschehen wenig beitragen und eher den Text auflockern.

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Die Texte an sich sind leicht verständlich, die vielen Gedanken- und Themensprünge jedoch, erschweren es jungen Lesern, dem Geschehen zu folgen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Sep 2007

[ab 9 Jahren]

Gemeinsam mit einem zehnjährigen Mädchen und dessen schrulligen Nachbarn begeben wir uns auf eine vermeintlich geschichtliche wie auch naturwissenschaftliche Expedition, indem wir den Spuren des Naturforschers Charles Darwin folgen.

Ein Mädchen, das nach der Trennung der Eltern und dem Weggang der Mutter etwas die Orientierung verloren hat und sich oftmals in Tagträume flüchtet, fühlt sich bei dem Nachbarehepaar, Eva und Erasmus, gut aufgehoben. Zwar sind die beiden etwas "speziell" - doch Eva, die durch ihre Art ein wenig an eine Hexe erinnert, und Erasmus, der seines Zeichens ein etwas verrückter aber durchaus sympathischer Naturkundler ist, nehmen das Kind gerne auf. Erasmus möchte dem zehnjährigen Nachbarsmädchen, dessen Namen wir nicht erfahren, die Geheimnisse der Evolution und die Biografie von Charles Darwin nahe bringen. Die Beiden begeben sich auf den Weg nach England, um dort dem Forscher möglichst authentisch ";über die Schulter" sehen zu können.

Im Laufe des Buches darf also nicht nur das Mädchen von dem Wissen ihres Nachbarn profitieren, sondern auch junge Leser. Die Reise der beiden führt uns nach Dover und von dort aus bringt Erasmus uns zu den Stationen, die in Darwins Leben von Bedeutung waren. So besuchen sie Darwins Schule, sein Elternhaus, sein Wohnhaus und viele weitere Orte. Auf diese Weise bekommt das Mädchen, genau wie alle jungen Leser, das Leben und auch Teile des Werkes des bekannten Forschers ";häppchenweise serviert".

Paul de Moor erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, die hauptsächlich auf dem gemeinsamen Interesse für die Naturwissenschaft beruht. Stück für Stück erfahren junge Leser und interessierte Forscher etwas über den bekannten Evolutionsforscher.

Die Hauptperson, das zehnjährige Mädchen, wird uns vom Autor nicht weiter vorgestellt. Sie bleibt stets etwas anonym und wird dem Leser fast ausschließlich durch vereinzelte Schilderungen von Tagträumen und gelegentlichen emotionalen Schilderungen etwas vertrauter. So gibt es einige Textpassagen, in denen der Leser erfährt, dass das Mädchen seine Mutter sehr vermisst oder in denen der Autor zu verstehen gibt, dass sich das Mädchen einem imaginären Freund anvertraut. Doch dieser gute Ansatz des Autors wird nicht weiter ausgeführt, was schade ist, da viele Kinder einen solchen unsichtbaren Freund kennen und die Situation des Mädchens nachvollziehen können.

Bei dem ständigen Springen zwischen den Gedanken des Mädchens, den Schilderungen der Reise auf Darwins Spuren und den biografischen Daten des Wissenschaftlers, bleibt der Bezug des Lesers zu dem Buch leider allzu oft auf der Strecke.

Die Texte von Paul de Moor sind von Wortwahl und Satzbau her leicht verständlich, aber leider ist das Geschehen oftmals nicht nachvollziehbar. So sind wir im einen Moment noch mit Erasmus in dem Haus des Forschers Charles Darwin, im Nächsten erfahren wir einen Tagtraum des Mädchens, um dann wieder zu einem anderen Schauplatz zurück zu kehren. Oftmals kommt es so zu kurzweiligen Irritationen, die einen ungestörten Lesefluss beinahe unmöglich machen. Am Anfang jeden Kapitels wird in kurzen Unterüberschriften kurz benannt, worum es in dem folgenden Kapitel geht. Das erleichtert zwar das Verständnis zwischen den Themenwechseln, macht diese aber dennoch nicht nachvollziehbarer.

So steht letzten Endes die Frage im Mittelpunkt, was man sich von einem Kinderbuch über Charles Darwin erwartet: Möchte man einen Einblick in die Evolution, eine Biografie des Forschers, oder möchte man nähere Informationen über die Arbeit des Briten bekommen? Der biologische Sachgehalt der Erzählung hält sich in Grenzen. Viel mehr bekommt man als (erwachsener) Leser den Eindruck, als wolle der Autor Kinder für das Themengebiet der Evolution zumindest vorbereiten oder sensibilisieren.

Auf die Antwort auf die Titelfrage des Buches, ";Warum die Schildkröte einen Panzer hat", warten junge Leser aber das ganze Buch hindurch vergebens und bekommen bis zum Ende keine befriedigende Antwort. Der Untertitel ";Mit Darwin auf Entdeckungsreise" trifft es da schon eher, da die Erzählungen von Erasmus viele Stationen des Naturwissenschaftlers aufgreifen.

Erzählerisch nähert sich dieses Kinderbuch dem Leben des Tier- und Naturforschers an, ohne jedoch auf die Details, der sehr interessanten Forschungen des Gelehrten einzugehen. Kurz wird die Reise Darwins auf die Galapagos- Inseln angeschnitten, ebenso kurz wird erwähnt, wie Darwin entdeckte, dass die Vögel untereinander genauso verwandt sind, wie Mensch und Affe.

Die schwarz- weissen Tuschezeichnungen, die die Geschichte begleiten, nehmen meist eine Seite ein.Die Illustrationen zeigen überwiegend kurze Momentaufnahmen, wie das zehnjährige Mädchen die geschilderten Begebenheiten aus ihrer subjektiven Wahrnehmung heraus erleben könnte. So sehen wir den Vater des Kindes, der ständigem Termindruck ausgesetzt ist, inmitten von Zahnrädern und Uhren oder wir bekommen ein Bild von der Schifffahrt nach Dover. Für dieses Kinderbuch sind die Illustrationen jedoch zweitrangig und lockern eher die Texte auf, als dass sie zum unterstützenden Verständnis beitragen.

Fazit:

Das Kinderbuch ";Warum die Schildkröte einen Panzer hat" kommt wie ein vielversprechendes Sachbuch daher, lässt im Laufe der Geschichte jedoch einiges an Wissensvermittlung vermissen und wirkt eher unstrukturiert und verwirrend. Es ist zwar ein guter Gedanke, Kinder langsam an die Evolutionstheorie des Naturforschers Charles Darwin heranzuführen, leider geschieht dies jedoch ohne auf die vielen interessanten Details der Evolutionslehre einzugehen. Minimalistisch werden die wichtigsten Stationen der Forschungsreisen Darwins angerissen oder biografische Daten des Briten abgebildet. Zu oft verliert sich Paul de Moor in Themen, die uns zwar die Hauptpersonen ein wenig näher bringen, aber den Erzählfluss stören.

Simone Brinkschulte


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