Florian passt auf sich auf

Erschienen: September 2007

Couch-Wertung:

79%
Idee
Bilder
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Idee

Realistische Situationen und eine authentische Hauptfigur zeigen durch die Bewältigung verschiedener möglicher Alltagssituationen, dass jedes Kind „Nein“ sagen darf und es manchmal auch muss.

Bilder

Die Illustrationen sind stimmig mit der Erzählung. Die Mimik der Darsteller wird mit feinem Strich klar herausgearbeitet.

Text

Die Texte sind flüssig, gut vorzulesen und werden durch die vielen Dialoge aufgelockert. Kurze, prägnante Sätze und die Darstellung der Emotionen, die die Hauptfiguren bewegen, sorgen für schnelles Verständnis.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Sep 2007

";Florian passt auf sich auf", erschienen bei Edition Bücherbär, beinhaltet Geschichten von Achim Bröger zum Thema Neinsagen und Selbstbestimmung. Sechs verschiedene ";Krisensituationen", in welche der Protagonist Florian gerät, zeigen, wie wichtig es ist "Nein" zu sagen, und was für ein gutes Gefühl es sein kann, sich durchzusetzen.

Mit einem an die Eltern gerichtetes Vorwort der Diplom-Pädagogin startet dieses Buch. Sie gibt Anregungen zum Thema Nein-sagen, zu guten und weniger guten Geheimnissen und zum kindlichen Selbstbewusstsein.

Das Kindergartenkind Florian begleitet uns durch die sechs neuen Geschichten aus der Feder von Achim Bröger. In der ersten Geschichte kann er, trotz der sehr grossen Verlockung zu einem Eis eingeladen zu werden, gerade noch widerstehen und geht nicht mit dem fremden aber netten Ehepaar mit. Seine Freundin Laura warnt ihn und erst im letzten Moment läuft er schnell nach Hause, wo er ein Lob seiner Mutter und zur Belohnung ein Eis bekommt.

In der zweiten Geschichte sind Florian und seine Schwester Johanna stolz darauf, dass sie sich mit ihrem ";Nein" zum geplanten Umzug bei ihren Eltern durchsetzten konnten. Ein wirklich gutes Gefühl, ein als vollwertiges Mitglied der Familie anerkannt zu sein!!

Kleine Geheimnisse können sich auch gut anfühlen, z.B. eines, bei dem Florian sich dazu entschliesst, ein anderes Kindergartenkind nicht zu verpetzen. Er weiss, dass es den Teller unbeabsichtigt zerbrochen hat, und desahlb sagt Florian der Erzieherin nichts.

Der kleine selbstbewusste Florian sagt auch ";Nein" zu einem grösseren Kind, das ihn zum Klauen anstiften will. Und er sagt ";Nein" zu einer Mutprobe, obwohl er dann nicht zu der Bande gehört. Aber er traut sich auch, der zudringlich-freundlichen Nachbarin eine deutliche Abfuhr zu erteilen; er findet ihre ständigen Küsse einfach zu eklig.

Florian und seine Freundin Laura zeigen uns, dass ein ";Nein" heisst, sich auch gegen Erwachsene und ältere Kinder und dessen unerwünschte Forderungen durchzusetzen. Es gehört viel Selbstbewusstsein und ein starker Willen dazu, seine eigenen Interessen gegenüber vermeintlich Stärkere zu vertreten. Kinder müssen dieses aber erst lernen und dabei sind sie auf die Hilfe der Erwachsenen angewiesen. Diese jedoch müssen ein ";Nein" auch akzeptieren, damit die Kinder lernen, dass ein ";Nein" ein richtig gutes Gefühl von Stärke und Souveränität erzeugen kann. So können Kinder auch leichter in gefährlichen Situationen ";Nein" sagen, z.B., gegenüber Fremden. Aber auch ";Nein" zu sagen, wenn sie eine zu grosse Gefahr, z.B. bei einer Mutprobe, wittern, auch wenn sie dann möglicherweise aussgeschlossen oder sogar ausgelacht werden. Wie schnell sind da, nicht nur Kinder, einem Gruppenzwang ausgesetzt.

Diese sechs Geschichten schildern mögliche Alltagssituationen eines Kindes, so dass die kleinen Zuhörer sich schnell in das Geschehen hineindenken können und auf diese Weise die verschiedenen Anregungen zum ";Neinsagen" verstanden werden. Dabei wurde stets darauf geachtet, den Kindern keine neuen Ängste aufzuladen, damit sie aus diesem Gefühl heraus in der entsprechenden Situation reagieren: Das erzeugt Unsicherheit.

Ein gutes Beispiel für diese positive und angstfreie Vermittlung ist das des Ehepaares, das die Kinder zu einem Eis einladen will. Es bleibt ganz offen, welche Motive die beiden haben; sie bleiben freundlich und auch die Mutter von Florian entwirft auch keinerlei Angstszenario, um ihren Sohn abzuschrecken.

Sicherlich lassen sich alle Geschichten zusammenhängend vorlesen, aber jede Geschichte für sich gibt genug Anlass, um mit dem Kind darüber zu reden.

Achim Bröger hat mit diesen Geschichten, unter pädagogischer Begleitung der Diplom-Pädagogin Sandra Grimm, ein Buch geschaffen, das Kinder in ihrer Wahrnehmung abholt. Die spannenden, da alltagsnahen Geschichten, sind für sie leicht zu verstehen und der Handlungsverlauf ist gut nachvollziehbar. Die Erzählweise ist flüssig und die vielen Dialoge lockern das Vorlesen auf.
Die Illustrationen von Julia Ginsbach begleiten den Text sinngemäss. Die Pastellfarben sind zurückhaltend und zeigen eine fröhliche und warme Grundstimmung. Mit klaren Strichen vermittelt sie die Mimik der Hauptdarsteller und zeigt damit deutlich deren Gemütszustände.

Fazit:

Dieses Buch kann gut als Gesprächsgrundlage dienen. Es unternimmt den richtigen Schritt, Kindern auf positive Weise eine Hilfestellung zum ";Neinsagen" zu geben. Es zeigt aber auch den Eltern, dass so manches ";Nein" des Kindes Sinn macht und wie wichtig es für die Weiterentwicklung des Kindes ist.

Sylke Wilmer-Gruchmann


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