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Idee
Bilder
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Idee

Das Buch steckt voller wunderbarer kleiner Weisheiten in Anlehnung an das buddhistische Zen. Ein wunderschönes und zugleich anregendes Buch für alle Kinder, die gerne hintergründige Fragen stellen und den Sinn in den Dingen suchen.

Bilder

Die küntlerischen Aquarelle schaffen eine warme und äußerst positive Atmosphäre.

Text

Sorgfältig, mit Bedacht erzählt liegt der Reiz der kleinen Episoden insbesondere darin, dass sie ihre kleinen Botschaften nicht aufdrängen wollen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Sep 2007

[ab 5 Jahren]

In der allerersten Ausgabe der Kinderbuch-Couch im Dezember 2004 heimste Jon J. Muths Kinderbuch ";Die drei Fragen" gleich den Titel ";Kinderbuch des Monats" ein und wurde von uns mit dem Kinderbuch-Couch-Star* ausgezeichnet. Überzeugt hat es durch seine leise philosophische Botschaft und die wunderbar dichte Inszenierung nach einem Roman Tolstois. Auch Jon J. Muths neues Buch steckt so voller wunderbarer kleiner Weisheiten - diesmal in Anlehnung an das buddhistische Zen - und hat mit dem Pandabären ";Stille Wasser" einen gelassenen und würdevollen Charakter geschaffen, dem zuzuhören, es eine Freude ist.

Eines Tages erscheint er einfach im Garten der Geschwister Edda, Max und Karl - der Pandabär ";Stille Wasser". Der Wind hatte seinen Schirm in ihren Garten getragen und er wollte ihn zurück holen, bevor er jemanden stört. So lernen sie sich alle kennen. Am nächsten Tag geht Edda Stilles Wasser besuchen. Der sitzt aber nicht etwa in seinem Haus, sondern in einem kleinen Zelt, welches er von seinem Onkel Ry erhalten hat. Vor lauter Freude über das Geschenk beschliesst er, sich nun erstmal eine Weile darin aufzuhalten. Als Geschenk zu Onkel Rys Geburtstag erzählt Stilles Wasser die Geschichte ";Onkel Ry und der Mond". Eines Nachts erhält der Onkel Besuch von einem Dieb. Doch statt diesen zu verjagen, empfängt Onkel Ry ihn voller Freundlichkeit und heißt ihn willkommen. Da Onkel Ry seine Besucher nie ohne ein Geschenk gehen lässt, war er umso trauriger, dass er dem Dieb nicht viel mitgeben konnte, denn Onkel Ry besaß nicht viel. Doch schließlich hat er eine Idee und schenkt ihm seinen zerlumpten Morgenrock. Der Dieb macht sich schnell aus dem Staub, während Onkel Ry auf einem Hügel den Mond betrachtet und sich wünscht er hätte den Himmelsstern als Geschenk überreichen können statt seines Morgenrocks.

Edda könnte sich nicht vorstellen, ihren einzigen Morgenrock abzugeben, woraufhin Stilles Wasser antwortet: ";Ich weiß, was du meinst. Es gibt aber immer noch den Mond."

Auch Max verbringt einen Tag mit Stilles Wasser. Er erfährt von ihm die Geschichte ";Der Bauer im Glück!". Sie erzählt von einem Bauer, dem immer vermeintliches Pech widerfährt, das sich aber im Nachhinein als Glück entpuppt. Stets erwidert er auf die Bemerkungen ";So ein Pech!" mit einem kurzen ";Vielleicht!" und ändert das auch am Ende nicht, als ihm wieder Glück widerfährt und alle diesmal sagen: ";So ein Glück!".

";Eine schwere Last" ist die Geschichte, die Karl zu hören bekommt, als er sich gerade wieder über seinen großen Bruder ärgert. In ihr sehen zwei Mönche, wie eine junge Frau ihren Dienern ungerecht begegnet, da sie - obwohl sie über alle Maßen mit Paketen der Frau beladen sind - sie nicht noch durch den Regen tragen. Der ältere der beiden Mönche hebt die Frau auf seinen Rücken und trägt sie. Die Junge Frau aber bleibt schnippisch und hat kein Wort des Dankes für den alten Mönch übrig. Der jüngere Mönch muss noch stundenlang über die Situation nachdenken und ist sehr verärgert über den Undank der Frau und wundert sich, dass der Mönch dieser egoistischen Frau überhaupt geholfen hat. Der ältere Mönch antwortet nur: ";Es ist Stunden her, dass ich die Frau abgesetzt habe. Warum trägst du sie immer noch mit dir herum?"

Der Reiz in den kleinen Episoden liegt insbesondere darin, dass sie ihre kleinen Botschaften über das Glück oder das Teilen nicht aufdrängen wollen. Sie schaffen viel Freiraum und liefern damit in erster Linie einen Denkanstoß, um selbst einen Blick hinter die vermeintlich kleinen Weisheiten schauen zu können - eben ganz im Sinne des Zen-Gedankens. Jon. J. Muth verbirgt die buddhistische Herkunft seiner Idee nicht und informiert in seinem Nachwort auch über die Hintergründe zu seinem Buch. Der Originaltitel des Buches lautet übrigens ";Zen Shorts". Entsprechend finden sich viele Details und Zitate aus dem asiatischen Raum in den Illustrationen. Allen voran ist da der Pandabär mit seiner Kleidung, einem weißen Kimono mit breitem hellblauem Gürtel.

Jon J. Muths Bilder haben wieder eine unglaubliche Präsenz. Sie wirken klar und rein, schaffen eine warme und äußerst positive Atmosphäre. Beinahe scheint es, als würde sie eine eigene Lichtquelle zum Erstrahlen bringen. Die Ruhe und Gelassenheit, die schon von den künstlerischen Aquarell-Malereien ausgeht, überträgt Jon J. Muth auch auf seine Erzählung und nicht zuletzt auf seine Zuhörer. Bild und Text harmonieren wunderbar und es gibt zahlreiche kleine Zwischentöne. Der große Panda als tragender Charakter wirkt erhaben, ebenso zurückhaltend und vor allem freundlich. Trotz seiner Größe, geht nichts Machtvolles von ihm aus - ganz im Gegenteil. Jon J. Muth macht das ganz geschickt und lässt ";Stilles Wasser" in vielen spielerischen Aktionen agieren, um ihn für Kinder greifbarer zu machen. So sitzt er malend mit Edda am Boden, klettert mit Max in einem großen Baum herum und lässt den kleinen Karl im großen Planschbecken auf seinem Bauch herumturnen. Zudem entspringen alle Geschichten aus der jeweiligen persönlichen Situation der Kinder.

Der deutliche Wechsel im Illustrationsstil, um die von ";Stilles Wasser" erzählten Geschichten von der Buchgeschichte zu unterscheiden, ist markant und funktioniert entsprechend gut. Nur mit schwarz und weiß, sowie einer zurückhaltenden, weniger kräftigen Hintergrundfarbe gestaltet er die szenische Begleitung mit eher skizzenartig anmutenden Bildern. Dennoch behalten auch diese genügend Ausdruck.

Fazit:

";Drei kleine Weisheiten" - so der Untertitel - werden hier großartig erzählt. Jon J. Muths ";Ein Pandabär im Garten" ist ein wunderschönes und zugleich anregendes Buch für alle Kinder, die gerne hintergründige Fragen stellen und den Sinn in den Dingen suchen. Sorgfältig, mit Bedacht erzählt und zudem stimmungsvoll inszeniert, regen die Geschichten um Stilles Wasser zum Nachdenken an und inspirieren zu einer anderen, freundlicheren und gelasseneren Sicht auf Dinge. Gönnen Sie sich und ihren Kindern Ruhe und Zeit, Jon J. Muth wird sie mit Stilles Wasser gerne begleiten und den Tag ganz sicher bereichern.

Stefanie Eckmann-Schmechta


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