Couch-Wertung:

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Bilder
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Idee

Das Weihnachtsgeschenk Huxleys an seine Nichte ist eine gelungene Fabel des weltbekannten Schriftstellers. Eine Geschichte mit ungewöhnlichem Verlauf über menschliches Fehlverhalten, kindgerecht in die Tierwelt übertragen. Lustig und eindringlich zugleich

Bilder

Stimmungsvolle Naturtöne, interessante Perspektiven, ausgefeilte Mimik und der ganz eigene Stil der Potter-Illustratorin, machen das Buch erst komplett.

Text

Ein wenig mehr Text als bei anderen Bilderbüchern für diese Altersgruppe üblich, aber jede Zeile lesenswert. Direkte Formulierungen und viele lustige Anspielungen auf zwischenmenschliche Beziehungen in kindgerecht kurze Sätze gepackt.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Okt 2007

[ab 5 Jahren]

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star*. Kinderbuch des Monats [10.2007]. Wer Aldous Huxleys eher sozialkritische Bücher (u.a. ";Schöne neue Welt") und seine direkte Sprache kennt, wird vielleicht zunächst etwas zweifeln, ob sein einziges Kinderbuch auch tatsächlich für Kinder geeignet sein könnte. Doch diese Zweifel verfliegen bereits auf den ersten Seiten.

Abraham Krähe arbeitet als stellvertretender Geschäftsführer in einer Apotheke in der Stadt, Amalia Krähe ist Hausfrau. Die beiden haben es sich in einer Ulme bei dem kleinen Städtchen Pearblossom häuslich eingerichtet. In einer Höhle unter den Wurzeln lebt eine faule, schlecht erzogene Klapperschlange, die jeden Nachmittag um punkt halb vier unbemerkt ein Krähenei verspeist. Als Frau Krähe eines Tages früher von ihren Einkäufen zurückkehrt, erwischt sie den Übeltäter in flagranti. Gemeinsam beschließt das Krähenpaar den alten, schlauen Freund Uhu zu Rate zu ziehen, der auch prompt eine Idee hat. Aus Schlamm geformte und auf dem Schonstein gebrannte Eier sollen der Schlange den Geschmack verderben. Nachdem die Klapperschlange am Folgetag die falschen Eier herunter geschlungen hat, liegen ihr diese wie Steine im Magen. Sie bekommt so starke Bauchschmerzen, dass sie sich wild windet und um die Äste schlingt. Dabei verknotet die Klapperschlange sich an beiden Enden so stark, dass sie sich irgendwann nicht mehr rühren kann. So findet auch Amalia Krähe die Schlange vor und mutig hält Sie ihr einen langen Vortrag über ihr Fehlverhalten. Seither hat Frau Krähe 7x vierzehn Krähenkinder ausgebrütet und hängt an der Schlange deren Lätzchen zum Trocknen auf.

Man sollte meinen, dass bei einem Buch eines solch bekannten Schriftstellers, der Text das herausragende Element wäre. Und tatsächlich enthalten die einfach geschriebenen Sätze viel Alltagswitz und den ein oder anderen Hinweis auf die damals in Beziehungen vorherrschenden stereotypen Muster: ";Amalia, Du redest zu viel" oder ";wie kannst du nur so roh und grausam sein, ich arbeite mir die Finger wund...". Dies in Kombination mit vermenschelten Krähen ist herrlich und stellenweise richtig lustig. Der Titel verrät zunächst nichts über den Inhalt der Geschichte, der Untertitel aber macht neugierig. Muss man also ein Huxley-Fan sein bzw. den Autor überhaupt kennen, um Gefallen an diesem Buch zu finden?

Alleine der leicht satirisch angehauchte Text würde dieses Buch zwar interessant, aber nicht so herausragend machen. Es sind die Illustrationen von Sabine Wilharm, bekannt durch die Harry Potter-Illustrationen, die bereits von der ersten Seite an die Aufmerksamkeit jeden Lesers auf sich ziehen. Herrlich, die unzähligen kleinen Details, die Kindern insbesondere beim zweiten oder dritten Lesen auffallen. Schaut man z.B. in die Tasche von Frau Krähe nach Ihrer Rückkehr aus der Stadt, so erkennt man, dass sie vorsorglich einen Schnuller für ihr ";Ei" gekauft hat und das, obwohl Sie seit 271 Tagen beklaut wird. Amüsant ist auch die kleine Vogelfamilie, deren Alltag als eigene kleine Nebenhandlung von der ersten bis zur letzten Seite verfolgt werden kann und die letztendlich, aufgrund des enormen Unruhepegels, genervt aus der Ulme auszieht. Die Mimik der Charaktere ist so ausgefeilt (insbesondere die der bauchschmerzgeplagten Schlange), dass sie zu jedem Zeitpunkt die Texte Huxleys perfekt transportiert. Alleine wegen der einprägsamen, lustigen Buntstift-Illustrationen in angenehmen Naturtönen, lohnt es sich bereits dieses Buch zu besitzen.

Die unzähligen Anspielungen auf Huxleys Nichte, Olivia, die tatsächlich in Pearblossom lebte, sind gleichermassen amüsant und beruhen auf der Tatsache, dass Huxley ihr seine Geschichte widmete und ihr zu Weihnachten schenkte. Im letzten Abschnitt des Buches erfährt man, dass es nicht nur diese Stadt, sondern auch den Nachbarn gibt, in dessen Garten jene Pappel steht, die das Haus des weisen Uhus beherbergt. Dieser Nachbar war es auch, dem wir alle den Erhalt dieser wunderbaren Geschichte zu verdanken haben, denn das Original verbrannte.

Uns Erwachsenen kommt die Handlung sicher stellenweise etwas makaber vor. Insbesondere, wenn die Klapperschlange endlich zur Rede gestellt wird und, an beiden Enden festgeknotet, die Augen (endgültig?) schließt. Kinder empfinden das als gerecht und amüsieren sich vielmehr über die Tatsache, dass die so schlecht erzogene Schlange fortan als Wäscheleine benutzt wird. Auch die Tatsache, dass die Ulme in freudiger Erwartung kindgerecht dekoriert ist und trotzdem täglich die Brut des Paares vernascht wird, ist nicht wirklich tragisch, sondern stellt einfach nur einen guten Grund dar, sich eine List auszudenken um diese dann gekonnt umzusetzen.

Wer sich vom Titel nicht abschrecken lässt, wird auf jeden Fall ein Liebhaber dieses Buches werden, egal ob er Huxleys Erwachsenen-Werke schätzt oder nicht. Beinahe schade, dass es nur diese eine Kindergeschichte gibt.

Fazit:

Das einzige Kinderbuch Aldous Huxleys hat es unbedingt verdient, einen Platz im Bücherregal Ihrer Kinder zu bekommen. Wunderschön illustriert und mit Huxleys Direktheit fabelhaft erzählt, zeigt es uns, dass Widerstand -mit ein wenig Mut und List - Erfolg versprechend sein kann.

Gabriele Jansen


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