Dodo
- Gerstenberg
- Erschienen: Juni 2025
- 1
Hardcover, 208 Seiten
ISBN: 9783836963145


Eine interessante Idee mit schwächelnder Umsetzung
Eigentlich klingt es gar nicht so schwer: einfach vor der Klasse stehen, sich kurz vorstellen und wieder hinsetzen. Doch als Dorian seinen Namen sagen will, kommt nur „Do…do…“ heraus. Und schon kassiert Dorian nicht nur einige Lacher, sondern auch einen Spitznamen: Dodo.
„Heute Morgen gegen zehn habe ich beschlossen, nie wieder zu sprechen.“
Jeder kennt es aus der eigenen Schulzeit: Man steht vor der versammelten Klasse und stammelt plötzlich, hat Wortaussetzer oder Versprecher – wie unangenehm! Noch unangenehmer wird es natürlich, wenn die Klasse dann lacht – so wie in Dorians Fall. Doch das Schlimmste ist, dass auch sein bester Freund Ramses lacht. Dorian ist fassungslos und beschließt, von nun an nicht mehr zu sprechen.
Beim Ausflug ins Naturkundemuseum entdeckt Dorian einen ausgestopften Dodo und ist fasziniert von dem ausgestorbenen Vogel. Er beginnt sich in eine Geschichte zu schreiben, in der er ein Dodo-Ei aus dem Museum stiehlt und heimlich ausbrütet. Dorian und Dodo sind von nun an unzertrennlich. Dodo hilft ihm außerdem, sich mit seiner Wut über den Verrat des Freundes auseinanderzusetzen. Dass die Zeit mit Dodo endlich ist, ist Dorian da natürlich noch nicht klar. Aber dass er irgendwann auf Ramses zugehen muss, ist ihm nur zu bewusst. Ob die Freunde wieder zueinander finden werden?
Schwer zu lesender Schreibstil
Die niederländische Autorin Mohana van den Kroonenberg bringt mit „Dodo“ ihr erstes Kinderbuch heraus. Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich durch das schöne Cover; insbesondere der putzige Dodo hat es mir angetan. Dieser findet sich in unterschiedlichen Posen zu Beginn jedes Kapitels und wurde von Thomas M. Müller illustriert. Die Mischung aus Freundschaftsgeschichte und dem Dodo als seelischen Unterstützer hat mich neugierig gemacht, wie die Autorin dies umsetzt.
Zu Beginn findet sich ein Inhaltsverzeichnis mit den 34 Kapiteln, die jeweils nur wenige Seiten haben. Dadurch kann man, wenn man möchte, immer wieder einzelne Kapitel lesen, ohne mittendrin abbrechen zu müssen. Das macht es Kindern oftmals leichter, ein Buch durchzulesen. Das Empfehlungsalter von 11 Jahren passt zum Buch, da der Schreibstil nicht ganz einfach ist. Die Phantasiesequenzen mit dem Dodo sind zwar kursiv geschrieben, sorgen aber doch hier und da für Verwirrungen.
Insgesamt bin ich mit der Geschichte nicht richtig warm geworden. Dorians Verhalten war vielleicht dem Alter entsprechend gut getroffen, aber manchmal dann doch zu kindisch. Vor allem aber habe ich mich mit dem Schreibstil sehr schwergetan. Manche Sätze musste ich mehrmals lesen, um sie in ein Gesamtbild zu bringen. Schlussendlich wurde für mich auch nicht richtig die Rolle des Dodos klar. Ja, er war eine Unterstützung für Dorian, um mit seinen Gefühlen klarzukommen, aber so richtig ausgenutzt hat die Autorin diese Möglichkeit nicht. Daher bleibt es für mich bei einer interessanten Idee, die aber in der Umsetzung geschwächelt hat.
Fazit
So sehr ich mich auf die Geschichte um Dorian und seinen Dodo gefreut habe, so sehr wurde ich leider enttäuscht. Die Umsetzung konnte meinen Erwartungen nicht gerecht werden.


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