Der magische Kater Schnurrifluff
- Coppenrath
- Erschienen: Juli 2025
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Hardcover, 144 Seiten
Band 1 von ? aus der Schnurrifluff-Reihe
ISBN: 9783649647430


Es wird deutlich, dass man mit Herzlichkeit und Freundschaft vieles schaffen kann!
„Geh doch dahin, wo der Pfeffer wächst!“ – Wer diese Redewendung nutzt, meint es meist nicht gut mit einer anderen Person. Zum Glück hat dieser Spruch normalerweise keine Konsequenzen und das Gegenüber befindet sich nicht plötzlich mutterseelenallein in „Woderpfefferwächst“, schließlich gibt es diesen Ort auch überhaupt nicht. Wirklich nicht? Ganz sicher sollte man sich da nicht sein, wie Kater Schnurrifluff am eigenen Leib feststellen muss. Befand er sich gerade noch im Wunderwald bei seiner Hexe Zwiederwurz, ist er plötzlich in „Woderpfefferwächst“, von wo aus kein Weg zurückzuführen scheint…
Magischer Kater auf der Suche nach dem Heimweg
Schnurrifluff ist schon ein besonderer Kater, wie sich auf den ersten Blick erkennen lässt. Nicht nur seine flauschigen Öhrchen, auch sein Schwanz sind regenbogenbunt, an den Enden seiner Schnurrhaare befinden sich kleine Sternchen und sein eigentlich graues Fell wirkt so fluffig, als hätte er gerade in eine Steckdose gepackt. Als er eines Tages wild durch die Luft gewirbelt wird und hart auf den Boden aufprallt, weiß er im ersten Moment überhaupt nicht, wo er sich befindet, bis er über sich ein Bushaltestellenschild mit der Aufschrift „Woderpfefferwächst“ entdeckt. Dabei will er doch eigentlich im Wunderwald bei seiner Hexe Zwiederwurz sein, die ihn sicher schon sehr vermisst und äußerst ungehalten über seine Abwesenheit sein wird. Er ist schließlich ihr Assistent und muss sie bei ihren Hexereien ständig unterstützen, will er nicht bei ihr in Ungnade fallen.
Zum Glück hat er sein Köfferchen mit allerlei nützlichen Dingen dabei, aus dem er sogleich seinen magischen Kochlöffel holt, mit dem auch er zaubern kann. Sein Versuch, sich zurück nach Hause zu wünschen, scheitert dann jedoch kläglich und anstatt in seinem Körbchen zu landen, fällt ein kleiner grüner Vogel mit Brille vor seine Füße, der sich als Papperlapapp und ziemlich redselig herausstellt. Nachdem Papperlapapp sichergestellt hat, dass er nicht von Schnurrifluff gefressen wird, gesellt sich nach kurzer Zeit noch ein weiteres Wesen zu den beiden, das sich als Pfefferkuchenschnecke Snelli vorstellt und die beiden in ihr magisches Schneckenhäuschen einlädt. Zwar wirkt es von außen winzig, entpuppt sich dann jedoch als ziemlich geräumig, sodass alle drei entspannt hineinpassen. Da beide schon lange in „Woderpfefferwächst“ leben, kennen sie sich dort auch gut aus und überlegen gemeinsam mit dem Katerchen, wie er wieder zurück zu seiner Hexe in den Wunderwald gelangen kann. So unterschiedlich die drei auch sind, schnell werden sie zu einem guten Team und dicken Freunden und es gelingt ihnen das scheinbar Unmögliche: Sie finden einen Weg hinaus aus „Woderpfefferwächst“ und gelangen tatsächlich zurück zu Hexe Zwiederwurz.
Warum Schnurrifluff jedoch unbedingt zu Zwiederwurz zurückwollte, können Papperlapapp und Snelli schon nach kurzer Zeit nicht verstehen, denn die Hexe stellt sich als ganz anders als erwartet heraus. Ob die drei unter diesen Umständen wohl im Wunderwald ein neues Zuhause finden werden?
Fantasievolle Geschichte mit überraschender Wendung
Schnurrifluff ist schon ein besonderer Kater, den man einfach gernhaben muss. Neben seinem kuscheligen Aussehen ist es auch seine sympathische und etwas tollpatschige Art, die dafür sorgt, dass man ihn sofort ins Herz schließt. Zwar hat er magische Fähigkeiten, doch gehen die Zaubereien mit seinem Kochlöffel als Zauberstab ständig schief, was für die ein oder andere witzige Situation sorgt.
Auch seine beiden Freunde sind alles andere als langweilig. Papperlapapp hat alle Bücher gelesen, die in „Woderpfefferwächst“ vorhanden sind und weiß quasi alles (besser), was er auch beinahe ununterbrochen durch sein Geplapper kundtut. Snelli ist als Schnecke eher gemütlich unterwegs, wobei sie sehr gastfreundlich ist und immer für ihre Freunde sorgt.
Nina Müller erzählt ihre Geschichte mit viel Humor und Phantasie, was gerade bei Kindern gut ankommt. Vor allem die lustigen Zaubersprüche, die dann auch noch immer etwas ganz anderes hervorbringen als gewünscht, sorgen für viel Spaß beim Lesen, wie etwa, als Schnurrifluff versucht die Pfefferrakete herbeizuzaubern, die sie aus „Woderpfefferwächst“ zurück in den Wunderwald fliegen soll: „Simsala-schnurr, Pfeffertakete herbei, äh, Papete, nein, RAKETE! Miauix-bim-bim!“ Dass dann statt einer Rakete eine Pfeffertapete mit hübschem Pünktchenmuster aus bunten Pfefferkörnern erscheint, ist ein typisches Beispiel für seine Zauberkünste.
Dass die drei dann doch noch zur Hexe gelangen, ist erst einmal nicht überraschend, doch auch wenn es zwischen den Zeilen schon etwas durchschimmerte, Zwiederwurz ist ganz anders als erwartet und stellt sich als ziemlich böse und gemein heraus. Sie hat den Kater längst durch einen neuen Helfer ersetzt und vermisst ihn überhaupt nicht: „Na also, siehtste! Glitschiditschi ist viel besser als du! Hast immer rumgejammert, dass mein Zeugs zu böse ist, mimimimi! Hast meinen spitzesten Hut abgefackelt und meine bösesten Hexenbücher verkohlt. Und meine Villa ist auch schief wegen dir. Pah! Wie gut, dass Glitschiditschi jetzt mein Hexen-Helfer ist. Und dabei bleibt’s auch, basta-bums-aus!“
Ob dann beim Fluchtversuch aus dem Wunderwald noch die Worte der Hexe „Halt bloß die Schnute, du Würstchen! Das war dieser Felltrottel. Ich weiß das!“ nötig sind, muss jeder für sich selbst entscheiden, gerade da sich das Buch an Kinder ab 5 Jahren richtet und auch noch ein weiteres Mal das Wort „Trottel“ fällt. Es ist nur schwer zu ertragen, dass das Katerchen der Hexe lange so treu und hörig war, obwohl sie ihn so sehr erniedrigt, während er alles versucht, um es ihr recht zu machen. Zwar erkennt er später dank seiner Freunde, dass er und die Hexe einfach nicht zueinander gepasst haben, dennoch ist dieser Zwiespalt gerade für jüngere Kinder schwer zu verstehen und es sollte auf jeden Fall noch einmal in einem Gespräch mit dem Kind thematisiert werden, dass dieses Verhalten der Hexe gar nicht in Ordnung ist und sich niemand so schlecht von jemand anderem behandeln lassen sollte und es niemals die eigene Schuld ist, wenn man ständig erniedrigt wird.
Gestaltung
Sprachlich und gestalterisch passt das Buch ansonsten gut zur Zielgruppe. Die Geschichte erstreckt sich über insgesamt 19 Kapitel, die sich jeweils in etwa 10 Minuten vorlesen lassen. Humorvolle Worterfindungen und viel Phantasie sorgen bei kleinen und großen Lesern für Spaß beim Vorlesen. Auch wenn die Wendung am Ende, wie bereits erwähnt, ein paar Kritikpunkte einbrachte, sorgt sie dennoch dafür, dass das Buch bis zum Schluss spannend bleibt.
Die Illustrationen, die von der Autorin selbst stammen, veranschaulichen die Geschichte passend. Besonders Schnurrifluff wirkt sehr niedlich, doch auch die Charaktere von Snelli und Papperlapapp wurden gut aufs Papier gebracht und man merkt, dass Geschichte und Zeichnung aus einer Feder stammen. Als Vorlesebuch für etwas ältere Kinder ist der Textanteil zwar höher als in Bilderbüchern, dennoch gibt es keine Doppelseite, auf der sich nicht mindestens eine kleine Illustration befindet, teilweise füllt ein Bild auch eine komplette Seite aus, was besonders bei den kleinen „Leserinnen“ und „Lesern“ gut ankommt.
Fazit
Insgesamt eine fantasievolle Geschichte, die aufgrund ihrer sympathischen und witzigen Charaktere gut zum Alter der Zielgruppe passt. Auch wenn die böse Hexe in einigen Zügen gerade für jüngere Kinder etwas zu gemein geraten ist, gewinnt am Ende das Gute und es wird deutlich, dass man mit Herzlichkeit und Freundschaft vieles schaffen kann!


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