Wem gehört eigentlich der Weltraum
- Beltz & Gelberg
- Erschienen: August 2025
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Ein Buch, das viele Kinderfragen rund um den Weltraum vom Urknall bis heute beantwortet und spannende Fakten liefert.
Der rote Ball gehört dir, das kleine Kuschelhäschen mir und das schnelle Auto dem kleinen Bruder. Bei den meisten Dingen ist uns ziemlich klar, wem etwas gehört. Etwas schwieriger wird es draußen in der Natur. Wem Baum, Blümchen, See oder auch Meer gehören, ist auf den ersten Blick nicht immer sofort zu erkennen, dennoch lässt sich zumindest an Land fast alles einem Besitzer zuordnen, wohingegen es beim Meer schon etwas schwieriger ist. Noch komplizierter wird es im Weltraum. Auch wenn dort kein Mensch auf Dauer wohnt und die Antwort auf diese Frage daher erst einmal nicht so wichtig erscheint, hat sie bei genauerem Hinschauen doch Relevanz. Seit der erste künstliche Satellit 1957 ins Weltall gelang, kamen im Laufe der Jahre immer mehr hinzu, die irgendwann zu Sondermüll wurden oder es irgendwann werden und für die sich keiner richtig verantwortlich fühlt. Zudem gibt es im Weltall Rohstoffe, die langfristig interessant sein können und die so manches Land gerne für sich beanspruchen würde. Wem das Weltall also gehört, ist gar nicht so unwichtig, wie man spontan vermuten würde. Eine Antwort auf diese und viele weitere Fragen rund um unser Universum findet sich im Buch „Wem gehört eigentlich der Weltraum?“, in dem es genau um dieses Thema geht.
Sonne, Mond und ganz viel mehr
Wer sich mit dem All beschäftigen möchte, muss erst einmal wissen, wann wir überhaupt vom Weltraum sprechen und was alles zu diesem Bereich hinzugehört. Vor allem die Tatsache, dass der Weltraum nirgendwo aufhört und sich immer weiter ausdehnt, ist nur schwer vorstellbar. Für die meisten Menschen ist es auch ziemlich überraschend, dass wir, gemessen am Alter des Universums, ziemlich neu im Kosmos sind. Vergleicht man das Alter mit den 24 Stunden eines Tages, bildeten sich Erde und Sonne erst gegen 16 Uhr, die ersten lebenden Zellen entstanden um 20:45 Uhr, während die Dinos von 23:36 bis 23:49 Uhr lebten. Menschen gehören erst seit etwa 23:59 Uhr zu dieser Rechnung, genauer gesagt seit 23:59:58 Uhr, also seit gerade einmal 2 Sekunden!
Weiter geht es mit einigen Fakten zum All, in denen es um die Themen Schwerkraft, Sternenstaub, Sonnenenergie oder auch Sterne geht. Als nächstes geht es darum, was Astronauten im Weltraum machen und wie sie dort arbeiten, wobei vor allem Forschung und Experimente im Vordergrund stehen. Was früher noch utopisch war, ist heute längst Realität, zumindest, wenn man sehr reich ist: Urlaub im Weltall. Doch so toll aller Fortschritt ist, gleichzeitig werden auch immer mehr Nachteile sichtbar, wie beispielsweise Massen an Weltraumschrott oder ein hoher Schadstoffausstoß während des Starts von Raketen, wodurch Umwelt und All verschmutzt werden. Zwar gibt es für einige Bereiche schon verbindliche Regeln, für andere Bereiche müssen jedoch noch klare Gesetze formuliert werden. Um welche Themen es sich hierbei wohl handelt?
Das All vom Urknall bis heute
„Wem gehört eigentlich der Weltraum?“ richtet sich an Erstleser ab etwa 7 Jahren, was sowohl inhaltlich als auch gestalterisch gut passt. Jede Doppelseite widmet sich einem Thema, welches sich einer aussagekräftigen Überschrift entnehmen lässt. Mal geht es ums „Wettrennen zum Weltraum“, ein andermal um „Technische Helfer im All“ oder um die Frage „Wer bestimmt, was man im Weltraum tun darf?“
Passend finden sich auf den Seiten jeweils 2 bis 5 kurze Texte, die sich mit unterschiedlichen Aspekten des Themas befassen und es aus unterschiedlichen Sichtweisen betrachten. Dabei sind die Themen so gewählt, dass es sich bei ihnen um Kinderfragen handeln könnte, die durch teils ungewöhnliche Blickrichtungen überraschen und Kinder somit interessieren, wie beispielsweise „Wer bestimmt, was man im Weltraum tun darf?“ Zwar bauen die Texte teilweise aufeinander auf, dennoch lassen sie sich auch einzeln lesen, sodass die kurze Länge der Texte gerade Erstlesern entgegenkommt. Auch sprachlich passt das Buch durch einfache Sätze und alltagsnahe Sprache gut zur Zielgruppe. Schön wäre ein Glossar am Ende gewesen, in dem sich schwierigere Wörter noch einmal hätten nachschlagen lassen, sodass Begriffe wie beispielsweise Magnetfeld, Atmosphäre oder auch Gravitation nicht nur aus dem Kontext verstanden werden müssen.
Gut gelungen sind auch die Illustrationen, die sich meist über die komplette Doppelseite erstrecken. Mal ist es eine große Szene, die die Seiten füllt, mal sind es verschiedene kleine Bildchen, die sich jeweils auf einen der Texte beziehen und diesen illustrieren. Besonders hervorzuheben sind die grafischen Veranschaulichungen, auf denen sich leicht nachvollziehen lässt, wie beispielsweise die Planeten in unserem Sonnensystem angeordnet sind, wie die Atmosphäre um die Erde aufgebaut ist oder wie ein Stern entsteht. Eine schöne Idee ist die Umwandlung der Zeit vom Urknall bis heute in die 24 Stunden eines Tages, unter denen sich Kinder deutlich leichter etwas vorstellen können als unter 13,8 Milliarden Jahren, sodass bedeutende Ereignisse für sie leichter einzuordnen sind. Dass wir in dieser Darstellung erst seit 2 Sekunden auf der Erde sind, ist schon beeindruckend!
Fazit
Ein tolles Buch, in dem sich viele Fakten rund um unser Weltall vom Urknall bis heute leicht nachvollziehbar erfahren lassen. Kurze Texte mit anschaulichen Beispielen und passenden Illustrationen helfen beim Verstehen und sorgen durch überraschende und teils ungewöhnliche Fragestellungen für Abwechslung beim Lesen.

Anne Scheller, Beltz & Gelberg

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