Wunderwelt der Spinnennetze

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Julian Hübecker
81%1001

Kinderbuch-Couch Rezension vonDez 2025

Idee

Tolle Idee, nicht das Tier, sondern das Bauwerk in den Vordergrund zu stellen.

Bilder

Gestalterisch sehr genau und aufwendig. Die Spinnennetze sind stets das zentrale Thema.

Text

Sehr viele Informationen können überfordern. An Wissen wird aber nicht gespart.

Rundum ein gelungenes Sachbuch über ein faszinierendes Bauwerk der Natur.

Spinnennetze sind schon etwas Außergewöhnliches: Sie sind stark dehnbar, aber trotzdem fest, perfekt gestaltet, um ein unvorsichtiges Beutetier zu fangen. Doch Netz ist nicht gleich Netz: Es gibt sie in vielen verschiedenen Formen und Größen. In diesem Buch werden einige vorgestellt.

„Niemand ändert sich jemals wirklich. Wir bleiben stets die gleiche Version von uns selbst, auch wenn wir glauben, wir könnten sie verstecken.“

Erstmal könnte man sich schon die Frage stellen: Was interessiert mich ein Spinnennetz? Ganz davon abgesehen, dass viele mit Spinnen eher ein Ekelgefühl verbinden. Umso wichtiger, die nützlichen Tiere schon Kindern näherzubringen. Denn bis zu 800 Millionen Tonnen Insekten fressen Spinnen jedes Jahr. Gäbe es Spinnen also nicht, hätten wir ein großes Problem: unzählige Insekten, die unsere Lebensmittel von den Feldern und vom Küchentisch fressen würden. Also gut, dass es Spinnen gibt!

Je nach Art der Spinne kommen jedoch unterschiedliche Strategien zum Einsatz. Die winzige Kürbisspinne etwa baut ein Radnetz, das groß zwischen Pflanzen gespannt wird, also genau in die Flugbahn von Insekten. Die Hohlzweigspinne andererseits baut nicht auf klebrige Fäden, sondern auf eine wollige Struktur, in denen sich Fliegen verheddern. Die Kescherspinne dagegen wartet nicht nur faul in ihrem Netz, sondern geht aktiv auf Jagd, indem sie ein Netz zwischen ihren Beinen spannt und dieses blitzschnell auf ein Beutetier wirft. Ganz schön ausgeklügelt.

Das sind nur wenige Beispiele, denn das Buch stellt noch eine Menge mehr vor. Es macht Spaß, durch die Seiten zu blättern und die unterschiedlichen Netze großflächig auf jeweils einer Doppelseite zu sehen. Präzise wurden sie illustriert, meist weiß, sodass sie sich kontrastreich vom dunklen Hintergrund hervorheben. Später sind auch silbern glänzende dabei, die sich auch leicht haptisch erfühlen lassen. Hier hätte ich mir noch etwas mehr Einfallsreichtum gewünscht – zum Beispiel fühlbare Erhebungen der Leimtropfen.

Insgesamt ist es aber ein gut gestaltetes und wissensreiches Buch. In durchaus längeren Texten werden die einzelnen Spinnen und ihre Netze beschrieben. Auch, wie die Seidenfäden entstehen und welche unterschiedlichen Arten von Seide es gibt, wird fachlich sehr detailliert erklärt. Vielleicht schon etwas zu genau? Mir fehlte eine zentrale Seite, wo typische Kinderfragen kurz beantwortet werden – zum Beispiel: Warum bleibt die Spinne nicht selbst in ihrem Netz kleben? Die Antwort findet sich zwar über mehrere Seiten verteilt im Buch, ist für leseschwache Kinder aber nicht ganz eindeutig.

Zumindest finden sich auf den letzten Seiten noch ein Glossar, um unbekannte Begriffe nachzuschlagen, sowie ein Quellenverzeichnis, wo man sich nochmal weiter informieren kann. Schade auch da: Die Quellen sind allesamt auf Englisch. Da hätte man welche auf Deutsch noch ergänzen können.

Fazit

Rundum ein gelungenes Sachbuch über ein faszinierendes Bauwerk der Natur. Kleine Verbesserungswünsche fallen nicht groß ins Gewicht.

Wunderwelt der Spinnennetze

Jan Beccaloni, arsEdition

Wunderwelt der Spinnennetze

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