Der Prinz von Anderswo

Erschienen: Dezember 2007

Couch-Wertung:

90%
Idee
Bilder
Text

Idee

Das etwas andere Kinderbuch, das in das unglaubliche Traumreich eines kleinen Jungen entführt. Riddel schafft es, die skurrilsten Wesen liebevoll darzustellen und nimmt uns mit auf eine phantasievolle Jagd durch ungewöhnliche Welten.

Bilder

Wunderbar vielschichtige Illustrationen mit unzähligen Details, die es zu entdecken gilt. Ungewöhnliche Perspektiven ermöglichen herrliche Einblicke in das Traumreich mit seinen lustigen Bewohnern.

Text

Phantasievolle Wortgebung. Der Text begleitet die Geschichte nicht nur inhaltlich sondern auch optisch. Altersgerechte, einfache aber teils ungewöhnlich formulierte Sätze

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Dez 2007

Der Prinz von Anderswo hat einen Traum und entführt uns in eine ungewöhnliche Welt voll fantastischer Dinge. Dabei erlebt er Unglaubliches, Spannendes, aber auch ganz Reales.

Der kleine Prinz von Anderswo hat einen außergewöhnlichen Traum. Weil er vom Schmatzen der Himmelsfische geweckt wird, purzelt er aus seinem Blütenbett direkt in die Arme des Kleiderschrats. Der hilft dem Prinzen beim Anziehen. Als die beiden feststellen, dass das unverzichtbare Schnuffeltuch verschwunden ist, begibt sich der Prinz von Anderswo auf eine lange Suche, die schließlich auch erfolgreich ist. Überglücklich besteigt er seinen Hochstuhl und lässt sich erst das Milch-Frühstück, dann das Kuchen-Abendessen und schließlich das Ei zum Mittagessen servieren, dessen Schale zerspringt. Der geschlüpfte kleine Drache fliegt weg und wird vom Prinzen in einer aufregenden Verfolgungsjagd mit dem Stuhlrad gehetzt. An Schirmbäumen vorbei, über Kissenhügel hinweg und durch Hüpfberge hindurch findet er schließlich Fußspuren, die direkt in eine dunkle Höhle führen. Tapfer schleicht er barfuss in die tiefe Höhle... und flitzt ganz schnell wieder hinaus, denn nun wird er von dem Drachen dem er gefolgt ist, verfolgt. Da packt ihn der Spitzvogel an seinem Schnuffeltuch und fliegt mit ihm davon. Rechtzeitig lässt der Prinz das Tuch los und fällt direkt in die Arme des liebevollen Kleiderschrats, der in sofort ganz fest drückt. Müde von dem anstrengenden Tag fällt er in sein Blütenbett und einen in ganz tiefen Schlaf. Plötzlich hat er einen ganz ungewöhnlichen Traum. Er träumt er sei ein kleiner Junge in einem kleinen Zimmer mit Fischmobile und Drachenbild.....

Bereits beim Zusammenfassen des Inhalts fällt auf, das dies ein ganz außergewöhnlich phantasievolles Buch ist. Die Inhaltsangabe könnte man spielend auf die doppelte Länge bringen und hätte noch immer nicht alle Details erwähnt. Das liegt insbesondere an der Vielschichtigkeit der wunderbar verspielten Illustrationen, die bis ins Detail durchdacht, den Betrachter in eine andere Welt entführen.

Bereits zu Beginn taucht man sofort in den Traum des kleinen Prinzen von Anderswo ein. Ein wenig skurril aber unmittelbar fesselnd bekommt man bereits auf der ersten Innenseite den Eindruck als sei man auf einem anderen Stern gelandet. Inmitten ungewöhnlicher Gestalten schlummert der Prinz in seinem harmonisch verspielten Blütenbett, während im Hintergrund die blauen Himmelfische sich an den Schirmbäumen laben. Erst auf der allerletzten Seite wird aufgelöst woher diese unglaubliche Ideenvielfalt Riddels stammt. Das Blütenbett entpuppt sich als Bett mit geblümter Bettwäsche, die Himmelsfische schwingen an einem Mobile über dem Bett und die Schirmbäume stammen von einem einfachen Regenschirm, der, scheinbar vergessen, an das Bücherregal angelehnt ist. Aus dem Nest des Spitzvogels blitzen Wecker und Fußball seitlich hervor. Der liebevolle Kleiderschrat ist die Kuschelpuppe des Jungen und ragt mit endlosen Armen aus der Bettdecke hervor. So bleibt das Buch spannend bis zur letzten Seite, bis der Prinz von Anderswo sich zurück in die reale Welt träumt.

Der englische Originaltitel ";The Prince of Absurdia" bringt es auf den Punkt: es gibt einige Ungereimtheiten und viel Verrücktes in diesem Traumland, doch der kleine Junge ist der absolute Herrscher in seiner Welt. Und welches Kind wünscht sich nicht einmal bestimmen zu können, wann welches Essen auf den Tisch kommt. Genauso angenehm ist es, auf Wunsch mit Zipfelmütze und Klingelbimmelsocken eingekleidet zu werden oder sich seinen fahrbaren Untersatz einfach bringen zu lassen. Kinder, die in diesem Alter ohnehin beginnen sich ihre eigene kleine Fantasiewelt zu gestalten, genießen es zu sehen, auf welch ungewöhnlichen Wegen sich der kleine Prinz fortbewegt und wie frei er dabei ist. Außerdem ist das Buch richtig spannend. Ganz mutig traut sich der Prinz in die Höhle des Drachen, die so tief und Dunkel ist, dass man nicht sehen kann, was sich darin verbirgt. Glücklicherweise hat dieser aufregende Traum ein gutes Ende.

Schließlich ist auch die letzte Innenseite wieder sehenswert. Dort wird der gleiche Bildausschnitt wie zu Beginn gezeigt, allerdings bevölkert von all den seltsamen Wesen, die den Prinz in seiner Welt begleiten.

Fazit:

Ein ganz besonderes Vorlesebuch mit außergewöhnlich phantasievollen Illustrationen, die unglaublich fesseln. Gepaart mit ein wenig Drachenabenteuer und Geborgenheit ist diese ungewöhnliche Geschichte absolut kurzweilig und empfehlenswert.

Gabriele Jansen


Der Prinz von Anderswo

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