Gleich mehrere beliebte Kinderthemen werden hier monstermäßig aufbereitet.
Das kleine Monster ist wieder da! Nach der monstermäßigen Übernachtungsparty erleben Leserinnen und Leser nun eine Reise in seine kulinarische Welt - mit einem Lieblingsrezept, das alle vom Hocker hauen wird. Denn jetzt ist es Zeit für’s Mittagsessen. Und was für eines: Das berühmte Monster-Sandwich! Wer also zwei Scheiben Brot, zwei löchrige alte Socken, zwei Esslöffel Ohrenschmalz, eine alte Schuhsohle, viel knusprigen Rotz und Gorgonzola-Käse in der Vorratskammer hat, kann direkt starten. Das kleine Monster merkt jedoch, dass sein Lieblingsessen bei dem Publikum nicht so gut ankommt.
Als Monster-Kumpel möchte es natürlich nicht so sein und legt zur Versöhnung noch eine Erdbeere auf das mufflig-stinkende Sandwich. Herzhaft verspeist es den köstlichen Snack samt Obst-Deko. Doch was ist das? Plötzlich fängt es im vollen Monster-Bauch an zu grummeln und zu gluckern. Da muss ganz schnell einmal die Toilette aufgesucht werden. Pupse, die nicht von dieser Welt sind, finden ihren Weg nach draußen. Ganz klar: Das muss die Erdbeere gewesen sein ...
„Wir sind doch nicht wie diese Kinder, die so was Grausiges essen wie Kekse, Obst, Schokolade, Nudeln, …“
Interaktiv, lustig und nur ein bisschen gruselig - das kleine Monster sorgt erneut für einen kurzweiligen, erfrischenden Vorlesespaß. Die Aufmachung knüpft auf allen Ebenen nahtlos an die Vorgängerbände an. Inhaltlich sind die Bücher jedoch vollkommen unabhängig voneinander zu lesen. Das kleine Monster mit der großen rosa Brille ist mal wieder wunderbar getroffen.
Die Existenz von Monstern, Geistern und Gespenstern beschäftigt und beunruhigt viele Kinder. Es gibt zahlreiche Bilderbücher, die sich genau diesem Thema widmen. Dieses hier gehört dazu, tritt der Angst aber etwas offensiver und spielerischer entgegen. Vorlieben beim Essen sind ein gelungener Ausgangspunkt, um die jungen Leserinnen und Leser mit ins Boot zu holen. Hier können alle mitsprechen. Und Lacher bei der wirklich ekligen Sandwich-Zubereitung sind garantiert! Zu interaktiv sollte es allerdings nicht beim Nachmachen sein. Aber die Auswirkungen beim kleinen Monster sorgen vielleicht für die nötige Abschreckung. Kleiner Hinweis für die Erwachsenen: Das Buch sollte nicht auf leeren Magen vorgelesen werden.
Möglicherweise vermissen ein paar Kinder, die die anderen Monster-Bilderbücher kennen, mehr interaktive Elemente, die zum Mitmachen auffordern. Hier werden lediglich Fragen gestellt: „Was isst du denn sonst noch gern?“ oder „Riechst du das?“. Ein besonders lautes Brüllen oder ein monstermäßiges Recken und Strecken zum Warmwerden wären bestimmt noch gut angekommen.
Für alle, die sich mit dem Vorlesen erst vertraut machen müssen
Die Bilderbuchreihe eignet sich außerdem für Kinder, die nicht viel Geduld für längere Texte haben. Der dialogische Schreibstil erinnert auch durch viele Sprechblasen immer mal wieder an einen Comic. Durch die typographischen Hervorhebungen und den Wechsel der Schriftarten wirken die Seiten in Kombination mit den Illustrationen sehr abwechslungsreich, jedoch nicht überladen.
Es fühlt sich so an, als würde das Monster wirklich mit seinem Publikum sprechen. Mal kommt es mit seinen großen gelben Augen sehr nah und passt nicht mehr ganz ins Bild, mal schaut es die Leserinnen und Leser skeptisch abwartend aus der Ferne an. Dass es am Ende immer wieder verschwindet und nur noch lautmalerische Beschreibungen der Toiletten-Sitzung verbleiben, wird den gewünschten humorvollen Effekt haben. Ein rundum gelungenes Paket an beliebten Kinderthemen.
Fazit
Erneut ein kurzweiliger Vorlesespaß zum Mitmachen und Mitlachen. Noch dazu ein guter Gesprächsanlass zum Vertreiben von gruseligen Monsterträumen. Gerne empfohlen!



Deine Meinung zu »Bist du hungrig wie ein Monster?«
Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer und respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Bitte Spoiler zum Inhalt vermeiden oder zumindest als solche deutlich in Deinem Kommentar kennzeichnen. Vielen Dank!