Damals in der Rosenstraße
- Erschienen: Januar 2026
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Mit eindrucksvollen Illustrationen ein kleines Stück deutsche Geschichte.
Die nazideutsche Geschichte findet immer wieder ihre Relevanz in Kinderbüchern, um Vergangenes aufzuarbeiten und zukünftige Generationen daran zu erinnern, welchen Weg wir niemals wieder einschlagen dürfen. Besonders spannend wird es, wenn jedoch ein Thema behandelt wird, das bisher wenig Beachtung gefunden hat - und das ist der Protest in der Rosenstraße im Jahr 1943 ...
„Wir wollen unsere Männer wiederhaben. Gebt uns unsere Kinder zurück! Gebt uns unsere Frauen zurück!“
Doch was war passiert? Die zunehmende Ausbreitung des Nationalsozialismus in Deutschland brachte die Jüdinnen und Juden in immer größere Not. Bald schon verbreiteten sich Gerüchte um Konzentrations- und Vernichtungslager. Jene, die konnten, flohen in benachbarte Länder oder Übersee, andere verharrten voller Angst in ihrem Zuhause oder gingen in den Untergrund. Solche Jüdinnen und Juden, die mit Nichtjuden verheiratet waren, wähnten sich oftmals sicher in ihren „Mischehen“, genauso wie ihre Kinder, die von den Nazis als „Halbjuden“ von den „Volljuden“ abgegrenzt wurden.
Doch irgendwann fiel der Blick der Nazis auch auf diese Menschen. Die fiktiven Geschwister Doris und Helmut, der Vater Jude, die Mutter Christin, spüren die Repressalien in Berlin immer stärker. Der Vater verrichtet schwere Arbeit in der Rüstungsindustrie für die kriegshungrigen Nazis. Er entscheidet sich gegen eine Flucht - was sich als fatal erweist, da er am 27.02.1943 nicht nach Hause kommt. Die Mutter und die Geschwister sind krank vor Sorge. Später erfahren sie, dass hunderte Jüdinnen und Juden aus Mischehen sowie Halbjuden in ein Verwaltungsgebäude in der Rosenstraße gesperrt wurden, um sie später abzutransportieren. Als die Familie dort ankommt, um nach dem vermissten Vater zu suchen, versammeln sich schon viele andere Menschen, um nach ihren Liebsten zu suchen.
Dies ist der Beginn einer im Laufe der Naziherrschaft einzigartigen Protestbewegung gegen das nationalsozialistische Regime.
In Szene gesetzte Bilder
Anja Tuckermann hat sich einer Geschichte bedient, über die nur sehr wenig bekannt ist. In einem interessanten Nachwort schreibt sie, dass es nur wenige Quellen und Berichte von Zeitzeugen gibt, sodass es schwer ist, die genauen Eckpunkte des Protests nachzuvollziehen. Dass es passiert ist, ist jedoch historisch belegt und umso spannender, da es etwas Vergleichbares nicht gab.
Für mich als interessierten Leser hat mich der historische Hintergrund total umgehauen und beeindruckt. Schließlich war es damals auf Todesstrafe verboten, sich gegen das Regime aufzulehnen. Die Geschichte spricht von Mut und Entschlossenheit, sich dieser Gefahr entgegenzustellen. Daher funktioniert das Buch sehr gut, um sich als erwachsene Person zu bilden. Ich betone das, weil es für Kinder ungleich schwieriger sein dürfte. Geschrieben ist das Buch in langen Texten, geschichtliche Fakten und Fiktion sind schwer erkennbar nur durch unterschiedliche Farben voneinander getrennt.
Sinnvoller wären kurze, prägnante Einschübe gewesen, die die bedrückenden gelb-violetten Illustrationen von Annabelle von Sperber nur begleitet hätten. Auf diese Weise wäre die fiktive Geschichte bestimmt ein Selbstläufer gewesen und für Kinder erfahrbarer. Für interessiertere Leserinnen und Leser gibt es noch genug Sachtext im Buch, um sich weiter zu informieren.
Fazit
Für mich funktioniert das Buch nur zur Hälfte: die Bilder sind stilvoll in Szene gesetzt und fangen farblich und thematisch den Schrecken voll ein. Die Texte dürften Kinder aber eher erschlagen als interessiert am Buch zu halten.

Fischer Sauerländer, Anja Tuckermann,

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