Was ist denn ein Kattonk?
- Thienemann
- Erschienen: Februar 2026
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Eine abwechslungsreiche Geschichte, in der sich eine Welt voller Möglichkeiten öffnet.
Als die Maus wieder einmal auf ihrem täglichen Spaziergang im Wald unterwegs ist, stößt sie plötzlich auf ein seltsames Ding: Viereckig, grau-braun und scheinbar ohne Besitzer liegt es einfach auf dem Boden und gibt keinen Ton von sich. Während sich die Maus noch nicht sicher ist, was sie von dem komischen Ding halten soll, kommt das Opossum des Weges und ist sich schnell sicher, dass es sich bei dem viereckigen Gebilde nur um ein Schiff handeln kann. Schnell machen sich die beiden auf den Weg zum nächsten Teich, um dort ihr Schiff zu testen und „in See zu stechen“. Vom Seerosenblatt aus werden sie dabei von einem kleinen Fröschlein beobachtet, der sich sicher ist, dass es sich bei ihrem „Schiff“ um ein Flugzeug handeln muss, mit dem man durch die Lüfte fliegen kann.
Zu dritt geht es für die drei Freunde als nächstes hoch bis zu den Wolken, wo sie aufregende Abenteuer erleben, bis sie vom Bär unterbrochen werden, der zufällig des Weges kommt. Er ist sich ebenfalls sicher, dass er genau weiß, was das merkwürdige Ding ist und teilt ihnen mit, es könne sich dabei nur um ein Haus handeln. Zu viert machen es sich die Freunde in ihrem Haus gemütlich, essen und trinken zusammen und schlafen geborgen ein, bis sie am nächsten Morgen von der Elster geweckt werden, die zum Fenster hineinschaut. Auch sie ist sich sicher zu wissen, worum es sich bei dem braunen Ding handelt und sieht in ihm einen Laden, in dem sie all ihre Glitzersachen verkaufen kann. Zu guter Letzt kommt schließlich die Taube aus der Stadt vorbei, die gerade einen Ausflug in den Wald macht. Ob sie das Rätsel um das merkwürdige Ding lösen kann?
Fantasie macht alles möglich
Nach „Weißt du, was ein Opossum ist?“ folgt mit „Was ist denn ein Kattonk?“ die zweite Geschichte von Sabine Bohlmann rund um die kleine Maus und ihre Freunde. Versuchte die Maus im ersten Band herauszufinden, was ein „Opossum“ ist, geht es dieses Mal um die Frage, worum es sich bei einem komischen Ding handelt, das die kleine Maus im Wald gefunden hat. Ein Freund nach dem anderen kommt hinzu und meint zu wissen, worum es sich bei dem merkwürdigen Objekt handelt. Egal ob als Schiff, Flugzeug, Haus oder Schmuckladen, in alles lässt sich das merkwürdige Ding verwandeln und man kann beobachten, wie viel Spaß Maus, Opossum, Fröschlein, Bär und Elster mit dem Ding haben, bei dem es sich eigentlich nur um einen total normalen Karton handelt, wie die kleinen Leserinnen und Leser wahrscheinlich schnell erkannt haben.
Andererseits wissen Kinder wahrscheinlich am besten, wie vielseitig ein Karton sein kann. Ein großer Karton, eine Schere und Stifte und schnell verwandeln Kinderhände schnödes Altpapier in die tollsten Spielobjekte, bei denen gekauftes Spielzeug eine Weile lang den Kürzeren zieht und selbstgebaute Autos, Schiffe und Häuser für fantasievollen und kreativen Spielspaß sorgen. Dass die Freunde auch im Buch nicht wirklich mit ihrem Schiff in See stechen oder mit einem Flugzeug durch die Wolken sausen, wie es in den Illustrationen zunächst scheint, lässt sich beim Umblättern erkennen, wenn das nächste Tier im Bild erscheint und seine Meinung kund tut. Dort lässt sich dann sehen, wie der Bär selbst zu einem Teil des Schmuckladens wird und mit Ketten behangen ist, während er den doch recht kleinen Karton in den Händen hält oder auch wie Opossum und Maus an Land auf dem Karton sitzen, ein Stöckchen mit Blatt als Segel in der Hand haben und spielen, dass sie sich auf hoher See befinden.
Gestaltung
Genau dieser Wechsel zwischen Fantasie und Wirklichkeit ist es, der die Geschichte ausmacht und zum Erzählen einlädt. Was würde man selbst aus dem Karton bauen? Kann ein Karton wirklich schwimmen oder fliegen? Fragen, die Kinder interessieren und dabei die eigene Fantasie und Kreativität anregen. Sprachlich passt das Buch gut zur Zielgruppe, die mit Kindern ab 4 Jahren angegeben ist. Auf jeder Doppelseite befinden sich um die 10 Zeilen, die sich leicht verstehen lassen und gut mit den Illustrationen harmonieren. Viel wörtliche Rede lädt zum lebendigen Vorlesen ein. Besonders witzig sind die Nachsprechversuche der Tiere, als sie zum ersten Mal den Begriff Karton hören und von Kattakatong bis Kadong alles dabei ist.
Die niedlichen Illustrationen, die wie auch im ersten Band von Emilia Dziubak stammen, erstrecken sich dabei immer über die komplette Doppelseite, sodass es viel zu entdecken und zu beobachten gibt. Es macht Spaß zu beobachten, wie nach und nach immer ein neues Tier hinzukommt und zu wissen meint, worum es sich bei dem merkwürdigen Ding handelt. Witzig ist auch die Reaktion, als die Taube das Rätsel endlich lösen kann und alle Tiere erst einmal enttäuscht sind, dass es sich bei ihrem tollen Ding, das ihnen so viel Spaß gebracht hat, einfach um einen schnöden Karton handelt, der eigentlich nur dafür da ist, dass man Dinge hineinlegt, um sie dann an einen anderen Ort zu bringen, bevor er anschließend theoretisch keinen Wert mehr hat und weggeschmissen wird. Zum Glück hat die Taube auch gleich die Lösung für das Problem und eine schöne Botschaft parat. Wie die wohl lautet?
Fazit
Ein gelungenes Bilderbuch, das seinem Vorgänger in nichts nachsteht und durch sympathische Charaktere, eine abwechslungsreiche und fantasieanregende Geschichte und tolle Illustrationen überzeugen kann.


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