Cassandra Morgan, Band 1: Der goldene Schlüssel
- Ravensburger
- Erschienen: November 2025
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Ein solider Fantasyschmöker, der seine Fans finden wird.
Cassandra („Cassie“) Morgan lebt seit dem Verschwinden ihrer Mutter vor einigen Jahren im Waisenhaus. Sie hat gelernt, sich zu verstecken, den fiesen Mitschülerinnen aus dem Weg zu gehen und nicht allzu viel Hoffnung in die Zukunft zu stecken. Doch dann verschwinden immer mehr Kinder spurlos, Unsicherheit macht sich breit, und Cassie findet sich plötzlich in einer Welt wieder, von der sie niemals geglaubt hätte, dass sie existieren könnte. Ihre bislang unbekannte Tante Miranda, die Haghexe, holt Cassie zu sich, und mit einem Mal eröffnet sich ihr ein vollkommen neues Leben voller Magie, Freundschaften und der leisen Hoffnung, ihre Mutter wiederzufinden.
Plötzlich findet Cassie sich in der Hexenausbildung wieder, fliegt auf Besen und versucht eigene Magie zu wirken. Doch über dieser trügerischen Normalität liegt eine Gefahr, die auch die Hexen beunruhigt: Die Grenze zum Land der Faerie scheint nicht mehr sicher. Kinder verschwinden, fantastische Wesen treiben sich im Wald herum und lassen nichts Gutes erahnen. Was hat der Erlkönig vor? Hat er vielleicht auch was mit dem Verschwinden ihrer Mutter zu tun?
„Der Hag bildete die Grenze zwischen England und Faerie, und die Haghexe beschützte die Menschen nicht vor dem Wald, sondern vor dem was dahinter war. Das Land Faerie existierte tatsächlich.“
Die Storyline ist nicht wirklich überraschend oder neu: Die junge Protagonistin Cassie erinnert ein bisschen an Harry Potter, der ebenfalls ohne Eltern in lieblosen Verhältnissen aufgewachsen ist. Auch Cassie, die ihre Mutter so sehr vermisst, leidet unter den ständigen Mobbingattacken in Fowell House. Die magische Welt wird zu ihrer Rettung. Dass überhaupt eine Welt außerhalb der ihren existiert, hat Cassie schon immer gespürt - nicht zuletzt aufgrund des mysteriösen Schlüssels, den ihr ihre Mutter als Anhänger hinterlassen hat. Kann sie mit diesem wirklich jedes Schloss öffnen?
Und so entfaltet die Geschichte Handlungsstränge rund um die Suche nach Cassies Mutter, die Bedrohung Englands durch die fantastischen Wesen aus Faerie und den normalen Schulalltag einer heranwachsenden Hexe. Neue Freundschaften, Streitigkeiten unter den Junghexen und das eher abgekühlte Verhältnis zu ihrer Tante Miranda spielen ebenfalls in die Handlung mit hinein.
So ganz warm wurde ich mit dem Auftaktband der Trilogie jedoch nicht. Die entworfene Welt und der Konflikt mit dem Erlkönig aus Faerie hätten noch mehr Ausschmückungen und Erklärungen bedurft. Hin und wieder kommt man vom Spannungsbogen ab, um dann im nächsten Moment wieder hineingeworfen zu werden. Die Protagonistin arrangiert sich ziemlich schnell mit der Tatsache, nun eine Hexe zu werden, und die Nebenfiguren bleiben recht blass und austauschbar.
Der Schreibstil dagegen wird viele Leserinnen und Leser abholen. Kurze, verständliche Satzkonstruktionen, auflockernde Dialoge und nicht allzu lange Umschreibungen sorgen für einen angenehmen Lesefluss. Auf der Handlungsebene hätten weniger Sprünge für einen klareren roten Faden gesorgt. Das auffällige Cover und der schöne Farbschnitt machen den Auftaktband dagegen zu einem Hingucker - ein ausgefeiltes Farbentrio, das mit den Fortsetzungen komplettiert wird und das Buchregal optisch bereichert.
Fazit
Dieser Titel reiht sich eher ein in einen Fantasy-Mainstream, der zwar seine Zielgruppe erreichen wird, aber durchaus Luft nach oben hat.


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