Eine niedliche Detektiv-Geschichte in Comic-Optik.
In Bärona herrscht große Aufregung: Ein ganz besonderes Ereignis steht kurz bevor, denn die Agavenblume im Botanischen Garten blüht zum ersten Mal seit 100 Jahren! Auch Ivy und ihr Opa Bärlock Holmes wollen natürlich einen Blick auf diese besondere Blume werfen und planen am Wochenende einen Ausflug in den Park, wo es auch einen Festakt zu Ehren der Blüte geben soll.
Endlich ist Samstag, und die beiden machen sich auf den Weg zur Blume - doch schon auf dem Weg fällt ihnen die große Schar an Presseleuten auf, die sich ebenfalls einen Weg durch die Menge in Richtung Blume bahnt. Auch Kommissar Löffler ist bereits eingetroffen, und Ivy und ihr Opa erfahren, was alle in einen so großen Aufruhr versetzt hat: Die Agavenblume wurde gestohlen!
Da Kommissar Löffler leider nicht sehr stressresilient ist und bei großer Aufregung sofort einschläft, sind jetzt Ivy und ihr Opa gefragt, im Fall der gestohlenen Blume zu ermitteln. Zum Glück handelt es sich bei Ivys Opa um den berühmten Bärlock Holmes, dessen detektivische Fähigkeiten in Bärona legendär sind. Auch wenn er sich inzwischen im Ruhestand befindet, ist er immer noch Profi im Fälleknacken und gibt sein Können gerne an seine Enkelin weiter, wenn sie am Wochenende auf der Suche nach neuen Abenteuern sind. Gemeinsam machen sie sich daran, dass Rätsel um die verschwundene Blume zu lösen.
Als erstes führt sie der Weg zu Professor Leo Birke, der sich als Botaniker gut mit der Blume auskennt. Als sie bei ihm eintreffen, ist er ganz aufgelöst, da er seine ganze bisherige Karriere auf das Blühen der Agave gewartet hat. Als sie ihm eine gefundene Knospe der Blume geben, ist er direkt aus dem Häuschen und untersucht das Fundstück mit seinem Olfaktometer. Er kann feststellen, dass die Agave kurz vor der Blüte stand und Nektar für Tausend Bienen hatte! Für Ivy und ihren Opa steht fest: Als nächstes wollen sie der städtischen Imkerei einen Besuch abstatten, denn wer hätte sonst Bedarf an so viel Nektar? Doch Fehlanzeige, auch dort ist die Agave nicht zu finden - ganz im Gegenteil: Auch die Lieblingsbiene Beatrix von Imker Wilfred Hummel ist verschwunden!
Ob die beiden Inhaber von Honig Dachs eventuell etwas mit dem Fall zu tun haben? Zwar ist es schon merkwürdig, dass nur Dirk Dachs im Laden anzutreffen ist und von seinem Bruder Dennis jede Spur fehlt, doch als plötzlich der Boden bebt und Ivy und Bärlock in einen langen Tunnel gelangen, kommen sie einem großen Geheimnis auf die Spur. Ob sich hier vielleicht auch das Rätsel um die Agave und die Bienenkönigin Beatrix lösen lässt?
Auf der Spur des Blumendiebs
Wer hat die Agave gestohlen? Um diese Frage dreht sich alles in Kristyna Littens Detektivgeschichte, die sich in Gestalt eines Comics an Kinder ab 5 Jahren richtet, sich gleichzeitig durch ihre kurzen Texte und vielen Bilder aber auch gut zum ersten Selberlesen eignet. Die Autorin erzählt ihre Geschichte über 9 Kapitel, in denen Ivy und ihr Opa jeweils an einem anderen Ort ihren Ermittlungen nachgehen. Startet die Geschichte bei den beiden Bären zu Hause, geht es anschließend weiter in den Botanischen Garten, von wo sie ihr Weg zunächst zu Professor Leo Birke führt, bevor es anschließend erst zu Imker Wilfred Hummel und dann zu den Inhabern von Honig Dachs geht, von wo aus sie in einen rätselhaften Tunnel gelangen. Wie es für die beiden quer durch die Stadt geht, lässt sich anschaulich auf der Karte ganz vorne im Buch verfolgen, wo ein Stadtplan Bäronas abgebildet ist. Einige Orte kommen im Buch zwar nicht vor, doch macht der Titelteil „Fall 1“ des Buches Hoffnung auf weitere Abenteuer, die die beiden Bären dann vielleicht auch zum Leuchtturm, dem Planetarium, der Burgruine oder der Geologenhütte führt.
Doch nicht nur auf dieser Karte können die kleinen Leserinnen und Leser aktiv werden - denn innerhalb der Geschichte warten 15 Rätsel darauf, von ihnen gelöst zu werden. Mal muss der Weg durch ein Labyrinth gefunden werden, ein andermal brauchen Ivy und Bärlock Unterstützung dabei, ihre Jahreskarte für die Imkerei zwischen lauter Tickets, Gutscheinen und Bonusheften zu finden, oder ein Bienentanz muss entschlüsselt werden, um herauszufinden, wohin Beatrix und ihr Schwarm geflogen sind. Spaß macht auch das Entschlüsseln des Rätselreims, bei dem ganz genau auf den Inhalt der Verse geachtet werden muss, sodass anschließend der Weg durch den Park zum Professor gefunden werden kann. Die Rätsel lassen sich meist auch von Kindergartenkindern recht gut lösen, wobei vor allem bei den Reimen oder beim Bienentanz schon gut aufgepasst werden muss, um alle Hinweise richtig umzusetzen. Falls doch mal ein Rätsel zu schwer sein sollte, finden sich am Ende des Buches die passenden Lösungen.
Gestaltung
Nicht nur der Text, auch die Illustrationen des Buches stammen von Kristyna Litten. Da es sich um eine Geschichte in Comic-Optik handelt, spielen die Bilder eine zentrale Rolle, weil die Texte in Form von Sprechblasen und kurzen Erzählabschnitten ohne sie nicht funktionieren würden.
Da die Geschichte in Bärona spielt, handelt es sich bei Ivy und ihrem Opa (im Buch selbst ist immer von Opa die Rede, auf dem Cover hingegen steht, Ivy sei Bärlock Holmes Nichte …) passenderweise um Bären, die jedoch mit Kleidung und menschlichem Verhalten daherkommen. Durch ihren britischen Charme und einen etwas nostalgischen Stil vermitteln die Bilder eine angenehmen Wohlfühlstimmung, auch wenn es sich eigentlich um eine Detektivgeschichte handelt. Durch viele kleine Details laden die Bilder zum genauen Betrachten ein. Die in die Geschichte eingebetteten Rätsel fördern aktives Zuhören, sodass auch Kinder, die sonst beim Vorlesen vielleicht noch nicht so viel Ausdauer haben, der Handlung gut folgen können.
Zusätzlich enthält das Buch spannendes Bienenwissen. Hier lässt sich nicht nur erfahren, welche verschiedenen Bienenarten in einem Bienenstock leben und welche Funktion sie haben, auch wird erklärt, wie sie Honig herstellen oder wie eine Blüte bestäubt wird.
Fazit
Eine kindgerechte Detektiv-Geschichte, die durch niedliche Illustrationen und eine abwechslungsreiche Geschichte in Comic-Optik überzeugen kann. Schön sind die integrierten Rätsel, die zum aktiven Zuhören und Mitmachen einladen.



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