Das Superlabor
- Dorling Kindersley
- Erschienen: März 2026
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Wissenschaft ist überall!
Hinter dem beliebten „Learning by Doing“-Konzept steckt das einfache wie nachhaltige Prinzip, ein Thema durch praktisches Handeln und Ausprobieren zu begreifen, anstatt einen Sachverhalt rein theoretisch anzugehen. Die Idee dahinter ist, dass sich Erlebtes besser einprägt, da es auf verschiedenen Ebenen erfahren werden kann. Bastle ich beispielsweise einen Papierflieger, merke ich schnell, dass nicht alle Modelle gleich gut fliegen und sich manche Formen besser eignen als andere. Spielerisch lässt sich auf diese Weise erkunden, wie Aerodynamik funktioniert, also die Wechselwirkung zwischen Luft und Gegenständen.
Nach und nach wird dabei klar, dass stromlinienförmige Flieger deutlich besser durch die Luft gleiten, da sie weniger Luftwiderstand erzeugen. Variiere ich meine Modelle, bastle beispielsweise einen sehr schmalen Flieger, der nur wenig Widerstand erzeugt, ist dieser besonders schnell. Ein Modell mit großer Flügelfläche ist hingegen langsamer, gleitet aber deutlich länger durch die Luft, da es mehr Auftrieb hat. Will ich meinen Flieger lieber coole Stunts fliegen lassen, ist es sinnvoll, die Steuerflächen am hinteren Ende des Flugzeugs zu verändern, sodass sich die Strömungsrichtung verändert und das Flugzeug Auftriebskräfte erzeugen kann, die seitwärts- oder abwärtsgerichtet sind, um das Modell die Flugrichtung ändern oder sich sogar in der Luft drehen können zu lassen. Lust auf weitere spannende Experimente? Dann ist „Das Super-Labor: Die besten Experimente für zu Hause“ genau richtig, denn darin erwarten kleine Nachwuchsforscher insgesamt 30 Projekte aus dem MINT-Bereich, mit denen sich spielerisch Wissenschaft erfahren lässt!
Experimente aus der Küche, dem Haushalt, im Wasser oder in der freien Natur
Erinnert man sich an den Chemie- oder Physikunterricht aus seiner eigenen Schulzeit zurück, kommt einem vielleicht das ein oder andere Experiment in den Kopf; die Seiten aus den zugehörigen Schulbüchern sind hingegen wahrscheinlich kaum bis gar nicht mehr präsent. Diesen praktischen Ansatz verfolgt auch Robert Winston mit seinem Buch, in dem er verschiedene wissenschaftliche Experimente für Kinder anschaulich aufbereitet und mit den passenden Erklärungen versehen hat.
Im ersten großen Abschnitt „Gehirnnahrung“ kommen verschiedene Lebensmittel zum Einsatz, die als Basis der Experimente dienen. Im ersten Versuch wird aus Speisestärke klebriger Schleim, bevor anschließend aus Zitronensaft unsichtbare Tinte hergestellt wird. Weiter geht es mit gebackenem Eis, Monster-Marshmallows, einem Kristall-Lutscher und einer Zitronenbatterie. Im Kapitel „Im Haushalt“ wird viel gebastelt: Neben einem großen DNA-Modell entstehen aus Papier unterschiedliche Papierflieger, aus Gummibändern werden Planeten und aus einer Pappröhre ein funkelndes Kaleidoskop. Außerdem erwarten einen hier noch ein sensationeller Lautsprecher, ein Ballon-Raketenauto, eine starke Brücke, eine tanzende Schlange und eine atmende Maschine.
In „Wasserwelten“ wird nicht nur die Dichte verschiedener Flüssigkeiten untersucht, es wird außerdem ein Wasserrad aus einer Plastikflasche gebaut. Des Weiteren entsteht ein Boot mit Seifenantrieb, Kugeln aus Eis, ein wachsender Tropfstein, sprudelnde Badeperlen und ein flinker Filter, der schmutziges Wasser mit Materialen aus der Natur reinigt. Zum Abschluss des Buches heißt es dann „In freier Natur“. Hier kann beobachtet werden, wie eine Pflanze aus einer Schachtel heraus Richtung Licht wächst, es wird ein Vulkanausbruch simuliert und es können ein Windrad, ein Flaschendschungel, fantastische Fossilien oder Sonnendrucke auf speziellem Papier entstehen.
MINT-Projekte für Zuhause
In „Das Super-Labor“ können Kinder ab etwa 7 Jahren die Welt der Naturwissenschaften erkunden. Verschiedene Experimente laden zum Ausprobieren ein, sodass spielerisch entdeckt werden kann, wie beispielsweise ein Stromkreislauf funktioniert, welche Rolle Moleküle bei der Dichte von Flüssigkeiten spielen oder warum Essig mit Natron reagiert.
Jedes Experiment erstreckt sich dabei über 2 bis 3 Doppelseiten, sodass es ausreichend Platz für anschauliche Bilder und leicht nachvollziehbare Anleitungs- und Erklärtexte gibt. Damit man weiß, um welches Experiment es sich handelt, finden sich auf der Auftaktseite neben einer aussagekräftigen Überschrift auch ein anschauliches Bild des fertigen Projekts und ein kurzer Text, in dem erklärt wird, worum es im jeweiligen Versuch geht. Außerdem gibt es bereits erste Tipps oder Erklärungen zum Versuch wie etwa beim Monster-Marshmallow, dass man Marshmallows in unterschiedlichen Farben benutzen soll oder dass die tanzende Schlange im namensgleichen Projekt auf eine sehr ungefährliche Art der Elektrizität reagiert, die durch eine Papierserviette und einen Luftballon erzeugt wird.
Auf der nächsten Seite folgt dann nochmals eine Überschrift, anschließend ein kurzer Text, in dem Tipps zur Durchführung gegeben werden. Dank der bebilderten Materialliste ist auf den ersten Blick klar, welche „Zutaten“ jeweils gebraucht werden. Zusätzlich lässt sich in einem rotumrandeten Feld ablesen, wie viel Zeit das Projekt benötigt und ob es vom Schwierigkeitsgrad eher leicht, mittel oder schwer einzustufen ist. Das Projekt lässt sich anschließend Schritt für Schritt anhand von anschaulichen Bildern, die von kurzen Texten begleitet werden, durchführen. Während anspruchsvollere Experimente auch schon mal aus bis zu 15 Einzelschritten bestehen und bis zu 2 Stunden dauern können, kommen einfache Versuche auch schon einmal mit nur 5 Schritten aus und sind in 10 Minuten durchführbar.
Damit man auch weiß, warum beispielsweise der Vulkan mit seiner Lava aus Essig und Natron reagiert oder warum Zitronen Strom leiten können, folgt im Anschluss an den Versuch die wissenschaftliche Erklärung zum Versuch, in dem auf die chemischen, biologischen oder physikalischen Hintergründe zum Projekt eingegangen wird. Anhand von anschaulichen Skizzen und kindgerecht formulierten Texten wird beispielsweise erklärt, wie elektronische Ladung von winzigen Teilchen getragen wird, wie ein Düsenmotor funktioniert oder auch welche Rolle Schallwellen in einem Lautsprecher spielen. Dadurch, dass zuvor die passenden Experimente durchgeführt wurden, lassen sich die zugrundeliegenden Zusammenhänge am eigens erstellten Beispiel leicht nachvollziehen und das Gelernte bleibt auch im Gedächtnis. Am Ende des Buches lassen sich schwierige Begriffe in einem Glossar nachschlagen, in dem dann noch einmal in einfacher Sprache erklärt wird, was man beispielsweise unter einem Elektron versteht, worum es sich bei einem Isolator handelt oder was Dichte ist. Dank des nachfolgenden Registers lassen sich verschiedene Themen außerdem schnell im Buch finden, sodass man direkt nachschauen kann, will man zum Beispiel etwas zum Bereich Kräfte, Energie, Fotosynthese oder auch Oberflächenspannung finden.
Durch die vielen Bilder lassen sich die Experimente bereits von Kindern ab 7 Jahren durchführen, wobei 8 Jahre vielleicht noch etwas besser passt, da in diesem Alter die Lesefähigkeit etwas fortgeschrittener ist, sodass die Kinder auch die Erklärtexte selbstständig lesen und die Projekte (fast) vollständig in Eigenregie durchführen können, je nachdem, wie komplex der jeweilige Versuch ist (übrigens eine gute Möglichkeit, um Kinder, die nicht so gerne lesen, dazu zu motivieren). Selten findet sich mal ein „Achtung!“-Symbol, welches darauf hinweist, dass ein Erwachsener helfen soll, beispielsweise wenn es darum geht, eine Zitrone mit einem scharfen Messer zu durchteilen, die Mikrowelle zu bedienen oder einen heißen Backofen zu benutzen.
Schön ist, dass ein Großteil der benötigten Materialien in den meisten Haushalten bereits vorhanden ist, sodass einerseits spontan ein Projekt gestartet werden kann und andererseits die Experimente günstig durchzuführen sind und es nicht notwendig ist, erst teure Materialien zu besorgen, die sich nur schwer finden lassen.
Fazit
Ein gelungenes Buch mit alltagstauglichen und abwechslungsreichen Experimenten, die sich dank anschaulicher Anleitung gut von Kindern im Grundschulalter durchführen lassen. Wissenschaftliche Erklärungen runden das Ganze ab und liefern spannendes MINT-Wissen.

Robert Winston, Dorling Kindersley

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