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Eine Fee bringt Glück -aber anders als man es gemeinhin so denkt. Spannend und mit einem Augenzwinkern wird eine leichtfüssige Geschichte über das Glück im Unglück erzählt, die gerade durch ihre untypische Protagonistin überzeugt.

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Die luftigen Illustrationen von Friederike Rave unterstützen diese beschwingte Feen-Geschichte ideal und erzeugen eine harmonische wie auch humorvolle Atmosphäre mit vielen liebenswerten Details.

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Ursula Poznanskis Sprache begleitet die Geschichte klar, präzise und an entsprechender Stelle auch mal temporeicher. Mit ihren humorvollen Einfällen tägt sie zu dem unbeschwerten Unterton der Geschichte bei.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Feb 2008

Wenn einer Glück im Unglück hat, findet er das meist erst hinterher heraus. Das muss auch Pauline, die sich gerade in der Ausbildung zur Glücksfee befindet, feststellen. Doch bis dahin muss Pauline noch so manche Pechtsträne verkraften...

Pauline ist ganz aufgeregt, heute darf sie zum ersten Mal den Menschen Glück bringen. Zusammen mit der erfahrenen Glücksfee Camilla macht sie ihre ersten Versuche. Ihren Beutel mit Sternenstaub hält sie ganz fest, damit er niemandem auf den Kopf fällt, denn "dann ist das zu viel Glück, und das hält niemand aus."

Doch als sie einer Frau, die bis ans Kinn mit Schachteln und Einkaufstaschen bepackt ist, helfen will den Bus noch zu erwischen, geht alles schief: Die Frau verliert das Gleichgewicht, fällt hin, der Inhalt Taschen ergiesst sich über die Strasse und zu allem Überfluss spritzt der davonbrausende Bus sie von oben bis unten nass. Frierend und mit Schlammspritzern auf dem schönen Blümchenkleid, sucht die Frau Schutz bei einem Antiquitätenladen. Pauline ist entsetzt: Wie konnte das geschehen? Camilla kann ihr nur entgegnen, dass sie alles richtig gemacht habe.

Und auch beim nächsten Versuch, als sie einem kleinen Hund helfen will, in die Mülltonne zu gelangen, um dort Leckereien zu finden, geht alles schief. Die Mülltonne kippt mitsamt dem armen Hund um, alle Fenster öffnen sich zum Hof und das Geschimpfe der Anwohner ist gross. Jetzt ist auch Camilla ratlos. Pauline befürchtet, dass sie gar keine Glücksfee ist. Doch Camilla beruhigt sie und rät ihr, lieber morgen mit dem Glück weiter zu machen. Am nächsten Tag hilft Pauline einem Mädchen, das vor ihrer Mathearbeit sitzt und es offensichtlich schwer hat. Ein paar Körner Sternenstaub und das richtige Ergebnis sollte dem Mädchen schon einfallen, so denkt sich Pauline. Aber kaum hat sie ihren Sternenstaub über das Mädchen verteilt, da läuft der Füller aus und die ganze Mathearbeit ist verschmiert. Nun muss das Mädchen von neuem beginnen...

Pauline hat Magenschmerzen, obwohl sie gar nicht weiss, ob Glücksfeen so etwas überhaupt bekommen können. An einem Fussballplatz macht sie Pause und beobachtet einen Mann, der das Einradfahren übt. Er macht seine Sache schon sehr gut und Pauline entschliesst sich ein letztes Mal, dem Mann zu helfen, damit er die Kurve perfekt kriegt. Doch ach, kaum hat er eine rasante Kurve auf seinem Rad gezogen, da fällt er schon in hohem Bogen hin. Der Mann bricht sich den Arm.

Pauline versteckt sich tagelang im Wald und will als "Pechfee" niemandem mehr schaden. Doch dann kommt Camilla, die möchte, dass Pauline mit ihr kommt, um zu sehen, was aus den Menschen geworden ist, denen sie Glück bringen wollte. Und Pauline muss staunen, als sie sieht, dass die Frau im Antiquitätengeschäft ihren alten Teddy wiedergefunden hat, dass der streunende Hund endlich ein Herrchen gefunden hat, dass das Mädchen durch das Neuschreiben ihrer Arbeit ihre Fehler, die sie sonst nicht bemerkt hätte, ausbessern konnte - und die schönste Geschichte ist wohl die des Einradfahrers, der im Krankenhaus endlich die Liebe seines Lebens trifft und selbst sagt:" Wenn ich gewusst hätte, dass ich dich hier finde, hätte ich mir schon vor drei Jahren den Arm gebrochen."

Jedenfalls haben alle ganz schön viel Glück gehabt, wenn auch auf den zweiten Blick. Ursula Poznanski schildert in ihren kurzweiligen Begegnungen, wie gerade das vermeintliche Pech ungeahnte Möglichkeiten eröffnet oder uns vor Schlimmerem bewahrt. Dabei bleibt die Geschichte durchgehend spannend, denn mit jeder neuen Situation mag sich das Blatt für Pauline vielleicht noch wenden. Das vielfache Happy-End macht dann alle - auch die Leser - glücklich und auch ein wenig nachdenklich. Wie schön, wenn man noch glauben mag, dass hinter all dem eine kleine, besonders eigenwillige Glücksfee steckt, die, wie durch Zufall, sogar ein nahendes Unglück verhindern kann. Denn hätte der Vogel nicht "einen großen Klacks Taubendreck" auf den kahlen Kopf des übelgelaunten Mannes fallenlassen, hätten ihn ein paar Meter weiter herabfallende Ziegel getroffen. Ursula Poznanskis Sprache begleitet die Geschichte klar, präzise und an entsprechender Stelle auch mal temporeicher. Mit ihren humorvollen Einfällen trägt sie zu dem unbeschwerten Unterton der Geschichte bei.

Die luftigen Ilustrationen von Friederike Rave unterstützen diese beschwingte Feen-Geschichte daher ideal. Mit den markanten Tuscheumrandungen, mit denen sie das Wesentliche hervorhebt, und den blassen, pastelligen Farbtönen, mit denen Friederike Rave ihren Zeichnungen eine gewisse Leichtigkeit verleiht, entsteht eine harmonische Atmosphäre mit vielen liebenswerten Details.

Pauline mit ihren auf den Rücken geschnallten grünen Flügelchen wirkt klein, rund und knubbelig - nicht zuletzt durch ihren schwarzen, nach oben gebundenen Haarschopf, der ihr rundes Gesicht freigibt, in dem auch ein ziemlich knubbelige Nase zu sehen ist. Sie ist mit ihrem kräftig-roten Kleid stets im Mittelpunkt der sanften grün-grau-blauen Farbwelt und dominiert dessen sanfte Übergänge. Wenige Illustrationen füllen die ganze Seite; meist finden wir freigestellt, vor weissem Hintergrund, viele Einzelheiten, die die Geschichte lebendig begleiten. Schön ist auch die erfahrene Glücksfee Camilla in Szene gesetzt: Sie trägt eine Fliegerkappe mit entsprechender Brille und einen gelben, langen Mantel unter dem ein lilafarbenes Tüllkleid hervorschaut. Keine Frage, wen diese Illustrationen und die Geschichte von Pauline begeistern werden. Am ehesten werden wohl Mädchen von dieser zarten Farbwelt und der Feengeschichte angesprochen. Dabei ist Pauline zwar sehr niedlich, aber nicht die typische, rosafarbene Fee, die mit Anmut und Grazie durch die Welt schwebt; Pauline zeigt in jeder Beziehung Charakter: Sie zweifelt an sich und bekommt sogar Magenschmerzen vor schlechtem Gewissen. Doch am Ende darf sie herausfinden, dass sie eine ganz besondere Glücksfee ist, die den Menschen hilft, ihr Glück selbst zu finden.

Fazit:

"Pauline Pechfee" ist eine echte Ermunterung zum positiven Denken: mit schwerelos-leichten Bildern entführen uns Ursula Poznanski und Friederike Rave in eine etwas andere Feen-Geschichte, deren Protagonistin einfach liebenswert ist.

Stefanie Eckmann-Schmechta


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