Der Leuchtturm unter den Wolken

Erschienen: Februar 2008

Couch-Wertung:

85%
Idee
Bilder
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Idee

Eine abenteuerliche Geschichte über die Sehnsucht nach wärmendem Licht und dem Mut zur Veränderung, die unzählige wichtige Botschaften enthält, welche aber leider von Kindern nicht ohne weiteres erschlossen werden können.

Bilder

Sehr schöne, skizzenhafte und nachträglich sanft kolorierte Zeichnungen, die mit wenigen Strichen das Wesentliche darstellen. Beeindruckende Darstellung der rauen Natur auf der Insel.

Text

Es wurde keine Seite verschenkt: der altersgerechte, vorwiegend bildbeschreibende Text beginnt bereits auf der ersten Innenseite und wurde teilweise auch optisch in die Bilder integriert.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Feb 2008

Die Leuchtturmwärterin Kitty und der Schiffsbauer Tom leben auf einer Insel, die ganz weit draußen im Meer liegt. Dort regnet es jeden Tag und der Himmel ist niemals zu sehen. Beide lieben das Licht und fragen sich, warum es tagsüber heller ist als in der Nacht. Gemeinsam entwickeln sie eine Idee, um es herauszufinden.

Die wenigen Bewohner der Insel tragen, wenn Sie aus dem Haus gehen, immer Gummistiefel und gucken missmutig unter ihren Schirmen hervor. Kitty hat Glück, denn das helle Licht des Leuchtturms machte ihr Freude, obwohl sie grübelt warum es tagsüber heller ist als nachts. Es muss also etwas über den Wolken geben, dass noch mehr Licht macht als ihr Leuchtturm-Scheinwerfer. Gemeinsam mit ihrem Freund Tom, dem Schiffsbauer, schmiedet sie Pläne und setzt sie schließlich auch in die Tat um. Verwundert beobachten die Bewohner, den auf den Leuchtturm montierten Kran, der Boote und Schiffsteile auf die Spitze des Turms befördert. Neugierig und aus Sorge um Kitty gehen die ersten nach dem Rechten sehen und kehren nicht mehr zurück. Verwundert folgen auch die anderen und klettern den Schiffsaufbau empor, der so hoch ist, dass er die Wolken durchstößt. Oben angekommen stehen sie in strahlendem Sonnenschein und werfen überglücklich Regenschirme und Gummistiefel von sich. Erst am Abend kehren die Bewohner in ihre Häuser zurück. Kitty und Tom aber richten sich über den Wolken häuslich ein und beschließen für immer dort zu wohnen.

Eigentlich unvorstellbar, dass es Menschen geben soll, die weder Sonne noch Mond kennen. Aber Autor und Illustrator Thomas Docherty hat das Unvorstellbare eindrucksvoll umgesetzt. Mit wilden Strichen zeichnet er überaus geordnete Flächen: schroffe Felsen, steile Küste, feuchtes Grün, unglaubliche Wolkentürme und unendlichen Himmel. Mit wenigen Strichen skizziert er auch Kitty, die nachdenkliche Leuchtturmwärterin, die sich nicht mit dem Licht des Leuchtturms allein zufrieden geben will. Sie ist neugierig und um zu erfahren, was die Wolken wohl tagsüber heller macht als abends, wagt Sie das Unmögliche: Sie baut einen Turm in den Himmel. Dass der Turm auf dem Leuchtturm aus alten Schiffsteilen eigentlich viel zu wackelig ist, stört nur Erwachsene und spannend ist die Geschichte auf ihre ganz eigene Art und Weise. Der Nebel und die Perspektive, nämlich unter den Wolken zu sein und nicht zu wissen, was dort oben passiert, tragen dazu bei.

Kittys Tatendrang wird belohnt mit dem Anblick von Sonne Mond und Sternen. Für uns alltäglich, ist es für Kitty und die ihr nach oben folgenden Dorfbewohner atemberaubend. Ihre grimmigen Gesichtsausdrücke werden von der Sonne in entspanntes Lachen verwandelt. So erzählt dieses Buch von der Sehnsucht nach etwas Unbekanntem, von dem Wissen, dass es jenseits des Horizonts noch eine Welt gibt, die es zu entdecken gilt; es zeigt, dass man sich seinem Schicksal nicht ergeben muss, dass mit Willen und Tatendrang jeder auf der Sonnenseite des Lebens stehen kann und dass nichts, auch die Natur nicht, selbstverständlich ist. WOW! Sicher ein wenig zu viel für ein Kinderbuch und ohne elterliche ";Übersetzung" kaum zu erschließen.

Versuchen Sie es doch auf die einfache Weise und erklären Sie ihren Kindern wie wichtig Forscherdrang ist und wie gut man sich fühlt, wenn man sich etwas vornimmt und das dann auch umsetzt. Denn genau das tut Kitty, sie fühlt sich richtig wohl über den Wolken. So wohl, dass Sie nie mehr auf den Anblick der Sterne verzichten möchte.

Die zarte Liebesgeschichte zwischen der Leuchtturmwärterin und dem Schiffsbauer Tom, tut gut und macht die Erzählung, die in einem so rauen Klima spielt, weicher.

Fazit:

Eine ausgefallene Geschichte, die so viele schöne Gedanken enthält, dass jeder selbst auswählen sollte, welche er seinen Kindern näher bringen will.

Gabriele Jansen


Der Leuchtturm unter den Wolken

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