Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
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Idee

Eine wunderschöne und positive Umsetzung: Tanja Dückers stellt sich der nächtlichen Angst mit Wachsamkeit und greift zu einem einfachen Trick. Die Angst wird ernst genommen und Schreckgespenster werden zu lustigen und freundlichen Wesen.

Bilder

Nina Spranger verzichtet trotz des Themas ganz auf „Schwarzmalerei“. Sie treibt farbenprächtige, phantasievolle Wesen über die weissgrundigen Doppelseiten und es entsteht ein bunter Kosmos mit herlichen Fantasiewesen.

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Die fantasievolle Sprache ist ebenso „bunt“ wie die Illustrationen. Sie ist wunderbar eingängig und voller Vorstellungskraft.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Feb 2008

Immer wenn es Nacht wird verwandelt sich Jonas´ Zimmer im Zweilicht der Strassenlaternen zu einem unheimlichen Ort. Riesenspinnen und Regalmonster treiben da ihr Unwesen. Wie gelähmt sitzt Jonas dann da, während sein großer Bruder Paul friedlich schnarchend neben ihm liegt und von alledem nicht mitzubekommen scheint.

Wenn Jonas´ Hose und die Ärmel seines Pullovers von der Sitzfläche des Stuhls neben seinem Bett baumeln, scheint es, als würde die Riesenspinne ihre langen Beine unruhig bewegen. Wenn der Wind durch das geöffnete Fenster weht, fliegen Wesen mit papiedünnen, weissen Flügeln durch das Zimmer und das Regalmonster fängt an, seinen Blätterkopf zu schütteln. Doch vor dem dunklen Schrankungetüm nehmen sich selbst die fliegenden Wesen in Acht. Der uralte Schrank knarrt und knarzt ganz unheimlich. Jonas würde jetzt gerne Schutz bei seinen Eltern suchen, doch dazu müsste er ja an den Monstern vorbei und er wagt nicht, sich überhaupt zu rühren.

Neben Jonas wird Paul, sein großer Bruder wach. Jonas gesteht ihm, dass er sich gerade schrecklich fürchtet. Paul schliesst das Fenster und setzt sich zu Jonas. Nun erzählt Paul seinem kleinen Bruder von den Wesen in ihrem Zimmer. Von ganz anderen Wesen, Wesen die lustig, trottelig und vielleicht auch mal schusselig sind. Er erklärt seinem kleinen Bruder, dass es ganz harmlose, friedliche Gespenster sind und dass das treue, nimmermüde Krakengespenst, die Riesenspinne, ";ein guter Kerl" ist, der Jonas nur vor schlechten Träumen beschützen will. Die Geräusche, die das Schrankgespenst macht, sind nach Pauls Erkenntnissen nur Rülpser, denn das Schrankgespenst hat gut zu Abend gegessen. Die Fluggespenster von Jonas werden in Pauls Erklärung zu ";Königen der Luft", die noch zu jung sind, um auf die Gespenster-Flugschule zu gehen, um das Fliegen zu erlernen. Und dann zieht Paul an der Gardine, dem ";Schleierfisch" , und das Licht der Strassenlaternen lässt ein wunderschönes Licht- und Schattenspiel entstehen. ";Es sind die Lichtspielgespenster, die in den Strassenlaternen und in den Schweinwerfern der Autos wohnen... bis wir sie mit Hilfe des Schleierfisches zu uns einladen!" Viele lustige Wesen fliegen in das Zimmer tanzen umher, ";Einbeinige, Vielarmige, Spitzbäuchige, Kopflose und einige mit riesigen Elefantenohren". Jonas kann gar nicht genug von dem vergnüglichen Schauspiel bekommen und hört sich sogar lachen. Auf der dazugehörigen doppelseitigen Illustration finden wir dann auch die bunte, lustige Heerschar urkomischster Wesen. Die ausgelassenen Darsteller verbreiten mit Leichtigkeit eine Zuversicht, die alle ";Schreckgespenster" im nu vertreibt. Jonas versteht nun, dass die Gespenster in ihrem Zimmer ihre Beschützer sind.

";Gespenster gibt es doch gar nicht!" Schnell gesagt und nahe liegend, aber nur selten dürfte eine derartige Bemerkung von Erwachsenen wirklich weiterhelfen, wenn die Fantasie der Kinder ihre Ängste dominiert und die Bilder im Kopf eine ganz eigene Realität mit entsprechender Intensität schaffen. Tanja Dückers stellt sich diesem widrigen Umstand mit entsprechender Wachsamkeit und greift zu einem einfachen Trick: Jonas älterer Bruder Paul bestätigt die Anwesenheit der vermeintlichen Gespenster, nur ihrem gar furchteinflössenden Erscheinungsbild und erschreckendem Wesen begegnet er mit seinen persönlichen ";Erfahrungen". Natürlich ist das Verhalten seines Bruders für Jonas glaubwürdig und nachvollziehbar, denn schließlich war Paul auch mal klein. So agiert dann das Bruderpaar direkt auf Augenhöhe mit den kleinen Zuhörern und noch am ehesten mit den Kindern, die in einer ähnlichen Situation sind. Durch die einfühlsamen Dialoge zwischen Paul und Jonas entsteht schnell ein harmonischer Eindruck von Zusammengehörigkeit und Sicherheit.

Auch Nina Spranger verzichtet ganz auf ";Schwarzmalerei" und legt ihre Bilder auf weißem Hintergrund mit viel Freifläche an. Den Angst einflößenden Gegenständen gestattet die Illustratorin zu Beginn nur Schattenflächen und -formen in eher dezenten Farben, mal ausgenommen von dem lilafarbenen mächtigen Kleiderschrank. Bereits so wird klar, dass es Jonas´ Fantasie ist, die den Schatten ihr beängstigendes Eigenleben verleiht. Erst mit Hilfe von Jonas´ Bruder Paul wird den ungleichmäßigen Formen schließlich Leben eingehaucht - und das im positivsten Sinne. Als hätte sich Nina Spranger von der stetig steigenden Zuversicht und der langsam weichenden Angst von Jonas anstecken lassen, treibt sie die farbenprächtigen, fantasievolle Wesen voran in die schwungvolle Bewegung des Vorhangs hinein. Ein bunter Kosmos mit herlichen Fantasiewesen, teils mit realen Vorbildern, wie das Krakengespenst , teils allein der Fantasie im Licht- und Schattenspiel entsprungen.

So steht also die kindliche Fantasie ganz im Mittelpunkt von ";Jonas und die Nachtgespenster" und die ist hier sowohl wesentlicher Auslöser der Ängste von Jonas als auch der Schlüssel zur Selbsthilfe. Natürlich macht auch Tanja Dückers mit Ihrer Geschichte wieder deutlich, wie wichtig der offene Umgang mit Ängsten ist und darüber zu reden ein wichtiger erster Schritt ist.

Fazit:

Jonas und die Nachtgespenster ist ein wunderbar leichtgängiges und vor allem positiv geladenes Bilderbuch über die Bewältigung von Ängsten mit Hilfe der eigenen Fantasie. Durch den hier wunderbar dargestellten, verständnisvollen großen Bruder lernen auch wir Grossen, wie wir den Ängsten unserer Kinder begegnen können und dass wir mit dem, was da so nachts im Schlafzimmer rumkreucht und -fleucht auch eine Menge Spass haben können.

Stefanie Eckmann-Schmechta


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