Couch-Wertung:

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Idee
Bilder

Idee

Ein bäriges Abenteuer mit den klassischen Elementen ritterlicher Held, Entdeckungsreise, Freundschaft, Recht und Unrecht, Mut, Magie und Happy End

Bilder

Sicher gezeichnete Illustration, mit ausgefeilten Bildsequenzen und Perspektivwechsel, auch bei den Bildern keine wirklich neuen Ideen

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Mär 2008

[ab 5 Jahren]

Einen Sommernachtstraum erlebt ";Der Bär im Zauberwald" und lässt beim genauen Betrachten erkennen, von wem der Autor sich inspirieren ließ. William Shakespeare hätte wohl seine Freude und wäre überrascht, dass sein Zauberwald in diesem Kinderbuch auch ganz ohne Worte sein Publikum magisch fesseln kann.

Das Abenteuer beginnt mit einem schlafenden Helden, dem Bären, der sich in seinem Boot auf einem Fluss immer tiefer in den Wald treiben lässt. Ein aus dem Wasser springender Fisch beendet das gemütliche Nickerchen und der Bär schiebt verschlafen seinen Ritterhelm zurecht. Erst als das Boot unsanft ans Ufer aufläuft, setzt er einen Fuß auf das unbekannte Land, doch der Wald scheint friedlich.

Unbekümmert beginnt er seine Expedition ins Landesinnere und wird auch sogleich auf eine einzelne Biene aufmerksam. Bär, Biene, Honig - die Verlockung nach dem süßen Stoff lässt den Bären schnell das Astloch entdecken. Der Honigklau bleibt nicht unbemerkt und nun wird der Bär gejagt, der sich durch einen ungewöhnlichen Kreis aus Pilzen hinter eine Tür in einem Baum rettet.
Um ein Bienenproblem leichter findet sich unser bäriger Ritter in einem Tunnel wieder, dessen Ende ein lichtdurchfluteter Ausgang verspricht. Durch den Ausgang betritt er wieder den Wald, doch die Perspektive hat sich enorm verändert.
Unser dickbäuchiger Gigant ist geschrumpft und betrachtet erstaunt einen Pilz von unten. Die neue Größe birgt ungeahnte Gefahren und schon nach wenigen Schritten in der neuen, alten Welt wird er mühelos von einem Vogel gepackt und landet in einem Nest mit sehr hungrigen Küken. Die Flucht ist ein nicht geplanter Sprung in die Tiefe und damit wohl auch das Ende der Geschichte, wenn nicht in einem Zauberwald auch zauberhafte Wesen zaubern.
An seinem ritterlichen Umhang wird der erstaunte Bär von einem fliegendem Elfen aufgefangen und behutsam auf dem Waldboden abgesetzt. Der Elf und der Vogel scheinen sogar Freunde zu sein und können den Bären schließlich überreden, die beiden zu begleiten.

Auf dem Rücken des Vogels geht es immer tiefer in den Wald, aus dessen Mitte ein riesiger Baum ragt. Eine majestätische Treppe führt zu einer Tür im Stamm, die von einem königlichen Symbol geschmückt und von einem verdutzen Butler geöffnet wird. Die beiden betreten den Palast und gelangen schließlich in die königlichen Gemächer, doch hier scheint etwas nicht zu stimmen. Brille, Buch und Königskette liegen verstreut auf dem Boden und zu spät erkennen sie, dass sie selber in der Falle sitzen. Der schurkenhafte Butler versperrt den Weg und lässt die beiden von der manipulierten Garde ergreifen. Im Kerker treffen sie auf König und Königin und zusammen planen sie den Ausbruch. Mit einem optischen Trick schlagen sie den Kerkermeister in die Flucht und folgen den Spuren der geplünderten Schatzkammer. In der großen Halle stellen sie die Untreuen und es kommt zum finalen Kampf bei dem unser Bär den Butler in filmreifer Aktion zur Strecke bringt.
Das königliche Leben samt Tafelsilber ist gerettet und dem mutigen Helden gebührt ehrenvoller Dank. Der Bär wird zum Ritter geschlagen und erhält den goldenen Königstaler am roten Band. Die große Feier ist gleichzeitig auch ein rührender Abschied, denn zwischen Elfe und Bär ist eine besondere Freundschaft entstanden. Aber der Bär kehrt zurück in seine Welt, er ist gewachsen an alter und neuer Größe und seinem nächtlichen Sommertraum, ein echter Ritter zu werden, ein riesigen Schritt weiter.

";Midsummer Knight" ist der Originaltitel dieses lebendigen Bilderabenteuers, dessen Autor die Macht der Illustration dem faszinierten Leser auf flüssig, sympathische Art näher bringt. Gregory Rogers unterrichtet im australischen Brisbane Illustration, präsentiert hiermit sein zweites textloses Bilderbuch und sah sich von Shakespeare verzaubert und herausgefordert. Der englische Titel zeigt viel deutlicher die Nähe zum Original, aber auch Puck (fliegender Elf), Titania und Oberon (Königin und König) lassen sich zuordnen und so noch viele weitere kleine Details.
Doch ";Der Bär im Zauberwald" funktioniert auch ohne literarische Anlehnung. Die aquarellierten Federzeichnungen sind dem Wald entsprechend in Erdfarben und grünen Tönen gehalten. Besonders gelungen ist die Mimik der Akteure, die in jedem Bild den Charakter und das weitere Handeln deuten lassen. Für Kinder ab 5 Jahren eignet sich das Buch mit entsprechender Hilfestellung, denn die teilweise sehr komplexen Bilder überfluten beim ersten Betrachten und führen zu erstaunlichen Interpretationen. Für erwachsene Kenner wirken die Bilder in Abfolge und Spannungsbogen ausgefeilt, bei dem glücklich endenden Sturz aus dem Vogelnest wird zum Beispiel der Hintergrund weggelassen, um die Aufmerksamkeit auf den Gesichtsausdruck zu lenken. Kinder, die gerade Lesen lernen wird es daher leichter fallen, sich Bild für Bild in die Feinheiten der Geschichte hineinzudenken.
Abwechselungsreich gestaltet sich die Wahl der Blickwinkel, von der Vogel- bis zur Pilzperpektive oder auf Augenhöhe mit dem gierigen Butler, der Zeichner erzeugt so die richtige Stimmung. Auch das Tempo wird durch Anzahl und Größe der Bilder reguliert, sodass diesem buchförmigen Kino nur noch die Bewegung der Figuren fehlt, den Originalton liefern schon die Kinder.

Fazit:

";Der Bär im Zauberwald" ist eine durchdacht bebilderte Abenteuergeschichte, die von Kindern schon eine gewisse Portion Konzentration verlangt. Die Handlung enthält alle Elemente einer klassischen Heldensaga mit Freundschaft, Mut und spannend, humorvollem Höhepunkt und wagt wenig Innovatives. Der fehlende Text animiert allerdings jeden, sich als Erzähler zu probieren und gibt der Geschichte jedes Mal ein ganz eigenes Leben.

Christina Buschmann

 

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