Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
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Idee

Berührende und ausgezeichnete Beziehungsgeschichte zwischen Ente und Krokodil mit Happy-End.

Bilder

Die Illustrationen in Tinte und Wasserfarben vermitteln mit ihren gedämpften Tönen und den wohlgesetzten farblichen Akzenten ein harmonisches Zusammenspiel. Sie überzeugen durch ihre sympathische Originalität.

Text

Kurze verständliche Sätze, für Kinder des empfohlenen Alters gut umgesetzt.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Mär 2008

Ein Ei kullert zufällig in ein Entennest. Obwohl das ";verirrte" Ei so viel größer ist als ihre eigenen, bemerkt die Entenmutter es erst gar nicht. Sie ist viel zu sehr mit dem Lesen beschäftigt und brütet derweil fleißig weiter...

So beginnt die Geschichte von Gui-Gui.

Nach einiger Zeit schlüpfen vier kleine Küken aus den Eiern, die sich sehr in ihrem Aussehen unterscheiden. Eines hat blaue Tupfen und bekommt den Namen Buntstift. Das zweite Küken hat Streifen und wird Zebra genannt. Aus dem dritten Ei schlüpft ein gelbes Küken mit Namen Mondschein. Und aus dem vierten - dem grossen Ei - schlüpft ein kleines blaugraues Krokodil, das unaufhörlich ";gui-gui" quiekt. Deshalb wird das kleine Krokodil auch kurzerhand Gui-Gui genannt.

Die Entengeschwister und die Entenmama lieben Gui-Gui heiß und innig und sehen es als ihresgleichen an. Die Entenmama kümmert sich rührend um ihre Kleinen und macht keinen Unterschied im Hinblick auf Größe, Farbe oder sonstige Besonderheiten. Zusammen erleben sie sehr viel, haben Spaß und ergänzen sich wunderbar.

Eines Tages kommt es aber zum Wendepunkt in dieser Idylle. Drei ausgewachsene Krokodile tauchen auf und reden Gui-Gui ein, er sei auch ein Krokodil. Daher erwarten, ja, verlangen sie von ihm, dass er ihnen hilft, die Enten zu fressen: Vorzugsweise von der Brücke hinunter geworfen und direkt in ihre Mäuler.

Gui-Gui ist verwirrt und sehr traurig, er fühlt sich nicht wie ein garstiges Krokodil; er erkennt aber auch, dass er keine Ente ist. Doch beim Anblick seines Spiegelbildes auf der Wasseroberfläche eines kleinen Teiches findet Gui-Gui seinen Humor wieder: ";Ich bin gar kein Krokodil, aber ich bin auch keine Ente. Ich bin ein Entodil." Gui-Gui betrachtet laut lachend sein verzerrtes Spiegelbild und tatsächlich: Es sieht aus wie eine Mischung aus Krokodil und Ente.

Nach langem Überlegen kommt ihm schließlich auch eine Idee und er weiß wie er seine Entenfamilie retten kann. Die drei garstigen Krokodile lauern bereits unter der Brücke und warten darauf, dass ihnen die Enten in den Schlund springen, aber sie warten vergebens. Stattdessen wirft Gui-Gui ihnen riesige Steine ins Maul, an denen sie sich ihre Zähne ausbeißen. Die Krokodile suchen das Weite und sind seitdem spurlos verschwunden. Die Entenfamilie ist gerettet und Gui-Gui, das Entodil, lebt mit ihnen glücklich und zufrieden.

Der Illustrator und Autor Chih Yuan Chen, geboren 1975, lebt und arbeitet in Taiwan. Er wurde bereits dreimal mit dem renommierten Hsin Yi Picture Book Award ausgezeichnet. Sein Bilderbuch über ";Gui-Gui, das kleine Entodil" eroberte bereits international die Bestsellerlisten. Inspiriert wurde Chen durch eine Adoptionsgeschichte eines asiatischen Freundes, der von einer amerikanischen Familie adoptiert wurde. Chen's Geschichte über Liebe, Akzeptanz und Selbstentdeckung hat alle Zutaten auch hier ein Lieblingsbuch zu werden.

Die schlichte, wie auch kluge Geschichte ist illustratorisch, in einer Technik aus Tinte und Wasserfarbe, aussergewöhnlich umgesetzt und überzeugt durch seine Originalität. Dabei büssen die Hauptfiguren von Chih Yuan Chen ganz und gar nicht ihren ";Niedlichkeitsfaktor" ein. Im Gegenteil: Irgendwie schafft er es, sie gerade wegen ihrer feinen Eigenheiten so liebenswert erscheinen zu lassen. Hier fällt besonders die lebendige Mimik von dem kleinen Gui-Gui auf, die durch seine kindliche Körpersprache noch unterstützt wird. Seine kleine Ente auf Rädern ist bei seinen Abenteuern immer dabei und kann in jeder einzelnen Szene von den Kindern entdeckt werden. Als Gui-Guis Stimmung auf dem Tiefpunkt ist, wirkt auch die kleine Holzente mit ihrem abgefallenen Holzrädchen etwas derangiert.

Seine Farbwelt ist ruhig und vermittelt Ausgeglichenheit. Überwiegend benutzt Chen gedämpfte Farben wie grün, braun, und unterschiedliche Grautöne, die mit blauen, orangen und roten Details hervorgehoben werden. Die Hintergründe sind abwechselnd in weiß, schwarz und grau gehalten, sodass ein wechselnder Rhythmus entsteht. Dabei fällt auf, dass wann immer die garstigen Krokodile auftauchen, der Hintergrund schwarz ist und schwarze Vögel zu erkennen sind.
Auf diese Weise unterlegt Chen seine Bilder geschickt mit einem bedrohlichen Szenario, so dass die garstigen Krokodile noch über ihr Aussehen hinaus ein negatives Image erhalten.

Dass der Grundtenor der Geschichte jedoch so humorvoll ist, ist dem vordergründig so leichtgängigen aber dennoch klugen Erzählbogen zu verdanken, wie auch den humorvollen Illustrationen. Da wird die Entenmutter, mit Lesebrille auf dem Schnabel, auf ihrem Nest dargestellt, wie sie so vertieft in ihre Lektüre über das ";Mutterwerden" ist, dass sie den Familienzuwachs gar nicht mitbekommt. Besonders schön ist auch die Illustration, wo die Mutter ihren Sprösslingen Lehreinheiten im Schwimmen, Tauchen und Entenwatschelgang erteilt. Alle Enten halten ihre Schnäbel in die Luft und wirken sehr selbstzufrieden, während Gui-Gui größer und stärker als seine Geschwister, die ganze Entenfamilie mit dem Fahrrad spazierenfährt.

Fazit:

";Gui-Gui" ist ein wunderschönes Bilderbuch über das Anderssein, über Liebe und Toleranz. Es ist voller Ausdruck und funktioniert für Eltern und Kinder sogar länderübergreifend. Also, nicht wundern, wenn Ihr Kind in die Krokodil-Kindersprache verfällt: Gui-gui! Ein international übertragbarer Ausdruck der Begeisterung!

Nicole Giering

 

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