Stark gegen Mobbing

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Julian Hübecker
85%1001

Kinderbuch-Couch Rezension vonOkt 2026

Idee

Sicher keine neue Idee, aber von der Aufarbeitung her definitiv mit Wiedererkennungswert.

Bilder

Farblich sehr passend und vielfältig gestaltet.

Text

Kindgerecht geschrieben, aber manchmal doch etwas anspruchsvoller.

Ein Buch für alle.

Mobbing betrifft uns alle, denn jeder ist mit Sicherheit schonmal damit in Berührung gekommen. Vielleicht wurde man selbst gemobbt, oder hat es mitbekommen und nichts unternommen, aus Angst, selbst in die Schusslinie zu geraten. Um Mobbing zu verhindern oder sich für andere einzusetzen, sollte man sich mit dem Thema beschäftigten - und das fängt schon bei den Kleinsten an. Dieses Buch erklärt, sensibilisiert, entwickelt Strategien und bietet Hilfe für unterschiedliche Situationen.

„Ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler wird jedes Jahr gemobbt.“

„Stark gegen Mobbing“ geht verschiedenen Fragen nach: angefangen mit „Was bedeutet eigentlich Mobbing?“ über „Wie passiert Mobbing?“ bis hin zu „Wie wird man nicht zum Mobber?“ Gut strukturiert bietet sich so ein interessanter und vollkommener Überblick zu dem Thema, der aber auch aktuelle Punkte mit einbindet, etwa das Mobben im Internet („Warum sind im Internet viele so gemein?“). Natürlich liegen all dem ganz andere Fragen zugrunde, die man sich stellen muss, wenn man Mobbing verstehen will: „Was ist normal?“ oder „Warum wollen alle beliebt sein?“ Denn genau das ist der Kern, wenn man sich mit Mobbing befassen will. Das hat Elisabeth Rauffauf fachlich und kindgerecht aufgearbeitet. Hier sieht man ihre Erfahrung als Diplom-Psychologin und Kinderbuchautorin.

Die einzelnen Fragen werden u.a. mithilfe von Texten beantwortet, die zwar eine leichte Sprache sprechen, aber definitiv mit einem Erwachsenen gelesen werden sollten, um den Kontext zu erklären. Eine hervorragende Idee ist, Kinder zu Wort kommen zu lassen: Sprechblasen beinhalten eigene Erfahrungen. Manche zeugen traurigerweise von Mobbing-Erlebnissen, andere klingen im ersten Moment kindlich naiv, sind in ihrer Einfachheit aber genau auf den Punkt: „Man muss einfach nett sein.“

Illustrationen spiegeln Stimmung

Illustriert wurde das Buch von Sarah Tabea Hinrichs, deren Bilder sehr verspielt wirken, dennoch immer ins Schwarze treffen. Vor allem spiegeln sie die Vielfalt der Gesellschaft wider: ob ein Junge im Tutu, Kinder mit unterschiedlicher Hautfarbe oder Kultur, mit Brille, Rollstuhl oder sogar Augenklappe. Insgesamt sind die Seiten in angenehmen Farben gehalten, werden aber düsterer auf der Doppelseite „Wie fühlt man sich, wenn man gemobbt wird?“ oder knallig rot bei der Frage „Was soll ich machen, wenn die anderen einfach nicht aufhören?“

Manche Situationen werden auch auf Tiere oder Gegenstände übertragen, etwa einen Oktopus, der wegen seiner fehlenden Streifen gemobbt wird. Auf diese Weise bietet die Illustratorin eine neue Denkrichtung und eine Bewertung der Situation außerhalb der eigenen Lebenswelt, um schließlich eigene Handlungen leichter zu hinterfragen: Muss man sich wirklich lustig machen, wenn man anders aussieht? Das ist intelligent gelöst.

Fazit

Ein Kinder-Sachbuch, das das Thema Mobbing thematisch und illustratorisch sehr gut aufgearbeitet hat und verschiedenen Fragen nachgeht, die helfen, Mobbing zu verstehen und damit umzugehen.

Stark gegen Mobbing

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