Couch-Wertung:

91%
Idee
Bilder
Text

Idee

eine feine Auswahl kurzer Tiergeschichten, die teilweise brüllend komisch sind und anregend irritieren

Bilder

kräftig warme Farben und liebenwerte Pinselstriche bilden tierische Charakterköpfe

Text

trockenster Humor mit schnörkelloser Sprache frisch und treffend erzählt

Leser-Wertung

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Apr 2008

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star*. Fünfzehen wunderlich witzige Kurzgeschichten aus dem menschlichen Reich der Tiere erzählt Jens Rassmus so alltagsnah und herrlich unmöglich, dass sich Fuchs und Igel, Bär und Bison, Elefant und Kaninchen noch lange nicht gute Nacht sagen.
Der mehrfach ausgezeichnete Illustrator übernahm dieses Mal wieder die komplette Regie über Text und Gestaltung und wurde zu Recht ausgezeichnet mit dem Österreichischen Kinder -und Jugendbuchpreis 2008.

Auf der Suche nach einem rettenden Taschentuch verirrt sich das Kaninchen, durch seine Erkältung aller Sinne geraubt in den Bau des Fuchses, schnäuzt in das Geschirrtuch und legt sich schnell wieder schlafen. Schlaftrunken erwacht der Fuchs und betrachtet ungläubig das neben sich liegende Langohr. "; Das wird leider nur ein schöner Traum sein." denkt er und schläft weiter. Darauf erwacht das Kaninchen, erkennt den Ernst seiner Lage und hoppelt zu Tode erschrocken ins Freie. Nach einiger Zeit erwacht wieder der Fuchs, schaut um sich und sieht seinen Traum bestätigt ";Dachte ich's mir doch", brummt er zu guter Letzt und muss niesen.

So startet die tierische Prosasammlung und unbemerkt hoppelt das Kaninchen vier Geschichten weiter, um dann mit dem entscheidenen Tritt gegen einen faulen Apfel eine rasante Kettenreaktion zu starten, die dem Biber das Leben rettet. Dieser, der mit den anderen Tieren nichts mehr zu tun haben wollte, hatte sich ein schönes, solides Haus gebaut und erst zu spät festgestellt, dass Tür und Fenster fehlten. Hoffnungslos eingemauert bemerkt das Kaninchen den Biber-Jammer und handelt. Der Apfel landet vor der Schnauze des Igels, wird kurzerhand gefressen und gelangt als Pups zurück in die Atmosphäre. Die so eingenebelte Maus gerät ins Trudeln, stößt gegen die Blume, erschreckt den Schmetterling, der wiederum auf der recht kitzligen Nase des Nashorns landet und den Koloss derart in Rage bringt, dass dieser in blindwütiger Panik das Haus des Bibers nieder rennt. Und wer hat Schuld? ";Der Igel hat gefurzt" sagt die Maus. ";Der Apfel ist Schuld" sagt der Igel und der Biber ist so glücklich, dass er für alle einen Kuchen backt.

Vierzehn Geschichten und eine dreiteilige Dschungelserie reihen sich auf diese Weise wie flüchtige Begebenheiten aneinander und erzählen von dem Igel, der träumt, er wäre ein Löwe, von dem Löwen der sein Königsein gegen ein Picknick tauscht, von dem Elefanten, der sich in sich selbst verliebt und von einem Waschtag, der für den Schwarzbär als Eisbär endet.

Am Ende kommt der Bärenvater erschöpft aus dem Kinderzimmer, seine Gutenachtgeschichte hat sich selbständig gemacht und die Höhle in einen Fußballplatz verwandelt, der Igel im Tor und die Mannschaft, nach und nach eingetroffen aus all den Geschichten, vergnügen sich im bunten Spiel.

";Schlafen die Kinder schon?", fragt die Bärin. "Nein", seufzt der Bär. ";Die Geschichte ist noch nicht zu Ende".

";Der Karierte Käfer" ist im Format eher unauffällig, aber in seiner Wirkung ganz groß. Die Schnappschussgeschichten hinterlassen ein breites Schmunzeln, ein humorvolles Fragezeichen oder ein herzhaftes Lachen. Der Autor tarnt seine herrlichen Ideen und Beobachtungen mit Löwenfell und Nashornhorn und gibt den Geschichten so unvermutete Wendungen, dass große Probleme plötzlich unvermittelt klein erscheinen und es am Ende keine Verlierer gibt.

So kennen auch Kinder schon diese ganz besonderen Tage, an denen gar nichts funktionieren will und wie der Fuchs, vom Weckerklingeln genervt, immer noch erkältet, von offenen Schranktüren angegriffen und von der Sonne verbrannt, wild um sich schimpft und schlägt. Am Ende entrollt er den Gartenschlauch, um es der Sonne so ";richtig zu zeigen" und richtet den Wasserstrahl auf den Übeltäter. In dieser Laune versagt oft das beste pädagogische Geschick und die eine Standardlösung gibt es nicht. Der Fuchs löscht zum Schluss seine schlechte Laune mit einer eigenen angenehm kalten Dusche.

Zu jeder Geschichte gibt es eine treffende Illustration, die die Charakterzüge der Tiere auf den Pinselpunkt bringt. Feine Pinselstriche und ordentlich Farbe ergeben eine warme, fröhliche Stimmung. Auch findet sich hier wieder das ausseroderntliche Talent von Jens Rassmus, seinen Bildern Tiefe und Atmosphäre zu verleihen.

Die Sprache ist einfach verständlich und gerade die wörtliche Rede ist mit Kürze gewürzt, so dass die Erzählungen einen ganz typischen Klang erhalten. Und dieser Klang, der auch durch die Mischung aus witzigen, verblüffenden Geschichten und urkomischen Momentaufnahmen entsteht, ist für Zuhörer und Vorleser ein ansteckender Spaß, bei dem die Lehre, wenn es denn sein muss, mit einem Augenzwinkern weit hinten angestellt wird.

Fazit:

Jens Rassmus ist ein wunderbarer Beobachter und beherrscht den trockenen, norddeutschen Humor in ganz liebevoller Weise. ";Der karierte Käfer" eignet sich als Selbst- und besonders als Vorlesebuch und begeistert durch seine leichte, wertefreie Art. So gibt es viel Stoff zum Lachen, zum Nach- und Weiterdenken und hat auch durch seine wunderbaren Illustrationen Stil, Charme und Charakter.

Christina Buschmann

 

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