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Idee
Bilder
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Idee

Die lebendige Geschichte und die ebenso lebendigen Geschwister werden schnell Zugang zu unseren Zuhören finden. Eine alltägliche Situation authentisch und hautnah dargeboten. Die Mutter reagiert auf das Chaos vorbildlich.

Bilder

Überwiegend doppelseitige Aquarellillustrationen unterstreichen das lebendige Spiel der Kinder, wirken aber nie überfrachtet. Eine gekonnte Strichführung überzeugt.

Text

Die einfache Sprache, viele Dialoge und eine unbeschwerte Erzählweise sind der Zielgruppe angemessen und überzeugen. Eine unterhaltsame und gut verständliche Geschichte.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jun 2008

So mancher Erwachsene von uns kann sich an die spannende Zeit erinnern, da die Milchzähne anfingen zu wackeln und nach langem Hin und Her(-wackeln) schliesslich der Zahnfee zum Tausch einer anderen Kostbarkeit überlassen wurden. Dieses beliebte Thema ist mit dem Buch ";Der verlorenen Wackelzahn" von Cornelia Funke in die Neuauflage gegangen. Damals noch mit Illustrationen von Julia Kaergel, präsentiert sich die zeitlose Geschichte heute mit den lebendigen Aquarellbildern von Kerstin Meyer.

Anna hat schon zwei Zähne verloren und sie über Nacht unters Kissen gelegt. Jedes Mal hat die Zahnfee ihr dafür ein kleines Geschenk gegeben, und so sollte es auch beim dritten Zahn sein! Aber wie immer kommt es anders als erhofft. Durch eine ausgelassene Piraten-Toberei mit ihrem Bruder Benji ist plötzlich der Zahn futsch! Auweia! Das Geschrei, so kann man sich gut vorstellen, ist riesengross. Bei dem hinterlassenen Spielchaos ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering ihn schnell wiederzufinden. Die Mutter der Geschwister nutzt die Gelegenheit klug und räumt mit ihren beiden Piraten das gesamte Zimmer fein säuberlich auf. Zur Belohnung gibt es eine Versöhnungspraline von Mama. Und nach einer Entschuldigung kann der kleine Knirps seine Schwester überraschen, indem er ihr ihren Wackelzahn entgegenhält. Sofort legt Anna ihn unter ihr Kissen. Benji ist dennoch traurig, er hat keinen Wackelzahn. Anna beweist Stärke und erbittet bei Mama einen Plastikzahn für Benji- mal sehen ob es klappt. Das Ergebnis: ";Zahnfeen trösten gern mal kleine speckige Piratenbrüder-auch wenn die ihnen nur Plastikzähne unters Kissen legen können." Und beide freuen sich über die kleinen Geschenke.

Die Zahnfee ist ein Fabelwesen, ursprünglich aus der britischen und amerikanischen Folklore, das kleinen Kindern nachts angeblich eine Goldmünze im Austausch für einen ausgefallenen Milchzahn hinterlässt. Dazu legt das Kind den Zahn vor dem Schlafengehen unter das Kopfkissen. Die Goldmünze wird in den heutigen Zeiten von den Eltern entweder durch Geld oder durch andere kleine Überraschungen ersetzt. Die ersten Berichte von der Zahnfee als allgemein guter Fee, stammen vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Dieses ";alte" Ritual erfreut sich auch heute noch grosser Beliebtheit, so auch im Buch ";Der verlorene Wackelzahn", das erstmals im Frühjahr 2000 erschien und nun mit neuem Erscheinungsbild wieder aufgelegt wurde.

Es ist ein Buch, zu dem die kleinen Zuhörer leicht Zugang finden werden. Mit Anna kann sich jedes Kind, das schon mal einen Wackelzahn hatte, schnell identifizieren. Und ein jüngeres Geschwister, das so manches Vorhaben durcheinanderbringt, gibt es ja nun auch allzu häufig. Wie so oft scheinen Cornelia Funkes Geschichten mitten aus dem Kinderalltag gegriffen.

Vorbildlich aber auch die Reaktion der Mutter.Nicht nur, dass sie einen lauten Schlagabtausch der Kinder mitbekommen muss, entdeckt sie auch noch das totale Chaos im Kinderzimmer- eine fast alltägliche Situation, die aber mit dieser dargestellten Ruhe der Mutter nicht unbedingt immer bewältigt werden kann - aber durchaus sollte. Mehrere Möglichkeiten werden durchgespielt, um doch noch irgendwie an ein Geschenk zu kommen. Dabei gibt die Mutter beiden Kindern die nötige Aufmerksamkeit und kann schliesslich diese kleine, bzw. grosse Misere beheben, indem sie ganz praktisch für die Säuberung des Terrains plädiert. Und das im doppelten Sinne: Im Prozess des Ordnens können sich die Gemüter beruhigen und Benji bekommt so die Chance, seine grosse Schwester wieder zu besänftigen.

Cornelia Funke versteht es mit ihrer Sprache wiedermal genau den Nerv zu treffen. Sie zeigt eine Welt der Protagonisten, in die unsere Zuhörer schnell Zugang finden. Kurze Sätze, viele Dialoge und eine authentische und zugleich unbeschwerte Erzählweise lassen auch die auch die Altersgenossen Benji`s die Geschichte gut miterleben.

Die bunte Welt und das Chaos im Kinderzimmer versteht die Illustratorin Kerstin Meyer sehr gut in ihren Aquarellbildern wiederzugeben. Trotz der vielen Details und der vielen verwendeten Farben, wirken die meist doppelseitigen Bilder nie überfrachtet oder gar zu bunt. Mit ihrer klaren und dezenten Strichführung versteht sie es, den Protagonisten in der jeweiligen Situation den entsprechenden Gesichtsausdruck zu geben, ohne zu übertreiben. Die Gesichter sind daher fast minimalistisch gezeichnet, sind aber durch z.B. die geschickt gezeichneten Augen sehr ausdrucksstark. Kleinste Mimiklinien kommen hier zur Aussage, eine hochgezogene Augenbraue oder ein nach unten gezogener Mund.

Fazit:

";Der verlorene Wackelzahn" beschäftigt sich gleich mit mehreren Untergeschichten: Geschwister, Spiel, Streit, Versöhnung und einer vorbildliche Mutter in der geheimen Rolle als Zahnfee. Eine so mitfühlende Zahnfee brauchen Kinder - auch in der heutigen Zeit! Das ";alte" Fabelwesen ist noch aktuell. Es ist ein Buch, in dem sich jeder wiederfindet.

Sylke Wilmer-Gruchmann

 

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