Das große, dicke Vorlesebuch

Erschienen: Juni 2008

Couch-Wertung:

83%
Idee
Bilder
Text

Idee

Die richte Länge und die gute Mischung der Themen und Formen, sowie beliebte und weniger bekannte Geschichten bekannter Autoren, machen den Erfolg dieses Buches aus.

Bilder

Jede Geschichte enthält eine Zeichnung oder eine farbige Illustration was den bilderbuchgewöhnten Zuhörern die Orientierung erleichtert. Die Bleistift-Zeichnungen sind ausgezeichnet.

Text

Eint buntes Textgemisch der verschiedensten Formen und Stile, das insgesamt stimmig, wenn auch sehr unterschiedlich ist. Schrift ausreichend groß für Erstleser.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jun 2008

Machen Sie es sich gemütlich- denn ob Sie nun eine verträumte Prinzessin oder einen kleinen Abenteurer zu Hause haben ist ganz unerheblich. Im dicken Vorlesebuch des Thienemann Verlags wird sowohl über Traumschlösser als auch über Eisberge berichtet - für jede Interessenslage ihres Kindes also ausreichend Vorlesestoff.

Die erste der 67, bereits früher im Thienemann-Verlag veröffentlichten, Geschichten des Vorlesebuchs, spielt im Tierreich. Wir lernen Olga da Polga, das Meerschweinchen, kennen, das sich bei den Menschen sehr gut aufgehoben fühlt aber schier daran verzweifelt, was die Namensgebung der sonst doch so intelligenten Wesen angeht. Die Angst davor, einen anderen als ihren eigenen Namen zu bekommen, verhilft Olga Meersau zu unglaublichen Schriftkünsten.

Danach folgt eine etwas nachdenklichere aber ebenso interessante Geschichte, die von zwei kleinen Indianerjungen handelt, die herausfinden wollen, warum der weiße Mann die Büffel vertrieben hat. Auch wenn die Geschichte eine der ruhigeren ist, ab und zu etwas verwirrt, da man eine Menge an indianischen Übersetzungen behalten muss (";Und Fliegender Stern galt für alle im Lager wie ein Sohn von Grasvogels Eltern, die hießen Bergadler und Biebermutter") und sie auch sehr abrupt endet, so wirbt sie trotz allem für Verständnis dem weißen Mann gegenüber, der doch aus Angst und Unwissenheit gehandelt habe.

Es folgen etliche Geschichten, die häufig mit ";es war einmal" beginnen und ganz tief in die Märchenwelt entführen. Die handeln dann z.B. von sprechenden Königs-Bäumen, überraschenden Leuchtturminseln oder einsamen Prinzessinnen in einem Glasturm. Das schöne daran ist, dass all die phantasievollen Begebenheiten möglicherweise hätten auch so passieren können. Die vorgenannte Prinzessin ist nämlich eigentlich ein kleines Mädchen, das in einem Wolkenkratzer wohnt, der außen verspiegelt ist. Und da sie sich einsam fühlt, liest sie sehr viele Geschichten die von Feen, Hexen und Zauberern erzählen, als sie plötzlich einem Zaubervogel gegenübertritt, der ihr hilft einen Freund zu finden. Hört man genau hin, dann findet man heraus, dass das auch ohne Magie funktioniert haben könnte.

Schön abwechslungsreich sind nicht nur die grundverschiedenen Inhalte, sondern auch die unterschiedlichen Formate. Im ";Troll" zum Beispiel, fragt ein kleiner Bär in Reimform, was ein Troll eigentlich macht. Und der antwortet in allerschönsten Reimen was seine Aufgaben im Wald sind. Auf den ersten Blick scheint es recht schwierig der, dem Reimschema angepassten, Sprache zu folgen, aber Kinder lieben Reime und sind, ein wenig wider Erwarten, ganz aufmerksam dabei. Die Autorin der Geschichte "; Wie Allyssa einen Hund bekam" hat zwei Geschichten in einer entworfen. Für eilige Leser können nämlich die kursiv gedruckten Textteile weggelassen werden. Das kürzt die Länge um circa zwei Drittel und macht trotzdem noch Sinn.

Wie aus dem Leben gegriffen und mit hohem Identifikationspotential für Geschwisterkinder ist die Erzählung ";Tausche kleine Schwester gegen..." in der die nervige Schwester einem Tauschhandel mit dem geschwisterlosen Freund gegen ein Raumschiff zum Opfer fällt. Doch das Raumschiff wird schnell langweilig und glücklicherweise kann der Freund auch nicht mit den Zicken des kleinen Mädchens umgehen. Nur der Bruder weiß ganz alleine, wo sich der ";Aus-Knopf" des kleinen Tinchens befindet. Zu dieser Kategorie gehören auch ";Keine Zeit für Paula" in der die kleine Paula ihre Eltern und Geschwister vor etwas warnen will, aber wie immer keiner richtig zuhört. Oder die Letzte des Buchs, die ebenso alltagstauglich, aber leicht moralisch über die Größe und die Bedeutung von Geburtstagsgeschenken erzählt.

Dazwischen tauchen immer wieder Geschichten bekannter Kinderbuchautoren oder auch Klassiker auf. Gleichermaßen bekannt und beliebt sind Jim Knopf (Michael Ende) und das Urmel (Max Kruse), sowie Ottfreid Preußlers kleiner Wassermann und "; Des Kaisers neue Kleider" von Christian Andersen. Ebenso interessant (und häufig besser) sind die zahlreichen unbekannteren Geschichten der o.g. Autoren, wie Endes ";Tranguilla Trampeltreu, die beharrliche Schildkröte".

Jede Geschichte enthält zudem eine Zeichnung bzw. eine farbige Illustration, damit sich die bilderbuchgewöhnten Zuhörer ein wenig besser orientieren können.

Insgesamt ist es einfach die richte Länge und die gute Mischung der Themen und Formen, die den Erfolg diese Buches ausmacht.

Fazit:

Bücher dieser Art regen die Phantasie an und helfen gleichermaßen zu Entspannen. ";Das große, dicke Vorlesebuch" hat genau die richtige Mischung aller Komponenten, die ein solches Buch für Vorleser und Kinder interessant macht.

Gabriele Jansen

 

Das große, dicke Vorlesebuch

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