Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
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Idee

Ein Bilderbuchklassiker - in heutiger Zeit wirkt die Geschichte nostalgisch, aber dennoch lässt sie sich gut in die Gegenwart transferieren und überzeugt.

Bilder

Die Illustrationen sind kraftvoll und atmosphärisch – besonders die Landschaftsdarstellungen sind sehr gelungen – leider trifft dies für die Darstellung der Gesichtszüge nicht zu.

Text

Im Vergleich zum Originaltext ist dieser sehr viel moderner. Etwas Nostalgie schwingt jedoch immer noch mit, ist aber dennoch gut verständlich und warmherzig.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Okt 2008

Johanna Spyris Klassiker ";Heidi" ist eines der bekanntesten und erfolgreichsten Kinderbücher. Die Geschichte von dem Mädchen aus den Bergen wurde in viele Sprachen übersetzt, als Stummfilm, Zeichentrickfilm, Comic oder als Musical verarbeitet. Mit dieser Bilderbuch-Ausgabe nun, schafft einer der bekanntesten Schweizer Schriftsteller, Peter Stamm, eine verkürzte Version der Geschichte, begleitet von den nostalgisch anmutenden Illustrationen von Hannes Binder.

Die berühmte Geschichte, die sicherlich jedes ";grosse Mädchen" noch heute kennt, beginnt mit Heidis traurigem Schicksal. Der Vater stirbt bei einem Unfall, kurz darauf Heidis Mutter - an Kummer. Zunächst wächst Heidi bei ihrer Tante Dete auf. Als diese aber nach vier Jahren eine neue Stelle in Frankfurt antreten will, muss sie Heidi bei ihrem Grossvater, dem Alpöhi abgeben. Trotz der anfänglichen Ablehnung des Grossvaters freunden sich der alte Mann und das kleine Mädchen schnell an und entwickeln eine liebevolle Beziehung zueinander. Nach zwei Jahren soll Heidi auf Anraten des Pfarrers endlich zur Schule gehen - doch der Alpöhi weigert sich.

Daraufhin kommt Tante Dete unvermittelt zur Alm zurück und zerrt Heidi mit einer List aus ihrer Umgebung und nimmt sie mit nach Frankfurt, wo sie bei der reichen Familie Sesemann leben und lernen soll. Die Tochter des Hauses Sesemann, Klara, sitzt im Rollstuhl und ist stets traurig. Doch die neugierige und lebensfrohe Heidi kann dem behinderten Mädchen neuen Lebensmut geben. Wie viele von uns sicherlich noch wissen, ist genau dies Klaras Gouvernante, Fräulein Rottenmeier, ein Dorn im Auge. Sie macht dem ";ungehorsamen" Mädchen das Leben noch schwerer, denn Heidi sehnt sich sehr nach ihrem Zuhause und nach ihrem Grossvater.

Mit der Zeit wird Heidi zwar gehorsamer, aber immer stiller. Endlich vertraut sie sich Herrn Sesemann bei einer seiner seltenen Stippvisiten an. Mitfühlend entschliesst er sich kurzerhand Heidi wieder zu ihrem Opa in ihre Heimat zu bringen. Die Wiedersehensfreude ist riesengross. Eines Tages kommen, wie versprochen, Herr Sesemann und Klara zu Besuch auf den Berg. Die gute Bergluft und Heidi`s Zuspruch und der mysteriöse Verlust des Rollstuhls verhelfen Klara schliesslich zu einem Wunder- sie fängt wieder an zu Laufen. Von nun an wollen Herr Sesemann und Klara jedes Jahr nach Ragaz zu Heidi und ihrem Opa kommen. Die nächsten Winter will der Grossvater mit Heidi ins Dorf ziehen, damit er wieder den Anschluss an die Menschen bekommt und Heidi die Gelegenheit bekommt zu Lernen.

Der im Jahr 1880 erstmals erschienene Heidi-Roman von Johanna Spyri vermittelt noch heute ein weit verbreitetes romantisches und idealtypisches Bild der Schweiz. Das Elend der unteren Bevölkerungsschichten im 19. Jahrhundert wird hier geschildert, ebenso, als krasser Gegensatz dazu, das reiche Leben mancher Städter. Doch Heidi zeigt, was wirklich im Leben zählt: Pure Lebensfreude, Einfühlungsvermögen und das Leben mit und für die Natur- Heidi ist es egal, in welcher ";Schicht" der Gesellschaft die Menschen leben.

Peter Stamm hat mit seiner Version von ";Heidi" die lange Geschichte gestrafft, ohne der Geschichte Reiz und Aussage zu nehmen. Mit dieser gekürzten Version kann man die Geschichte auch kleineren Kinder vorlesen- für die ganz Kleinen (ab 4 Jahren) sollte man sie jedoch noch zusätzlich in Kapitel unterteilen, denn alle 48 Seiten könnten trotz der zahlreichen Illustrationen noch zu lang sein. Heidi wird stets sachlich im Text benannt als ";das Heidi". Dieses wirkt sicherlich überholt und recht unpersönlich, man kann es aber als Bezug zum Originaltext so stehen lassen, da der Autor ansonsten eine sehr gefühlvolle, warme Sprache verwendet, die Kinder anspricht.

Sicherlich stolpert der Leser von heute über den autoritären Erziehungsstil, der in diesem Bilderbuchklassiker dargestellt wird. Aber Heidis fröhliches Wesen kann ein wenig von dieser Strenge nehmen und hat in der heutigen Zeit sicherlich noch die gleiche Wirkung, die es bereits auf alle anderen Kinder-Generationen zuvor hatte.

Schon das Cover mit dem charakteristischen Zeichenstil von Hannes Binder, erinnert uns an den Stil der ersten Bilderbücher. Passend zu dem Erzählstil vermitteln auch sie eine Atmosphäre aus den vergangenen, ";guten alten Zeiten". Die in Tuscheschraffuren angelegten doppelseitigen Landschafts- und Momentaufnahmen, wirken imposant und kraftvoll und erinnern teilweise auch an Linoldrucke. Hannes Binder scheinen sehr viel mehr die Naturdarstellungen der imposanten Berge und seiner Flora und Fauna zu liegen, als die Darstellung von Gesichtern. An manchen Stellen wirken die Gesichtszüge, gerade die der Heidi, verzerrt und nicht durchgängig in ihrer Charakteristik.Vielleicht sind gerade deshalb die Figuren dem Betrachter selten direkt zugewandt. Die Landschaften, Häuser, Bäume und Tiere dagegen wirken sehr überzeugend. Mit einer zurückhaltenden Farbgebung und sehr interessanten Perspektiven schafft Hannes Binder eine ganz eigene Bilderwelt, die in ihrer Wirkung überzeugt und den Betrachter gerne länger bei den Illustrationen verweilen lässt, zumal sie den Text ideal begleiten.

Fazit:

Wer eine neue Auflage mit nostalgischem Charme erwartet hat, wird mit Peter Stamms und Hannes Binders Version der ";Heidi" sicher nicht enttäuscht. Peter Stamm und Hannes Binder gelingt mit der Neuauflage der Klassikers von Johanna Spyri eine künstlerisch gelungene Fassung der weltberühmten Geschichte um die Romanfigur Heidi. Die atmosphärischen und beeindruckenden Landschaftsbilder entführen in jene längst vergangenen Zeiten und der behutsam verkürzte Text gibt eine gestraffte, kurzweilige Geschichte wieder.

Sylke Wilmer-Gruchmann

 

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