Hasenzauber

Erschienen: Dezember 2008

Couch-Wertung:

86%
Idee
Bilder
Text

Idee

Ein stimmungsvolles Buch über Freundschaft, Verlorengehen, der Sehnsucht nach dem Freund und das Wiedersehen. Eine etwas traurige Geschichte - aber dafür mit gefühlvollem Happy-End.

Bilder

Die Schwarz-Weiss-Zeichnungen überzeugen sicherlich am stärksten. Die detaillierten Bilder haben Tiefe, schöne Lichtführung und einen bewusst und tragenden Farbakzent durch die gelben Sterne.

Text

Der wenige Text ist treffend und unterstützt die stimmungsvolle und eingängige Geschichte zurückhaltend und exakt. Schöner Erzählbogen, spannend und gefühlvoll.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Dez 2008

Mit ihrem Debütbuch ";Hasenzauber" zeigt uns Annette LeBlanc Cate eine zauberhafte und zugleich spannende Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft, die mit stimmungsvollen schwarz-weiss Illustrationen beeindruckt.

Ray, ein Zauberer, lebt mit seinem Assistenten und besten Freund, dem Hasen Bunny, in einer kleinen Wohnung unter dem Dach. Sie teilen alles miteinander. Doch plötzlich verschwindet Bunny bei einer Zauberaufführung, da sich der Hund eines Jongleurs auf Ray stürzt. Der Hund jagt Bunny quer durch die Stadt. Am Ende hat Bunny den Hund abgeschüttelt, doch er ist vollkommen verloren in der grossen Stadt und findet sich nicht zurecht. Es ist dunkel und er ist ganz allein. Auf der Suche nach Nahrung findet er neben ein paar Popcornbrocken einen von Ray`s Sternen, die bei ihrem gemeinsamen Zauberstücken immer eine Rolle spielen. Er entdeckt eine Spur und folgt den Sternen, die ihn schliesslich zum Bahnhof führt. Voller Freude hüpft er in Rays Zauberhut. Beim Aufsetzten des Hutes erschrickt Ray, jetzt erst entdeckt Ray, dass sein Bunny wieder da ist. Die Wiedersehensfreude riesig.

Auf dem ersten Blick erkennt man nur die rührende Geschichte des suchenden Hasen Bunny. Beim genaueren Hinsehen der überaus gelungenen schwarz-weiss-Zeichnungen erkennt man, dass parallel zur Hauptgeschichte, die Geschichte des suchenden Ray`s im Hintergrund mitläuft. Auf mehreren Illustrationen ist Ray zu sehen, greifbar nah an Bunny- alles sehr geschickt in Szene gesetzt. Wie etwa bei der doppelseitigen Darstellung, auf dem ein Park in der Nacht zu sehen ist; hier sitzt der arme kleine Hase völlig einsam und verlassen unter der zentralen Parkleuchte. Doch sieht man genauer hin, entdeckt man, dass unter einer der Strassenlaternen am rechten Bildrand Ray steht: ebenso traurig wie Bunny und an eine Hauswand gelehnt.

Man kann durchaus behaupten, dass das wirklich Bestechende an diesem Buch die detailverliebten Schwarz-Weiss-Zeichnungen von Annette LeBlanc Cate sind. In jedes Bild kann man versinken und unglaublich viele Details erkennen und somit dann auch die Parallelgeschichte vom suchenden Ray erkennen - welche übrigens im Text nie erwähnt wird. Auch beim zweiten genauen Betrachten des Buches wird man sicherlich nicht alles entdeckt haben. Dabei sind die Protagonisten selbst schon ein echter Hingucker: Ray mit seiner ellenlangen spitzen Nase und dem langen schwarzen Umhang, ebenso wie Bunny mit seinen süssen Kulleraugen und den stets aufrecht stehenden Öhrchen.

Die Illustrationen sind durchweg in Schwarz-Weiss gehalten. Nur wenige Farbakzente hat Annette LeBlanc Cate eingesetzt; diese allerdings sehr gezielt- es gibt nur die gelben Sterne, die in der Geschichte eine tragende Rolle für die Protagonisten spielen. Somit wirken die Bilder trotz der vielen Details sehr ";geordnet" und übersichtlich. Die Zeichnungen mit ihren Schatten und Lichtführungen geben jedem Bild Tiefe und damit eine sehr plastische Wirkung. Wo eine Gefühlsleere bei dem Hasen entsteht, wirkt das Bild auch so und unterstützt somit die Aussage- sehr schön als Beispiel wieder der einsame kleine Hasen im Laternenlicht im Park. Sehr gekonnt aber auch die Linienführung bei den Gesichtern. So sieht man dem kleinen Hasen an, wie er mit einem zugekniffen Auge überlegt, was es bedeutet, dass er beim Popcorn einen Stern findet. Als gelungen sei hier auch die Bilderabfolge, bestehend aus vier Bildern, auf einer Doppelseite ganz ohne Text erwähnt. Es zeigt Ray zuletzt voller Traurigkeit (geschlossene Augen, geistesabwesend wirkend) seinen Hut aufsetzen, ohne wahrzunehmen, dass Bunny schon längst darin sitzt: Bunny`s Hinterläufe gucken nämlich unter dem Hut hervor. Die liebevolle Umarmung Ray`s und das Anschmiegen des Hasens auf der nächsten Doppelseite sprechen schliesslich ganz für sich und brauchen keine weiteren Worte.

Grundsätzlich ist in Annette Le Blanc Cates ";Hasenzauber" nur sehr wenig Text vorhanden-und das ist gut so. Die Illustrationen sind so klar, dass sie kaum begleitende Worte brauchen und dem Betrachter somit die Gelegenheit geben, die Bilder ausreichend zu betrachten und die Paralellgeschichte zu erkennen.

Fazit:

Ein hinreissend stimmungvolles Buch, welches durch die beeindruckenden, detailverliebten Illustrationen lebt und uns die Tragweite von Freundschaft, Verlorengehen bis hin zur Wiedersehensfreude verdeutlicht. Ein Debütwerk, das bis ins Detail überzeugt.

Sylke Wilmer-Gruchmann

 

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