Der kleine Herr Paul stellt sich vor

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Kinderbuch Couch
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Kinderbuch-Couch Rezension vonMär 2009

Idee

Herr Paul, eine sympathische Kinderbuchfigur, die mit einfachen Sätzen die Grundfragen des Lebens stellt und auf liebevolle, verrückte und überraschende Weise beantwortet.

Bilder

comicähnlicher Zeichenstil, viele Farbeffekte und klare Linienführung, Bilder sprechen für sich

Text

lockere Sprache, humorvoll, kurz und prägnant

Oh, bist du klein Herr Paul. Alle anderen sind größer, der Tisch ist größer, die Stühle, die Schränke, die Autos, die Häuser, einfach alles ist größer.

Der kleine Herr Paul ist sehr unzufrieden mit sich selbst. Er ist schwach, klein und kein Held. Er hat keine Zeit, er ist oft allein, er weiß nichts und er schläft nicht gut. Also, alles Stimmungsmomente die wir selbst auch nur zu gut kennen. Dennoch träumt der kleine Herr Paul; er hat Sehnsüchte und Wünsche, in denen auch wir uns wiedererkennen: Er wäre gerne mutiger und stärker und größer. So groß wie die Häuser in der Stadt, dann würden alle staunend zu ihm aufblicken.

Mit großer Vorstellungskraft und einer Portion Neugier ist in seiner Welt nichts undenkbar. Wir glauben Herrn Paul, dass die Sonne all ihre Schatten mit Vornamen kennt und der Eskimo fast 100 Sorten Schnee. Somit wundert uns auch nicht der Umkehrschluss des Herrn Paul, dass es nicht leicht ist klein zu sein, aber auch nicht leicht, groß zu sein; dass klein sein wie groß sein ist nur umgekehrt. Der kleine Herr Paul vermittelt durch seine verrückten, liebevollen und überraschenden Schlüsse eine lebensbejahende Geschichte, die den Kindern aus der Seele spricht. Und letztlich verkörpert er all das, was Kindern in einer Erwachsenenwelt tagtäglich an Ohnmacht erleben.

Martin Baltscheit hat mit seinen Paul-Geschichten eine Kultreihe geschaffen, die sich nicht nur bei Kindern großer Beliebtheit erfreut. Insgesamt gibt es vier Geschichten (Der kleine Herr Paul im Schnee, Der kleine Herr Paul mag Bücher, Der kleine Herr Paul macht Ferien, Der kleine Herr Paul stellt sich vor.).

Das Buch „Der kleine Herr Paul stellt sich vor" wurde von der Stiftung Buchkunst, in der Rubrik Kinder - und Jugendbücher, zum schönsten Buch des Jahres 2008 gewählt. Mit „Herrn Paul" hat Martin Baltscheit eine sympathische Kinderbuchfigur kreiert, die in einfachen, prägnanten und kurzen Sätzen Grundfragen zum Leben an sich stellt und diese auf eine scheinbar ganz leichte Art und Weise aufklärt.

Ulf K. setzt gekonnt in Szene; nicht nur, was im Text steht, sondern ebenso viele kleine Einzelheiten, die nicht ausdrücklich in Worte gefasst sind, aber genau dem Sinn des Textes entsprechen. Ulf K. zeichnet Herrn Paul einen überkorrekt gekleideten schmächtigen Körper, der ihn noch „kleiner" aussehen lässt. Hinzu kommt ein etwas zu großer Hut, der die Wirkung noch unterstützt. Der Zeichenstil ist comicähnlich mit einer klaren Linienführung und ebenso klaren Farben.

Fazit:

Ein Buch, das zum Schmunzeln anregt, weil man sich selbst irgendwo und irgendwie wieder erkennen kann. Herr Paul macht sich tiefe und philosophische Gedanken und ist immer wieder den großen Fragen des Lebens auf der Spur. Besonders hervorzuheben ist die positive Grundstimmung. Jedem Übel kann Herr Paul etwas Positives abgewinnen. Und ich möchte gerne einen eigenen Leitsatz ergänzen: „Nichts ist besser, nur weil es größer ist!"

Nicole Gieriung

 

Der kleine Herr Paul stellt sich vor

Martin Baltscheit, Bloomsbury

Der kleine Herr Paul stellt sich vor

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