Das Graveyard-Buch

Erschienen: März 2009

Bibliographische Angaben

aus dem Englischen von Reinhard Tiffert; Illustrationen von Chris Riddell; Taschenbuch, 312 Seiten

ISBN: 9783401511863

Couch-Wertung:

88%
Idee
Text

Idee

Ein kleiner Junge überlebt den Mord an seiner Familie und wächst dort auf, wohin er geflohen ist: Auf dem Friedhof, umsorgt von toten guten Seelen.

Text

Die Handlung wechselt von spannend zu geruhsam und wieder zurück; innere Monologe und Dialoge wechseln sich ebenfalls ab. Sehr kurzweilig zu lesen.

Leser-Wertung

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Sigrid Tinz
Niemand auf dem Friedhof

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Okt 2020

Bod heißt eigentlich Nobody und ganz eigentlich noch ganz anders, aber wie, das weiß niemand, er auch nicht. Seine Familie wurde ausgelöscht, als er noch ein Baby war, ermordet von einem geheimen Ordensangehörigen, der eine alte Prophezeiung zu erfüllen hatte. Das eigentliche Ziel des Anschlags war Bod selbst. Aber unternehmungslustig wie er schon als Eineinhalbjähriger war, lag er nicht brav im Bett, des Nachts, als der Mörder kam. Sondern tapste durch das Haus in den Garten und weiter auf den Friedhof, der ganz in der Nähe ist.

Der Friedhof als Refugium

Ein aufgelassener Friedhof, um genau zu sein, nurmehr Park und Naturschutzgebiet. Zumindest bei Tag und zumindest aus Sicht der Menschen. In Wahrheit aber ist der Friedhof voller Leben. Alle Seelen sind noch da, die jemals hier bestattet worden sind. Der alte Römer aus der Keltenzeit, dann Menschen jeden Alters aus allen Epochen seitdem. Unter anderem das Ehepaar Owen, das zu Lebzeiten keine eigenen Kinder hatte. Diese beiden alten Herrschaften nehmen sich des Jungen an. Auch wenn das eigentlich nicht gehen sollte, dass sich die Lebenden und die Toten mischen. Aber Bod ist eben ein besonderer Junge. Auf dem Friedhof lebt außerdem noch ein Grenzgänger zwischen den Welten, der sich ebenfalls um den Jungen kümmert und um seine weltlichen Bedürfnisse wie Kleidung und Essen. Eine Zeit lang hat Bod sogar eine kleine Freundin, ein Menschenmädchen, das in der Nähe wohnt und gerne auf den Friedhof zum Spielen kommt. Und jung genug ist, nicht zu hinterfragen, wieso dieser Junge auf dem Friedhof lebt. Ihre Eltern denken, Bod sei ein imaginärer Freund ihrer kleinen Tochter und fragen auch nicht nach.

Der Friedhof als wunderschöne Kulisse

Das Leben auf dem Friedhof wird wunderschön beschrieben: Wer sich wie in welcher Gruft eingerichtet hat, wer mit wem befreundet ist und wie den Tag verbringt, wo welche Blumen wachsen und wie die Wege entlang führen. Und auch wenn man sich das eigentlich nicht vorstellen kann, beim Lesen hat man sofort das Gefühl, dass diese Totenlagerstätte ein warmes Zuhause ist für Bod. Während Bod heranwächst, läuft sein Mörder immer noch frei herum. Dem wird sich der Junge irgendwann stellen müssen, ihn zur Strecke bringen und dafür muss er zurückgehen in die Welt der Lebenden.

Fazit

Eine Geschichte übers Erwachsenwerden, das Erwachsenwerden einer ganz besonderen Person. Das Friedhofsambiente wirkt heimelig, ist aber gleichzeitig die Kulisse für eine spannende und mystische Geschichte um einen Jungen, der zwischen den Welten der Toten und der Lebenden wandelt.

 

 

Das Graveyard-Buch

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Letzte Kommentare:
24.04.2021 14:45:55
Daniela Anders / Lesezauber_Zeilenreise

Geister, Ghule, Vampire, Hexen: Nobodys Leben auf dem Friedhof - ein ganz besonderes Buch

Als Nobody noch ein Baby war und auch noch nicht Nobody hieß, wurde seine Familie brutal ermordet. Baby Nobody, der natürlich gar nicht so richtig weiß, was geschieht, nutzt die Gelegenheit der offenen Haustüre und krabbelt davon und landet auf dem alten Friedhof. Der Mörder seiner Familie kann nicht finden und auch sonst scheint keiner das Baby zu vermissen. So wird es von den „Bewohnern“ liebevoll und nach einem gemeinsamen Beschluss aufgenommen. Sie nennen den Kleinen Nobody, kurz Bod, seine neuen Eltern sind Mr und Mrs Owens, die bereits vor langer Zeit verstorben sind und nun als Geister mit allen anderen dort im Laufe der Zeit Begrabenen auf dem Friedhof ihr Leben nach dem Tod führen. Als Vormund wird Vampir Silas eingesetzt, einziger Friedhofsbewohner, der nicht an den Gottesacker gebunden ist, sondern auch raus in die „normale“ Welt gehen kann und der somit die Verbindung zwischen dieser und Bod ist.

So wächst Bod auf, immer behütet und beschützt von seiner neuen Familie und allen anderen Friedhofsbewohnern. Er bekommt Unterricht, Silas besorgt ihm Nahrung von draußen, die vor vielen Jahren verstorbenen Kinder allen Alters sind seine Spielkameraden und er führt ein ziemlich gutes Leben. Doch natürlich möchte er wissen, wer er eigentlich ist, warum seine Familie ermordet wurde und von wem. Auch wenn er ein „Lebendiger“ ist, hat er sich mit der Zeit einige nützliche Geisterdinge angeeignet. So kann er nahezu unsichtbar werden für die Menschenwelt. Und das ist auch gut so, denn der Mörder von damals ist immer noch auf der Suche nach ihm, um zu beenden, was er damals begonnen hat.

Das ist mal ein ziemlich geiles Buch. Sorry, aber anders kann ich es nicht nennen. Es hat bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen schon allein durch den außergewöhnlichen Schreibstil und die wundervoll fantasievolle Umsetzung dieser grandiosen Idee. Wir begleiten Bod vom Baby bis ins Erwachsenenalter und diese Parallelwelt „Friedhof“ wächst einem dabei förmlich ans Herz, was sicher auch an den detailreichen Beschreibungen liegt. Es ist kein bisschen gruselig auf dem Friedhof, die Bewohner „leben“ dort ihr Leben, spielen, unterhalten sich, feiern, putzen die Gruft und wischen Staub. Aber es ist dennoch weit entfernt von einer Komödie, auch wenn es einige humorvolle Szenen hat. Mitzuerleben, wie Bod sich dem Leben stellt, Bekanntschaften macht und sich entwickelt, seine Abenteuer in fremden „Welten“, seine Freundschaft mit Scarlett und seine intensive und dennoch eher kühle Beziehung zu Silas, sein Umgang mit der tödlichen Bedrohung – all das macht aus diesem Buch ein nachhaltig beeindruckendes Fantasywerk. In meinen Augen nicht zwingend ein Kinderbuch und ich weiß nicht, ob 10-jährige das alles schon voll erfassen können. Ein bisschen älter sollten die Leser m.M.n. schon sein, zumal es ganz am Anfang und auch zwischendurch immer mal recht düster, mystisch und unheimlich zugeht.

Mir gefällt der außergewöhnliche Schreibstil, der viele Zwischentöne hat und dem Leser nicht alles vorkaut, sondern auch Platz für eigene Gedankengänge lässt.

„Das ist wie mit den Menschen, die glauben, woanders ein glücklicheres Leben zu führen, und dann feststellen, dass das so nicht funktioniert. Egal, wo du hingehst, du nimmt dich selber immer mit.“

Die Vermischung von Gegenwartszeit mit jahrhundertealter Vergangenheit durch die Friedhofsbewohner hat Flair und ich habe die Lektüre absolut genossen!

Das außergewöhnliche Cover und die Gestaltung der Umschlagseiten passt perfekt zur Geschichte. Das Buch ist gedruckt auf Umweltpapier – was ebenfalls passt, weil alles ein bisschen „dunkler“, grauer ist.

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