Couch-Wertung:

85%
Idee
Bilder
Text

Idee

Ein Superheld der besonderen Art und ein gewitzter Mäuserich geben ein lustiges Paar ab, das zu unterhalten weiss.

Bilder

Detailreich, aufwendig und mit jeder Menge Situationskomik erzählen die Bilder die turbulente Geschichte fast von allein. Es gibt eine Menge zu entdecken und zu lachen.

Text

Dialogreich, knapp und gut verständlich erzählt Daniel Napp das heldenhafte Abenteuer um Oma Nadelstricks Lieblingspullover.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Mär 2009

[ab 5 Jahren]

Für all jene, die für „Batman" noch zu jung sind und für Häschen, Bärchen & Co. schon zu „groß", gibt es jetzt das „Supadupa-Schwein". Mit seinen naturgegeben spitzen Ohren unter der schwarzen Maske und seinem niedlichen rosa Schweinerüssel reiht sich das flugtüchtige Borstenvieh in die Reihe der etwas anderen, aber tapferen Superhelden ein.

Borstel das Schwein, war einst ein ganz normales Ferkel; bis es in das Fass mit Supadupa-Dünger fällt und - was wirklich nicht zur Nachahmung zu empfehlen ist - so einiges von dem dem Dünger trinkt. Schon bald stellen Borstel und die Maus Schlump fest, dass Borstel Superkräfte hat. Er kann einen grossen Baum mit nur einem Huf entwurzeln und er kann fliegen! Schlump erklärt seinem Freund, das dies eine grosse Verantworftung mit sich bringt und so wird aus Borstel das „Supadupa-Schwein" mit eigenem Superhelden-Outfit. Mit der schwarzen Maske, seiner engen schwarzen Hose, in die Borstel nur knapp passt, und mit seinem roten Umhang hat er schon etwas verwegenes - wäre da nicht die Tatsache, dass Borstel, nun ja, eben ein Schwein ist.

Und so entpuppt sich auch Borstels neueste Mission auf dem Bauernhof als sehr speziell: Dem alten Huhn „Oma Nadelstrick" wird von den diebischen Störchen „Klippster" und „Klöpp" der rote Lieblingspullover gestohlen. Sie brauchen ihn für die Ausstattung ihres Storchennestes auf dem Dach. Schlump allarmiert umgehend den dösenden Borstel in seiner Schweinebox. Und siehe da: Supadupa-schnell erscheint Borstel in seiner Heldenausstattung. Am Gürtel des Schweins hält sich Schlump an einem Seil fest und fliegt mit seinem nunmehr zu allem entschlossenen Helden hinauf zu der Storchenbehausung. Schlump hat die Rettungsaktion voll im Griff und wirft den Pullover von Oma Nadelstrick kurzerhand in den Schornstein des Bauernhauses. Doch das bleibt nicht ohne Folgen: Der Pullover - und natürlich die beiden Freunde selbst, die dem entrissenen Diebesgut durch den Schornstein gefolgt sind - sind voller Ruß. Das Supadupa-Schwein hat die Idee, alles mit einem Staubsauger zu reinigen. Schnell begeben sie sich, vorbei an dem ahnungslosen und kurzsichtigen Bauern, in die Besenkammer und gehen ans Werk.

Das gegenseitige Absaugen verläuft ebenso erfolgreich wie erheiternd, doch als es an den Pullover geht, ist der plötzlich ganz im Staubsaugerschlauch verschwunden. Nachdem der Schlauch kurzerhand aufgeschnitten und der wieder saubere Pullover geborgen ist, beschliessen die beiden, einen „Siegeszug" durch die Bauernhofgemeinschaft zu machen, damit alle Tiere die erfolgreichen Helden mitsamt gerettetem Lieblingspullover bewundern können. Es geht vorbei an den Schafen, hinüber zu den staunenden Kühen und schließlich in einer Schleife um die Gänse herum. Bis die beiden Helden gewahr werden, dass der Pullover eine Laufmasche hatte und der lose Faden von dem Huf einer Kuh beim rasanten Weiterflug festgehalten wurde. Der Pullover ist bis zum Kragen aufgeribbelt. Doch die beiden haben schnell einen neuen Plan: Schlump entwirft einen ausgeklügelten Bauplan und das Supadupa-Schwein baut aus dem Traktor des Bauern eine echte Strickmaschine. Da wird geschweißt, geschraubt, gebohrt und „geflext". Am Ende staunen die Bauernhoftiere nicht schlecht: die riesige Strickmaschine ist bereit - sogar eine automatische Schaf-Schur-Vorrichtung hat es. Nur das bedauernswerte Schaf ganz oben in der Maschine findet dies aber offensichtlich nicht so wunderbar. Doch als der fertige Pullover - der sehr ahnsenlich geworden ist - Oma Nadelstrick feierlich über den Kopf gezogen wird, zeigt sich, dass die beiden Helden vergessen haben, ihrer Strickmaschine beizubringen, einen Loch für den Halsausschnitt zu stricken.

Oma Nadelstrick, ziemlich sauer auf ihre Helden, verdonnert Schlump und Borstel kurzerhand zu einem Strickkurs, den sie mit resolutem Ton abhält. Und ich muss mich dem Supadupa-Schwein und dem klugen Schlump anschliessen wenn sie, mit den Stricknadeln kämpfend feststellen, dass das Leben eines Superhelden ganz schön hart ist - und ungerecht!

Das Supadupa-Schwein, eher ein Phlegmatiker, weist mit seiner Leibesfülle und seinem Rüssel unter der „fliepohrigen" Maskerade nicht unbedingt die Attribute auf, die einen durch und durch coolen Superhelden ausmachen. Aber wie so oft in Daniel Napps Geschichten sind es gerade diese Besonderheiten, die uns seine Helden so sympathisch machen. Und letztlich ist doch die kluge Maus „Schlump" für das Management zuständig. Stets hat der Mäuserich, im Heldeneinsatz selbst ein wenig maskiert, die Möglichkeiten im Blick. So weiss er ebenso gut, wann der Augenblick zu einer wahren Heldentat gekommen ist , wie er darauf bedacht ist, einen Erfolg „PR-mässig" ins rechte Licht zu rücken, um die Bauernhofgemeinschaft für ihren Helden zu begeistern.

Auch Daniel Napps weitere Darsteller überzeugen nicht nur durch durch ihre fantasievollen Namen, sondern auch durch ihre Eigenwilligkeit. Ein schöner „Kniff" von Daniel Napp ist außerdem, dass er das Bauernpaar -also die einzigen Menschen in dieser Geschichte - textlich absolut unerwähnt lässt; ihnen aber illustratorisch so viel Raum gibt, dass dies allein schon komisch ist. So hängt Borstel etwa unter der Decke, während der Bauer ganz ahnungslos die Treppe hinunter kommt. Und es scheint keineswegs so, als würden die beiden Bauersleute nicht spüren, dass auf ihrem Hof irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht; das zeigt der verdutzte Blick der Bäuerin, die, ein volles Tablett tragend, dem unglaublichen Treiben den Rücken zukehrt, während Schwein, Maus und Staubsauger aus dem Küchenfenster fliegen. Man mag sich fragen, was der Bauer wohl davon halten wird, wenn er sieht, dass seinTraktor zu einer Strickmaschine umgebaut wurde? Dies alles aber lässt Daniel Napp aussen vor, denn in der Welt vom Supadupa-Schwein führen die Tiere ihr eigenes Dasein.

So braucht es für Daniel Napps turbulente Geschichte auch nicht viele erklärenden Worte. Seine Texte beschränken sich überwiegend auf die Dialoge seiner Darsteller. Sehr stimmungsvoll fängt Daniel Napp die idyllische Bauenhofkulisse ein. Gleichzeitig baut er mit seinen liebenswerten Darstellern Comicartigen Verläufe auf, die das Geschehen „dramatisch" in Szene setzen. Dabei finden sich in den aktionsreichen Momenten der Geschichte Bildersequenzen, wie sie beispielsweise den Diebstahl Störche zeigen; diese wechseln sich jedoch immer wieder mit ruhigeren „Totalen" ab. Für die jüngeren Leser ist es beim ersten oder auch zweiten Lesen ganz ratsam, inhaltlich auf das jeweilige Bild zu verweisen, damit sie der Handlung folgen können. Für Ältere Kinder dürfte das allerdings kein Problem sein. Sie erhalten einen guten Überblick über die Handlung und können die Bilderfolgen mit den Dialogen in Verbindung bringen. Apropos Dialoge: Hier ist es wirklich zu empfehlen, die Darsteller mit verschiedenen Stimmen zu sprechen -so kann der slapstickartige Charakter des Buches noch temopreicher vermittelt werden.

Auffallend bei dieser „actionreichen" Geschichte sind die bis ins Detail ausgearbeiteten Feinheiten, die sich in der Einrichtung des Bauernhauses, der Landschaft und bei der Strickmaschine zeigen. Den Aquarellzeichnungen ist Daniel Napps Begeisterung für Farben und Stimmungen anzusehen; so wirkt seine Farbwelt bis auf wenige Akzente, sehr harmonisch und natürlich. Farblich deutlich hervorgehoben ist natürlich Borstel, das Supadupa-Schwein, mit seinem roten Umhang.

Fazit:

Keine Frage, Daniel Napps „Supadupa-Schwein" hat das Potential für weitere „schräge" Bauernhofabenteuer. Seine Illustrationen strotzen wieder einmal vor Lebendigkeit und jeder Menge Details. Eine witzige, kurzweilige Lektüre, die mit Sicherheit nicht nur Kindern Spass macht.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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