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Idee
Bilder
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Idee

Eine originelle Geschichte über zuviel Ordnung, Langeweile, sehr eindrucksvollen Piraten, jeder Menge Zahlen und einem Zahlendrachen. Trotz der vielen guten Ideen gilt aber auch hier: Weniger ist mehr.

Bilder

Die Bilder von Jens Rassmus sind ungewöhnlich leicht und wunderbar anzuschauen. Die Dreckspiraten hat er köstlich dargestellt, sowie auch den Drachen: Ein Prachtkerl mit übermäßig viel Appetit auf Zahlen.

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Viele schöne Ideen, gerade im Hinblick auf die drei Piraten, doch manchmal zu schnelle Wendungen in der Geschichte. Verschachtelte und zu lange Sätze verhindern den Erzählfluss.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Apr 2009

Wer kennt nicht das Gefühl der Langeweile! In Soundso haben die Menschen so viel Langeweile, dass sie wo sie gehen und stehen einschlafen. Der König von Soundso ordnet deshalb an, dass jeder einen Wecker auf dem Kopf tragen muß. Der kleine, verwöhnte Prinz schläft jedoch nur noch - bis die „Drei Dreckspiraten" auftauchen...

Vor langer, langer Zeit gab es ein Land, in dem es sehr ordentlich zuging. Das Land Soundso! Der König war ein aus-
gesprochen ordentlicher König. So hatte der sehr ordentliche König veranlasst, alles in seinem Reich zu zählen. Alle
Dinge wurden nummeriert: Berge, Flüsse, Seen, Städte, Dörfer, Strassen, Häuser, Pflanzen und die Menschen. Nichts und niemand hatte einen Namen. Dafür gab es Zahlen über Zahlen.

So viel Ordnung kann auf die Dauer nur langweilig sein und führt in diesem Fall zu Trägheit und Müdigkeit. Die Soundsoaner sind immer müde. Des Königs Sohn, der Prinz - kurz P1genannt - , kann auch durch den klingelnden Wecker auf seinem Kopf nicht mehr geweckt werden. Er wacht einfach nicht mehr auf. Alle 52 Ärzte, die der König eilig herbeirufen lässt, wissen keinen Rat. Schließlich schickt er seinen schlafenden Sohn zu einem Zauberer. Doch dieser lebt jenseits der Schwarzen See - einem unberechenbaren und stürmischen Meer mit wilden Piraten und einem Seeungeheuer.

Doch kaum in See gestochen, schläft die komplette Besatzung, samt Kapitän am Steuerrad, ein. Damit ist es ein Leichtes für die drei dreckigen Piraten, den Prinzen zu entführen. Sie wittern fette Beute und denken an eine Erpressung von Lösegeld. Aber es bleibt bei dem Gedanken, denn statt dessen erwacht P1und die dreckigen Piraten bringen ihm das ganze Seeräubereinmaleins bei.

Diese Piraten sind ja so was von dreckig: Sie halten nichts von körperlicher Reinigung und Pflege und machen ihren Namen Kamm, Bürste und Waschlappen im ironischen Sinne alle Ehre. Die Burschen hatten schon in früher Jugend keine Freude am Haarewaschen, Haarekämmen, Zähneputzen, an Wasser und Seife. So lassen sie es einfach: Keine Zahnbürste, kein Kamm, kein Wasser, weder mit Lappen noch ohne, berührt seither ihren Körper.

Und da die drei Piraten zudem nicht besonders clever sind, werden sie schließlich von den Soldaten des Königs aufgespürt und in den tiefsten Kerker des Schlosses geworfen. Man muss nicht lange darüber nachdenken, um darauf zu kommen, was ist die schlimmste Strafe für Dreckspiraten ist...

Doch zum ereignisreichen Schluss haben die drei Dreckspiraten noch eine große Aufgabe zu bewältigen: Sie helfen ihrem Freund, P1, beim Kampf gegen den riesigen, zahlenfressenden Mathe-Drachen. Der sorgt im feinsäuberlich durchnummerierten Soundso für ein mächtiges Chaos, das alle Soundsoaner identitäts- und heimatlos umherirren lässt.

In Dieter Hörschs zweitem Kinderbuch, die „Drei Dreckspiraten räumen auf ", stecken eine ganze Reihe phantastischer Ideen, mehrere kleine Geschichten und so mancher Nebenschauplatz, die er versucht, alle miteinander zu verknüpfen. Leider gelingt ihm das nicht immer. Das überträgt sich dann auf den Erzählfluß, der an mancher Stelle durch zu schnelle Wendungen und zu lange Sätze gestört wird. Die verschiedenen phantastischen Elemente hätten mehr Zeit gebraucht, um ihre Wirkung entfalten zu können. So erfahren wir auch von P1, dem Prinzen, nicht viel.

Sehr schön beschrieben hingegen sind die Piraten und die Situation auf der Pirateninsel. Aus Zahnbürstes Mund wachsendes Grünzeug, wie Moose, Farne, Kräuter und Salat sorgen für übelsten Mundgeruch. Kamms Haare sind so lang, dass man daraus Schnüre und Taue flechten kann. Ganze Vogelfamilien finden ein Zuhause auf seinem Haarschopf; und Waschlappens Dreckschicht hat neben der „Komplett-Tarnung" noch einen Vorteil zu bieten: Sie ist feuerfest. All diese etwas unappetitlichen Eigenheiten werden ihnen am Ende der Geschichte noch von großem Nutzen sein.

Ganz wunderbar werden diese drei „Typen" von Jens Rassmus in Szene gesetzt, sei es das Biotop in der Mundhöhle von Bürste oder der Vogel-Nistplatz in Kamms Haarpracht. Dagegen ist Waschlappen einfach nur schwarz und guckt mit seinen hellen Augen aus einer undefinierbaren Silhouette seiner selbst hervor. Ein Prachtkerl ist ganz eindeutig auch sein alles überragender Drache, der übermässig viel Appetit auf Zahlen hat. Jens Rassmus zeichnet ihn als flugtüchtigen, feuerspeienden und etwas abgedrehten Zahlenfanatiker mit einer Brille auf der Drachennase.

Auf sehr charakteristische Weise begleiten Jens Rassmus´ Zeichnungen die Geschichte, mit leichtem Humor und einer unübersehbaren Portion Abenteuerlust. Seine Technik, die aus feinen Schraffuren und fedrigen Umrisszeichnungen vor Hintergründen und Umgebungen in Aquarelltechnik besteht, wirkt sehr passend für diese phantastische Geschichte. Die Berge und Landschaften werden zum Teil nur angedeutet und stellen sehr schön die skurrile Vorstellung, ein Berg wäre ein schlafender Drache, dar.

Fazit:

Ein Buch, in dem sich die Piraten von der dreckigsten Seite zeigen - diese drei punkten in dem skurrilen Abenteuer von Dieter Hörsch auf ganzer Linie. Schade aber ist, dass zu viele Zutaten in diesem Büchlein zusammenkommen und auf diese Weise so manche Idee und mancher Charakter auf der Strecke bleibt. Wer viel für Zahlen übrig hat, kann in Jens Rassmus´ federleichten und witzigen Illustrationen auf die Suche gehen.

Susanne Schnur

 

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