Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
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Idee

Latte Igel und Tjum, das Eichhorn, sind sympathische Identifikationsfiguren, echte kleine Helden. Ein unschlagbares Team das Freundschaft, Zivilcourage und Mut beweist.

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Wie in Sebastian Lybecks Erzählweise, so finden sich auch in Daniel Napps Illustrationen Witz, Spannung und Abenteuer, eingebettet in atmosphärische Darstellungen. Seine zahlreichen und inhaltsbezogenen Illustrationen begleiten die Geschichte ideal.

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Lybecks Stil und seine Erzählfreude wirken auch heute noch so frisch wie eh und je. Seine Sprache ist ruhig und klar. Gefühlvolle Beschreibungen wechseln sich mit spannungsreichen und witzigen Erzählpassagen ab.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Apr 2009

Latte Igels Wald ist düster. Die Bäume sind von der andauernden Dürre braun und kahl geworden. Im ganzen Wald gibt es kein Wasser mehr. Sogar der klare, blaue Forellensee ist ausgetrocknet. Da berichtet der Rabe Korp von einem wundersamen Wasserstein, der das Wasser zurückbringen wird.

Der tapfere kleine Held macht sich auf in ein ungeheuerliches, gefährliches Abenteuer, um den wundersamen Wasserstein zu finden: Vorbei an grimmigen Wölfen, verschlagenen Luchsen und hinein in die Höhle des Bärenkönigs Bantur soll es gehen. Der Rabe Korp macht dem kleinen Igel kaum Hoffnung, dass er es schaffen könnte. Latte entschliesst sich dennoch zu gehen. Als er zunächst in das Territorium der Wölfe kommt, ist Latte dann doch ein wenig überrascht: Wider Erwarten wird der kleine Igel nicht angegriffen - im Gegenteil. Es scheint, als würde man ihm sicheres Geleit geben und ihm beim Übertritt in das Reich der Luchse nur das Beste wünschen. Voller Angst ist Latte auch hier zunächst, doch auch die Luchse stellen sich als unerwartet zurückhaltend heraus. Sie kehren einfach um und lassen Latte seiner Wege gehen. Latte glaubt, dass dies der Feder „Winkelzunge" zu verdanken sei, die ihm eine alte Hexe schenkte. Mit ihrer Hilfe kann er in den Sprachen aller Tiere sprechen.

Doch wie anders ist der Emfpang bei den Bären! Als hätte man sie bereits gewarnt, wird Latte sofort aufgegriffen und in das tiefste und finsterste Verlies der Bärenhöhlen eingesperrt. Zu seiner Freude entdeckt er dort seinen lange vermissten Freund Tjum, das Eichhörnchen. Beiden gelingt es mit vereinten Kräften, dem Verlies zu entkommen und sich auf haarsträubende Weise immer tiefer in die Gewölbe des Bärenkönigreichs zu schleichen - bis sie endlich den kostbaren Wasserstein finden. Durch eine sehr kluge List von Latte gelingt es schliesslich, an den Wachen des Königs vorbei zu kommen. Doch wieder in den Gefilden der Luchse angekommen, lassen die Luchse die beiden Freunde keinesfalls ihrer Wege gehen. Es ist klar: Die Luchse sind hinter dem kostbaren Wasserstein ebenso her, wie auch die Wölfe. Das „Feld", das der geschwätzige Rabe Korb auf dem Hinweg für Latte noch geebnet hat, stellt sich nun als schier unüberwindbar heraus. Wie sollen die beiden Freunde je durch das Reich der Luchse und das der Wölfe gelangen, um den rettenden Wasserstein in ihren Heimatwald zu bringen?

Sebastian Lybecks berühmter Klassiker, Latte Igel, wurde 2008 in neuer Ausstattung vom Thienmann-Verlag aufgelegt. Seit der gewitzte und mutige kleine Igel im Jahr 1958 seine ersten Schritte unternahm, sind nun mehr als 50 Jahre vergangen - doch Lybecks Stil und seine Erzählfreude wirken auch heute noch so frisch wie eh und je. Seine Sprache ist ruhig und klar. Dabei versteht Sebastian Lybeck es, seine gefühlvollen Beschreibungen mit spannungsreichen und witzigen Erzählpassagen abzuwechseln.

Auch ist die Geschichte, mit ihren vielen kleinen Abenteuern um den kleinen Igel, durchaus hintersinnig. So stellt man sich unweigerlich die Frage, ob es für Latte besser gewesen wäre, wenn der Rabe den Wölfen, Luchsen und vor allem Bären nichts von Lattes „Mission" erzählt hätte - wäre Latte dann überhaupt so weit gekommen? Hat der kluge Rabe vielleicht alles so kommen sehen? Doch vielleicht ist Korp nur ein geschwätziges Federvieh, das einfach nicht den Schnabel halten kann.

Ohne Zweifel aber sind Autor und Held immer für eine überraschende Wendung gut und fordern die jungen Leser heraus. Denn kaum etwas ist spannender als scheinbar ausweglose Situationen - und davon gibt es in Lattes Igelleben genug. Es ist begeisternd und verblüffend, wie es dem Helden immer wieder auf´s neue gelingt, seine Stacheln zu retten. Natürlich hat er dabei oft eine Menge Glück, doch beweist auch Latte, dass es gar nichts ausmacht, wenn man kleiner und schwächer ist; man muss nur genau hinsehen und die richtigen Ideen haben.

Kein Wunder also, wenn Kinder, kaum in der Geschichte „angekommen", nicht mehr von dem Buch lassen mögen. Zumindest bis zur nächsten Etappe des Igel-Abenteuers. Eichhorn Tjum und Latte sind einfach ein unschlagbares Team - und das schreckt keinesfalls davor zurück, Luchsen auch in höchster Gefahr schlechte Witze zu erzählen. (Die Luchse werden von Tjums Kalauern hinreichend abgelenkt und sind offensichtlich sehr leicht zu unterhalten.)

Die Neuausgabe von Thienemann stellt zudem einen echten Schatz dar, der einer „Jubiläumsausgabe" alle Ehre macht. Mit mehr als 120 farbigen Illustrationen von Daniel Napp ist es ein üppig und durch und durch liebevoll ausgestattes Buch. Jede einzelne Zeichnung wurde für den jeweiligen Verlauf der Erzählung angelegt und begleitet die Erzählung ideal. Seiten, auf denen keine von Daniel Napps Illustrationen zu finden sind, bilden hier die Ausnahme. Schnell gewöhnt man sich an diese witzige bis stimmungsvoll-schöne Bilderwelt, so dass man schon fast enttäuscht ist, wenn sich einmal eine Doppelseite ohne Illustration findet.

Die Protagonisten zeichnet Daniel Napp sehr lebendig. Alle tierischen Darsteller ob Rabe, Elch, Specht, Luchs oder Bisamratte wirken mit ihren verdutzten Kulleraugen ziemlich drollig - und auch die „artgerechte" Körpersprache der Widersacher, wie Luchs oder Wolf, überzeugen. Auf Bären sozusagen geeicht (Dr. Brumm), gelingt es Daniel Napp dennoch, hier einen anderen Typus von Bär zu erschaffen und verschiedene Bärenrassen noch dazu. Auch der berühmte Latte Igel war sicherlich eine Herausforderung für den in Münster ansässigen Illustrator: Denn dieser sollte möglichst nicht wie der berühmte „Mecki" daherkommen. Mit spitzer Nase, grün-karierter Hose, rotem Gürtel und dem wohl unumgänglichen „Bürstenhaarschnitt" macht der kleine Igel durch seine witzige Mimik eine gute Figur. Daniel Napps charakteristischen Zeichenstil, der am ehesten als eine Mischung aus frechen Strichzeichnungen und einer aufwendigen Aquarelltechnik beschrieben werden kann, findet man hier eindeutig wieder.

Diese Mischung aus hohem Illustrationsanteil und einer durchweg unterhaltsamen Abenteuergschichte mit Kernaspekten wie Freundschaft und Mut machen dieses Buch zu einem echten Vorlese-Klassiker für alle Kinder ab sechs Jahren. Aber auch als „Anfängerbuch", zum ersten Selberlesen, ist es zu empfehlen, da der hohe Bildanteil die Geschichte durchgängig begleitet und so zum Weiterlesen motiviert.

Der zweite Band „Latte Igel reist zu den Lofoten" ist bereits in Arbeit und wird ebenfalls mit den Illustrationen von Daniel Napp neu aufgelegt.

Fazit:

Sebastian Lybecks Klassiker „Latte Igel" ist auch heute noch ein spannender und wertvoller Lesestoff für alle Kinder ab sechs Jahren. Witzig, einfallsreich und souverän führt Sebastian Lybeck durch Lattes Abenteuer und überrascht mit so macher List des kleinen Helden. Mit mehr als 120 farbigen Illustrationen von Daniel Napp ist es ein üppig und durch und durch liebevoll ausgestattes Buch das einer Jubiläumsausgabe alle Ehre macht.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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