Mein Freund Murmel

Erschienen: Februar 2005

Couch-Wertung:

78%
Idee
Bilder
Text

Idee

Wieder einmal führen hier Tiere Sozialverhalten vor und überzeugen sowohl in ihrer Darstellung als auch durch ihre Botschaft

Bilder

sehr atmosphärische Darstellung die viel Wärme vermittelt. Großflächige Bilder, Darsteller sehr kindgerecht

Text

Flüssig erzählte Geschichte mit recht kurzen Sätzen, die die recht komplexe Geschichte auch für den kleinen Zuhörer nicht zu schwierig machen. Sprache ist zeitgemäß ohne ins Umgangssprachliche abzudriften.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Feb 2005

Der Zufall bringt den Hasen Murmel und den Jungvogel Max zusammen und lässt sie zu unzertrennlichen Freunden werden. Vorher aber müssen sie noch ein wirklich schwieriges Problem lösen.

Mit einem ";Plumps"; fällt dem Hasen Murmel ein kleiner Vogel genau vor die Füße. Der Jungvogel Max ist aus seinem Nest gefallen, und das, obwohl er noch gar nicht fliegen kann. Das Nest befindet sich weit oben in einer alten Eiche und es sieht so aus, als könnte der kleine Max sein Nest nicht mehr erreichen, bevor es dunkel wird. Hase Murmel möchte ihm helfen, denn er sieht, daß der kleine Max Angst hat. Murmel lässt sich eine Menge einfallen, um dem kleinen Max in sein Nest zurück zu helfen. Zuerst holt er seine Geschwister damit sie einen Turm für Max bauen können, aber der Turm ist viel zu niedrig. Der Biber Benno knabbert für Max eine Leiter, aber auch diese reicht bei weitem nicht aus. Als das Grauhörnchen Fritz von dem Problem erfährt, möchte es auch helfen. Nach kurzem Nachdenken scheint ihm eine gute Idee gekommen zu sein, denn er läuft mit Murmel davon und ruft nur noch: ";Wir kommen gleich wieder.";

Die Zeit des Wartens wird lang für den kleinen Vogel Max. Er bekommt es mit der Angst zu tun, denn mittlerweile ist es schon dunkel geworden und er fühlt sich ohne Murmel sehr einsam und verlassen. Schon befürchtet er, Murmel habe ihn vergessen, als dieser doch wieder auftaucht. Gemeinsam mit Grauhörnchen Fritz hat er einen Korb besorgt, an dessen Henkel sie das Ende eines Seils befestigt haben. Mit dem anderen Ende des Seils klettert Fritz hinauf zum Nest, legt es um den Ast und klettert wieder hinunter. Nun soll Max sich in den Korb hineinsetzen, damit sie ihn wie mit einem Fahrstuhl hoch zum Nest ziehen können. Max, vor lauter Glück über diese tolle Idee ganz aufgeregt, schlägt wild mit seinen kleinen Flügelchen und springt immer wieder in die Höhe. Ehe er sich versieht, ist der kleine Max ganz alleine hinaufgeflogen zu seinem Nest! Die Freude unter Max` Helfern ist riesengroß und zu guter letzt setzt sich Murmel in den Korb und lässt sich von seinen Freunden zu Max hinaufziehen. Das Nest von Max ist wirklich wunderschön und er kuschelt sich zu seinem Freund. Gemeinsam betrachten sie den funkelnden Sternenhimmel und genießen den Augenblick in dem sie erkennen, dass sie wohl Freunde geworden sind.

Astrid Krömer erzählt eine liebenswerte Geschichte von kleinen Zufällen mit großer Wirkung, von Hilfsbereitschaft, Vertrauen und Freundschaft. Der kleine Vogel Max hat Glück, daß er ausgerechnet dem Hasen Murmel vor die Füße fällt, denn dieser ist ein wirklich lieber und hilfsbereiter Bursche. Um dem kleinen Max zu helfen holt er seine Geschwister und auch seine Freunde. Sie alle machen sich viele Gedanken um eine Lösung für Max Problem zu finden. Ein jeder hat im Rahmen seiner Möglichkeiten eine gute Idee, aber leider kann niemand Max in sein Nest zurück bringen.

Die herannahende Dunkelheit macht die Geschichte spannend und als der Hase Murmel mit dem Grauhörnchen Fritz verschwindet, erreicht sie ihren Höhepunkt. Die Angst des kleinen Max lässt sicher die Herzen unserer kleinen Zuhörer höher schlagen. Und die Erleichterung ist groß, als Murmel und Fritz mit der rettenden Idee zurückkehren.

Die durchweg liebevollen Charaktere dieser Erzählung vermögen es, den Leser bzw. Zuhörer in eine wohlige Wärme einzuhüllen und zeigen, wie wichtig es ist, für den anderen da zu sein und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, auch wenn die eigene Idee am Ende nicht des Rätsels Lösung ist. Wie selbstverständlich bringt sich jeder irgendwie ein und es scheint ganz klar zu sein, dass der kleine Max auf keinen Fall alleine gelassen wird. Hier wird Sozialverhalten leicht und sehr beispielhaft demonstriert. Dank der Hilfe und Unterstützung der anderen Waldbewohner gewinnt auch Max selbst an Stärke und Selbstvertrauen und plötzlich gelingt es ihm, alleine in sein Nest hinauf zu fliegen. Freunde machen stark, geben Selbstbewußtsein und Mut!!! Das Buch findet einen ruhevollen Abschluß mit dem Bild der zwei aneinander gekuschelten Freunde vor dem stimmungsvollen Sternenhimmel.

Den passenden Rahmen erhält diese Geschichte auch durch die grafische Aufbereitung. Detailgetreue, die kompletten Seiten füllende Ölbilder in warmen Farben erzeugen eine harmonische und behagliche Atmosphäre. Der Vorleser und Betrachter erlebt den Wandel von der Abenddämmerung bis hin zum funkelnden Sternenhimmel inmitten einer niedlich gezeichneten Schar von lieben Waldbewohnern. Blickfang ist von Beginn an der Hase Murmel, der ein echtes, fühlbares Fell bekommen hat, das nicht nur weich anzufassen ist sondern auch in verschiedenen goldbraunen Farbtönen schillert.

Fazit:

Gerne liest man eine solche Geschichte fürs Herz vor, die nicht nur zum Ansehen und Zuhören, sondern gleichzeitig zum Anfassen verführt. Eine ideale Zu-Bett-Geh-Geschichte.

Antje Saam

Mein Freund Murmel

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