Couch-Wertung:

85%
Idee
Bilder
Text

Idee

Zwei Freunde zeigen uns, dass man allein durch die reine Vorstellungskraft, ohne den Platz zu verlassen, unzählige Abenteuer erleben kann.

Bilder

Eigener Illustrationsstil, der teilweise etwas unrealistisch wirkt, was jedoch sehr passend ist, da Sequenzen dargestellt werden, die der reinen Fantasie entspringen. Illustrationen tragen den Inhalt perfekt.

Text

Kaum Text. Lediglich kurze Stichworte und Reaktionen, was Sinn macht bei einem Buch dieser Art.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Mai 2009

Zwei Jungs sitzen auf einer Bank und träumen in den Tag hinein. Während sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen, passieren beeindruckende Dinge. Und dass, obwohl sie eigentlich ganz unspannend auf ihre Eltern warten.

Kaum spricht einer der Freunde ein Wort aus, so passiert es auch schon, das Unglaubliche. Das Wort „Mega-Zug" wird locker in den Raum geworfen, da donnert bereits ein überdimensional großer, hypermoderner Zug-Kollos durchs Bild. Beim Stichwort „Cowboy" müssen die Beiden sich vor dessen Lasso ducken und die sich daran anschließende Verfolgung durch die Indianer raubt ihnen beinahe den Atem. Im Schatten eines riesigen blauen Elefanten beobachten sie begeistert dessen geschicktes Hantieren mit dem Rüssel. Schließlich sind sie absolut beeindruckt von düsenbetriebenen Turboschnecken und dem rabenschwarzen Luftwal der alles in den Schatten stellt. Weniger spannend empfinden die beiden dann das Eintreffen ihrer Eltern, obwohl sie an diesem Tage halbwegs entspannt daher kommen.

Dieses Bilderbuch über die Kraft der Fantasie zeigt mit ganz einfachen Mitteln, wie schön es sein kann mit einem Freund einfach mal so in den Tag hinein zu spinnen. Ohne sich vom Platz zu bewegen, erleben die Beiden die unglaublichsten Dinge, lediglich inspiriert durch ihre Gedanken und die Gegenstände die sie umgeben. Der niedliche, schwarz-weiße Kuschelhund beteiligt sich in deren Fantasie aktiv an jeder Sequenz. Der Kirchturm wird vom Elefanten entwurzelt, quasi als Sinnbild für die Zeit, die stehen bleibt, wenn die beiden Freunde gemeinsam träumen. Vom bildeinnehmenden Jumbojet bis zu den (im wahrsten Sinne des Wortes) mitreißenden Turboschnecken entwickeln sie Bild um Bild das, was eben nur in der Fantasie möglich ist.

Gleichzeitig ist das Bilderbuch ein starkes Beispiel für die Kunst, auch kleine Geschichten durch die entsprechenden Bilder geschickt in Szene zu setzen. Das gelingt dem dänischen Künstler Soren Jessen außerordentlich gut. Mit eigenen, wenn auch einfachen Mitteln zeigt er den Mega-Zug wirklich absolut überdimensioniert. Piraten werden als bildfüllende, kantig-rauhe Gestalten dargestellt, der riesige blaue Elefant blickt unsicher in seine viel zu klein geratene Welt. Mal befindet sich die Bank auf einer kleinen Insel. Mal mitten im Gewirr eines Autobahnnetzes. Mal wird die Welt als Miniplanet umgehen von unwirklichem Gewitter gezeigt. Obwohl es viele schöne Details zu entdecken und Symbole zu deuten gilt, wirkt das Gesamtbild aufgrund der ungewöhnlichen Perspektiven sehr unrealistisch. Aber das sind deren Tagträume ja auch. Insofern hat Jessen genau die richtige Bildsprache entwickelt, um diese eigentlich unspektakuläre Geschichte beeindruckend darzustellen.

Erst am Ende der Geschichte erfährt man den eigentlichen Grund ihres Zusammentreffens. Bereits von weitem sehen sie ihre Eltern nahen und erkennen sofort, dass diese ihnen heute gut gewogen sind. Die Zeit in Form von Uhren mal locker unter den Arm geklemmt aber auch kiloschwer auf den gebeugten Rücken gebunden, schlurfen die Eltern vorwärts, vorbei an grauen Hochhäusern. Schließlich bleibt den beiden Freunden noch Zeit eine wichtige Verabredung zu treffen: „Morgen? Gleiche Zeit?" Und die Freude darauf steht den beiden ins Gesicht geschrieben.

Das Buch lässt viel Platz für eigene Interpretation und kritische Reflektion. Allerdings ist es auch geeignet für kleinere Betrachter, da es wenig Text hat und die ungewöhnlichen Bilder sehr anziehend sein können. Denn erwiesener Maßen sind die Kleinen uns ganz weit voraus, wenn es um die Vorstellung fantastischer Gestalten und Begebenheiten geht.

Fazit:

Ein Plädoyer für die wunderbare Kraft der Fantasie. Besonders geeignet für Vorleser und Zuhörer, die nicht viel Text benötigen, um ein gutes Bilderbuch zu schätzen.

Gabriele Jansen

 

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