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Idee
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Idee

Wenn so viele Klischees bemüht werden, sollten Charaktere und Dramaturgie sehr sorgfältig aufgebaut werden. Dies ist hier aber leider nicht der Fall.

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Rosa Gil erzählt ihre Geschichte zu schnell und zu oberflächlich, um den Leser mitzureissen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jun 2009

Bruno ist ein Waisenjunge. Bisher ist er unter der liebevollen Obhut des Waisenhausdirektors Quincey Jarque aufgewachen - doch eines Tages, als Bruno eigentlich schon viel zu alt für eine Adoption ist, meldet sich ein eigenartiges, lichtscheues Paar. Bruno merkt sofort, dass mit den Kraans etwas nicht stimmt. Tatsächlich werden seine schlimmsten Befürchtungen wahr, denn es stellt sich heraus, dass der unheimliche Negroponte Kraan ein Vampir auf dem Kriegspfad ist.

Trotz des eigenartigen, fast aggressiven Verhaltens des blassen Mannes, der immer nur in der Dunkelheit im Waisenhaus erscheint, willigt der gutmütige Direktor des Waisenhauses Quincey Jarque der Adoption Brunos zu. Bruno, der nie ein anderes Zuhause als das Waisenhaus kennen gelernt hat, drängt es nicht so sehr nach der neuen Erfahrung „Familie". Vor allem Dan, seinen besten Freund, wird Bruno vermissen. Doch es hilft nichts, eines Tages wird er von seiner zukünftigen Adoptivmutter „Maula" abgeholt, die es sehr eilig hat, Bruno seinem neuen Vater vorzustellen.

Die Eheleute Kraan haben in einem heruntergekommenen und düsteren Hotel ihr vorübergehendes Quartier bezogen. Bruno verbringt hier einige einsame Wochen, in denen er sich auf sehr merkwürdige Weise verändert. Denn Kraan versteht es, den Jungen auf subtile Weise zu beeinflussen. Er verspricht dem Jungen, der lieber wieder in sein altes Zuhause zurück möchte, dass er bis zum nächsten Vollmond warten solle. Würde er dann noch derselben Meinung sein, dürfe er gehen. Doch zu besagter Nacht, in einer alten, schon lange leerstehenden Fischhalle in den Klippen des Küstenortes mit dem bezeichnenden Namen Mistyville erfährt Bruno, dass er der Auswerwählte für Kraans neue Vampirarmee werden soll. Ja, Bruno habe Vampirblut in sich. Er, Kraan, werde sein Gebieter sein, wenn das Ritual in dieser Nacht vollendet sei. Bruno aber denkt gar nicht daran und kann - zu seiner eigenen grossen Überraschung - durch die offene Dachluke fliehen. Bruno kann fliegen.

Durch die Hilfe seines Freundes Dan und Quincey gelangt Bruno nach einigen, gefährlichen Verfolgungsjagden in die Obhut der Noxdom-Vereinigung. Friedliche Vampire, die sich in einem alten Herrenhaus verborgen halten und sich von dem Blut ihrer Kühe ernähren. Bruno der erfährt, dass er ein Dhampir - halb Mensch, halb Vampir - ist und noch dazu über aussergewöhnliche Fähigkeiten verfügt, wird von den meisten Vampiren der Noxdom-Gemeinschaft mit Argwohn betrachtet. Sein Glück ist, dass die Anführerin, Yasen, seine Grossmutter ist.

Die Vampire von Noxdom wollen Kraans Plan, alle Kinder mit Vampirblut für seine Armee zu entführen und sie gefügig zu machen, vereiteln. Doch plötzlich taucht Maula wieder auf - durch ihre Flucht in einem erbärmlichen Zustand - und teilt ihnen mit, dass ein Verräter unter ihnen sei. Der entkräfteten Maula gelingt es, Bruno noch eine Nachricht zu übermitteln. Kraan werde beim nächsten Vollmond zuschlagen und ihn, Bruno, gefangen nehmen. Sie teilt ihm noch eine unklare Botschaft über den Aufenthaltsort Kraans mit, die Bruno jedoch entschlüsseln kann. Ausserdem erhält er von ihr ein geheimnisvolles, dreieckiges Amulett, das ihm bei der Suche nach Kraan noch von Nutzen sein wird. Da Bruno aber vermutet, dass der Verräter noch immer unter ihnen ist, ist er entschlossen, den Kampf allein aufzunehmen - nur sein Freund Dan und das mutige Vampirmädchen Sabbat stehen ihm zur Seite.

Die spanische Originalausgabe des Vampirromans für Kinder mit dem Titel „Bruno Dhampiro" erschien im Jahr 2008. Für die deutsche Ausgabe von Fischer Schatzinsel übersetzte Julia Heldenberg aus dem Spanischen.
Rosa Gil bedient sich in ihrem ersten Kinderbuch allerlei Klischees aus der Vampirwelt und überträgt diese in eine reale Umgebung. Bruno taucht sehr schnell in die Vampirwelt ab. Als Begründung für die menschliche Unkenntnis ihrer Existenz, wird erklärt, dass die Vampire von Noxdom ganz im Verborgenen leben und nicht mehr jagen. Ein langer Krieg zwischen Vampiren und Vampirjägern, den Menschen, haben zu dieser Entwicklung geführt. Doch Kraan hat etwas gegen dieses zurückgezogene Dasein. Er möchte den Vampiren wieder zu ihrer alten Herrschaft verhelfen. Doch dafür braucht er den Dhampir Bruno. Dhampire sind in der Unterhaltung, sei es Film, TV, Computerspiele oder Literatur, sehr verbreitet. Im Englischen werden sie Daywalker („Tagesläufer) genannt.

So weit die grundsätzlich interessante Idee von Rosa Gil, das zur Zeit ohnehin populäre Thema nun auch für Kinder umzusetzen. Doch leider kann ich darüber hinaus nicht viel Positives an diesem Buch finden. Rosa Gil gelingt es nämlich nicht, den von ihr so zahlreich genutzten Klischees glaubwürdige und mitreissende Charaktere gegenüber zu stellen. Alles in allem wirkt ihre Erzählung durchgehend uninspiriert. Das ist zum einen der sprunghaften und teilweise auch unlogischen Dialogführung zuzuschreiben, aber auch der Tatsache, dass die vermeintlich herausragenden Eigenschaften der Protagonisten - wie die Klugheit und Belesenheit von Dan oder die Unerschrockenheit von Sabbat - nicht fest in der Erzählung verankert sind. Schlimmer aber noch empfinde ich so manche unlogische oder sogar widersprüchliche Beschreibung im Verlauf der Erzählung. Als Ganzes betrachtet wirkt die Geschichte, als wurde sie sehr schnell „gestrickt". So kann auch die überraschende Entlarvung des Verräters, am Ende des Romans, nicht über diese handwerklichen Mängel hinwegtäuschen.

Fazit:

Rosa Gils Roman über das „Waisenhaus der Vampire" kann leider nicht überzeugen. Zu viele Klischees und zu wenig Sorgfalt machen es zu einem Buch „ohne Biss".

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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