Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
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Idee

Die Neuauflage des Klassikers Wiplala ist mit ihren überzeugenden Charakteren noch immer modern und sprüht vor Fantasie.

Bilder

Die Aquarellbilder wirken locker und sind durch die vielen Perspektivwechsel abwechslungsreich und interessant.

Text

Die schöne Mischung aus erzählendem Text und lebendigen Dialogen, ist lebendig in Szene gesetzt. Schöner runder Erzählbogen. Es macht Spass vorzulesen, auch wenn die Schrift recht klein gedruckt ist.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jun 2009

Ein fingergrosses Männchen - der Wiplala- stellt mit seinen noch nicht ganz ausgereiften Zauberstückchen die Welt der Familie Blom total auf den Kopf. Der Klassiker „Wiplala" von Annie M.G. Schmidt, einer der berühmtesten niederländischen Autorinnen, ist nun im Boje Verlag neu aufgelegt worden - auch heute noch ist es eine heitere und märchenhafte Geschichte zum Vor - und Selbstlesen.

Nella Della, die Tochter im Hause der Familie Blom, langweilt sich. Nach dem schnell gesprochenen Satz: „Ich möchte, dass mal irgendetwas passiert", geschieht es: Ein Winzling, kaum fingergross, taucht plötzlich in der Wohnung auf. Aber damit nicht genug: Der Wiplala verfügt über magsiche Kräfte. Doch mit dem sogenannten „Tinkeln" klappt es noch nicht so richtig. Das ist auch der Grund, warum er von seinen Artgenossen verstossen wurde.

Zwar kann er, wenn er sich nur ausreichend bedroht fühlt, Menschen und Tiere leicht zu Stein verwandeln, doch das „Zurücktinkeln" beileibe nicht immer. So muss ein Nachbar der Bloms, der Dichter Arthur Hollidie, als sein eigenes Steinbild während der ganzen Geschichte auf dem Marktplatz sitzen. Aber es kommt noch schlimmer: Eines Tages kann die Familie Blom ein Essen in einem vornehmen Restaurant nicht bezahlen - und schwupp- da schrumpft die gesamte Familie auf die Grösse von Wiplala, kurz bevor sie von der Polizei verhaftet werden können. Wiplala kann sich aber nicht daran erinnern, was sie essen müssen, um wieder zu ihrer normalen Grösse zu gelangen. Auf Zwergengrösse geschrumpft, müssen die drei zusammen mit Wiplala einige nicht ganz ungefährliche Abenteuer überstehen. Dabei merken sie, wie gefährlich Menschen sein können; erst recht, wenn man so klein, eigentlich fast unsichtbar ist. Kinder helfen da schon mal eher und sind solch aussergewöhnlichen Gegebenheiten gegenüber aufgeschlossener, so wie das kranke Mädchen Lilli, dem sie in der Geschichte begegnen. Durch Zufall entdeckt Wiplala endlich jene Beeren, die die Bloms zurücktinkeln können. Schließlich erlangen die drei Bloms ihre natürliche Grösse zurück und flitzen auf dem schnellsten Wege nach Hause. Wiplala hingegen kehrt zurück zu seinen Leuten, da er ja jetzt bestens tinkeln kann.

Diese spannenden Geschichte, aus dem Niederländischen von Susanne und Ulf Daum, ist zeitlos schön und für Kinder wie für Erwachsene zum Vorlesen und Lesen bestens geeignet. Hat man einmal die Bekanntschaft mit dem kleinen Wiplala gemacht, sieht man dann auch großzügig über die deutlich zu klein geratene Typo dieser Ausgabe hinweg.

Ist doch das Motiv des Zwerges - und damit das Spannungsfeld zwischen Gross und Klein - bei Kindern noch heute so beliebt wie eh und je. Reizvoller wird es beim Wiplala natürlich dadurch, dass der kleine Kerl auch noch zaubern kann; und die Tatsache, dass dieser Winzling damit so seine Schwierigkeiten hat, bringt nicht nur eine Menge Situationskomik, sondern auch eine gehörige Portion Spannung in die Geschichte. Schließlich geht bei Wiplalas Zauberei so einiges schief. Es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen, bzw. (wie Wiplala) aus dem Schrank gekrochen. So sind es wohl auch seine Irrtümer und seine Suche nach der Lösung seiner Probleme, die ihn für Kinder so sympathisch machen. Letztlich findet sich die ganz unaufdringliche Botschaft, dass es sich lohnt, nicht aufzugeben.

Die etwas eigenwillige, aber auf Anhieb sympathische Familie Blom und die unglaublichen Abenteuer, die sie mit dem Wiplala erlebt, werden wunderbar beschrieben. Der flüssig zu lesende und zeitlose Text von Annie M. G. Schmidt, die eine gute Freundin von Astrid Lindgren war, wird durch die vielen lebendigen Dialoge wunderbar aufgelockert. Die in sich abgeschlossenen Kapitel, die stets den Spannungsbogen bis zur nächsten Episode halten, spornen unbedingt zum Weiterlesen an; lassen sich aber auch hervorragend eptappenweise lesen.

Die Aquarellbilder von Philip Hopman muten nicht gerade modern an, sondern eher wie aus den 70er Jahren - sprechen aber nicht weniger an und passen zu dem zeitlosen Klassiker dieser Zeit. Farblich eher zurückhaltend sind sie durch die vielen Perspektivwechsel, mal aus der Warte unserer normalen Grösse, mal aus dem Blickwinkel der Winzlinge betrachtet, abwechslungsreich und interessant. So lockern Darstellungen, wie etwa der fast schon schrullig wirkende Vater Blom mit seinen viel zu dünnen und krummen Beinen und seinen zerzausten, zum Himmel stehenden Haarenlockern das Ganze auf und lassen den Blick gerne mal einen Augenblick länger auf den Zeichnungen verweilen. Philip Hopmanns Strichführung lässt Mimik und Gestik der Figuren gut erkennen.

Das eigentliche Happy End hat zwar einen kleinen Wermutstropfen, aber wie Nella Della und ihr kleiner Bruder verstehen auch wir, dass Wiplala zu seinen Leuten zurückkehren muss. Aber ein kleines Andenken bleibt: eine versteinerte Spinne, die nun nicht mehr zurückgetinkelt werden kann.

Fazit:

„Wiplala-Kannst Du zaubern?" ist eine wunderbar dichte und fantasievolle Geschichte. Sie hat noch heute, was ein echtes Abenteuer ausmacht: Sympathische Helden des Alltags und einen Charakter, der durch seine Eifrigkeit schnell in abstruse Situationen gerät. Kinder finden sich in diesem turbulenten Abenteuer schnell wieder, denn die Geschiche vom Wiplala steht ihrer Fantasie in Nichts nach.

Sylke Wilmer-Gruchmann

 

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