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Idee

Ulf ist ein Sympathieträger, der sich plötzlich vom leicht schüchternen Jungen, in einen Kämpfer für Gerechtigkeit wandelt, er glaubt, er ist ein Werwolf und das am helllichten Tage

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comicartig witzige Zeichnungen von Ulf K. zu Beginn jedes Kapitels

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bildreiche, lebendige Handlung mit Sinn für absurde Situationen

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jul 2009

[ab 9 Jahren]

Ulf hat es nicht leicht. Alle behaupten, er sei ein lieber Junge, so schüchtern und oft sehr unentschlossen. Aber all das soll sich ändern, denn über Nacht wird aus dem sanften Ulf ein Werwolf, ein rasendes Tier, dass sich gegen jede Form von Ungerechtigkeit auflehnt und die Zähne zeigt. Immer bei Vollmond geschehen komische Dinge.

Ulf Wakelkvist kann sie nie entscheiden und eine klare Meinung äußern. Aus diesem Grund rufen die Kinder immer Wackelpudding hinter ihm her. Ulfs bester Freund ist Jaakko, dessen Familie aus Finnland stammt. Er ist stark, wohnt gleich nebenan im Reihenhaus und teilt mit Ulf einen Schuppen. Hier können die Jungen so unordentlich sein wie sie wollen und Krach machen. Die beiden gehen zusammen zur Schule und teilen alles. Als Ulf und Jaakko eines Nachts mit Freunden bei einem alten Mann Äpfel im Garten klauen, wird Ulf von dem Mann überrascht und gebissen. Wie durch ein Wunder konnte dieser den Baum hochklettern und Ulfs Bein erwischen. Von Stund an bemerkt der Junge, der gerade ein Fachbuch über Werwölfe gelesen hat, ganz neue Empfindungen. Er wirkt auf die anderen Kinder aggressiv und entschlossener. Ab und zu beginnt Ulf zu knurren und wenn ihm irgendjemand dumm kommt, dann haut er schon mal zu. Am meisten ist Ulf, der nur auf Disziplin bedachte Sportlehrer Kurz, den alle Furz nennen, verhasst. Mal hat Jaakko seine Turnschuhe vergessen, dann teilen Ulf und er die Schuhe und dann hat Ulf seine Schuhe zu Hause gelassen. Kurz straft für diese Vergesslichkeit der Freunde die gesamte Klasse und lässt alle zehn Runden auf einem Bein hüpfen. Ulf ist sauer. Diese Ungerechtigkeit geht ihm gegen den Strich und so fällt er in seiner Wut über den Sportlehrer her. Das wird sicher Konsequenzen haben. Alle staunen über Ulfs Mut. Dabei weiß Ulf, dass nicht er das ist, der da rebelliert, sondern der Werwolf in ihm. Seit der Alte ihn gebissen hat, ist Ulf zum Werwolf mutiert. Bei jedem Vollmond hat Ulf große Angst vor dem Ausbruch des Werwolfwahnsinns. Ulfs Eltern verstehen ihren Sohn nicht mehr. Wie kann es sein, dass er den Klavierunterricht absagt, weil Vollmond ist.

Immer seltsamer benimmt sich der einst so schüchterne Junge. Er durchsucht das Haus der Eltern, beißt seine Schwester Ylva ( Ulf und Ylva - beide Namen tragen in sich die Bedeutung Wolf) und klaut dem Vater die Brieftasche. Diese wirft er dann in die Scheibe vom Sportgeschäft. Völlig idiotisch - ein Traum? Am nächsten Morgen ist die Brieftasche weg und Ulf ahnt, er muss sofort etwas tun. Schnell rast er mit seinem Ball zum Geschäft und kann schnell noch Börse gegen Ball eintauschen. Die Inhaber des Ladens erwischen ihn und zur Strafe muss er bei ihnen Radreifen flicken. Als Ylva ein Kätzchen mit nach Hause bringt, wacht in Ulf der Wolf wieder auf. Damit er als Werwolf dem Kätzchen nichts tut, klaut er es seiner Schwester und steckt es in den Briefkasten des Nachbarn. Allerdings kann sich Ulf am kommenden Morgen an nichts mehr erinnern. Die Sache mit dem Sportlehrer hat kein Nachspiel, denn der Direktor kann den Sportlehrer offensichtlich auch nicht leiden. Er meint, es gehe nicht um Disziplin, sondern darum, dass sich die Schüler gegenseitig helfen und richtig verhalten.

Endlich findet Ulf das Kätzchen und das Sparschwein, dass er Ylva auch noch entwendet hatte. Jaakko wird langsam sauer auf Ulf, denn der Freund lügt und lügt und sagt ihm einfach nicht die Wahrheit. Ulf glaubt nun, dass Ylva, die er gebissen hat, sich in einen Werwolf verwandeln wird. Um seine Familie zu schützen, will er sich und Ylva einsperren. Alle wundern sich über seine Begeisterung für Vorhängeschlösser bis Ulf dann durch eine Verwechslung nicht die Schwester, sondern die Mutter einsperrt. Großes Durcheinander - denn in seiner Wut springt Ulf auch noch seine Mutter an und flieht. Ulf verpasst sich dann selbst einen Maulkorb und kann seiner Meinung nach nie wieder nach Hause zurück.

Aber dann trifft er Jaakko und endlich, endlich erzählt er dem Freund von seinem langen Kummer und seinem Werwolfdasein. Jaakko hält ihm dann einen Spiegel bei Vollmond vor die Nase und alles löst sich in Wohlgefallen auf, denn Ulf war nie ein Werwolf, sondern einfach nur wütend.

Dem Gerstenberg Verlag sei Dank. Nach und nach veröffentlicht er von der so vielseitigen Gunnel Linde einen Kinderroman nach dem anderen. Die 85-jährige schwedische Autorin wurde mit vielen Preisen geehrt. 1972 erschien das Kinderbuch „Hilfe! Ich bin ein Werwolf" erstmalig und hat nichts an Witz und Tiefe verloren.

Ulf erkennt sich nicht wieder und doch fühlt er sich als ausrastender Werwolf mit Gedächtnisschwund auch ganz wohl. Endlich kann er mal wütend sein und das ausleben, was er ansonsten unterdrückt hätte. Ulf hat für diese Veränderungen eine Erklärung: Er ist ein Werwolf - auch am Tag. „Alle Leute tun so, als wüssten sie, wie ich bin." Weit gefehlt, Ulf überzeugt gerade seine Familie vom Gegenteil. Der Junge genießt es auszuflippen und nicht darauf zu achten, was denn die anderen über ihn denken könnten. Aber irgendwann ist die Geheimniskrämerei doch zu viel und Ulf ist heilfroh, dass er einen Freund hat, mit dem er nicht nur die Turnschuhe teilen kann.

Mit großer Leichtigkeit und Spannung erzählt Gunnel Linde vom so widersprüchlichen Innenleben ihres kleinen Helden, der gegen die Ungerechtigkeiten der Welt Sturm läuft. Mal muss er als Werwolf die kleine Schwester seines Freundes gegen sechs Jungen verteidigen, dann dem fiesen Sportlehrer die Leviten lesen und dann wieder die Mutter unfreiwillig einsperren, damit er als Werwolf nicht auf sie losgeht.

Auch wenn Ulfs Familie seine seltsamen Ausbrüche nicht nachvollziehen kann, es macht schon Spaß Ulfs Eskapaden mitzuerleben und sich als Leser auszumalen, was man an Ulfs Stelle vielleicht gern mal als Werwolf anstellen würde.

Fazit:

Lockerleichte, witzige Geschichte über einen Jungen, der sich einbildet ein Werwolf zu sein. Dabei lehnt er sich nur gegen seine schreckliche, ältere Schwester, die Ungerechtigkeit der Lehrer und die Dominanz der Eltern auf. Auf humorvolle Weise erzählt die schwedische Autorin Gunnel Linde von der ganz normalen Entwicklung eines Jungen, der sich in seiner Haut nicht mehr wohl fühlt und sich wehrt.

Karin Hahn

 

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