Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
Text

Idee

Das Thema Trauer und Tod wird sehr einfühlsam behandelt. Die angebotene Lösung ermöglicht es Kindern, sich wiederzuerkennen und Verständnis für das eigene Empfinden zu entwickeln.

Bilder

Leichte Tuschezeichnungen in Schwarz-Weiß, die ausdrucksstark sind und gleichzeitig viele Zwischentöne zulassen. Perfekte Unterstützung für die zurückhaltende Herangehensweise an das Thema.

Text

Der Text ist einfühlsam und teilweise rührend. Sehr kindgerecht spricht der Bär Dinge aus, die Kinder in solchen Situationen nur fühlen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Feb 2010

Kinder trauern anders. Sie werden still. Der Bär hat Glück, denn er trifft eine Wildkatze, die mit ihrer Musik die Stille beendet und mit der Macht von Freundschaft und Verständnis seine Lebensfreude zurückbringt.

Der Bär hat seinen besten Freund verloren. Er trauert um einen kleinen Vogel und trägt diesen unentwegt in einer Schachtel mit sich. Von den Tieren des Waldes fühlt er sich missverstanden und zieht sich in die dunkle Einsamkeit seines Hauses zurück. Nach langer Zeit weht der Duft von frischen Gräsern in sein Fenster hinein, was ihn dazu bewegt, wieder nach draußen zu gehen. Er trifft eine Wildkatze, die seiner Trauer Platz einräumt und Verständnis für sein Verhalten aufbringt. Sie spielt ein Lied auf ihrer Geige, das den Bären an die schöne Zeit mit seinem Vogelfreund erinnert. Dies führt dazu, dass er Abschied nehmen kann, denn Niemand wird ihm seine Erinnerungen nehmen können. Gemeinsam mit der Wildkatze wird der Vogel würdig beerdigt. Der Bär hat in der Wildkatze einen echten Freund gefunden, den er zukünftig als Musikant begleiten wird.

Häufig ist man hilflos im Bezug darauf, wie man einem Kind, das mit dem Tod in Berührung gekommen ist, helfen kann. Solche zurückhaltenden Bücher können Kinder bewegen, über ihre Befürchtungen zu sprechen. Es erleichtert den Zugang zu diesen kleinen, verschlossenen Menschen in Trauer. Sanfte Bücher dieser Art ermöglichen es den Kindern sich wiederzuerkennen und sich ein wenig verstanden zu fühlen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um den Tod eines Angehörigen oder eines Tieres handelt.

Kazumi Yumoto hat in diesem japanischen Bilderbuch einen kleinen Vogel gewählt, der seinen Freund, den Bären, mit all seiner Trauer zurücklässt. Dieses starke Tier knickt unter der Traurigkeit ein, glaubt ohne den liebgewordenen Gefährten nicht leben zu können. Wie kleine Kinder, ist auch der Bär nicht in der Lage, Abschied zu nehmen. Er wartet auf ein Wunder, das den Freund nach einer langen Reise oder einem tiefen Schlaf zurückbringt. Doch genauso wichtig wie ausreichend Zeit zum Trauern sind für Kinder Informationen. Sie müssen wissen, dass sie vermissen und sich erinnern dürfen. Diese Gedanken werden in "Der Bär und die Wildkatze" durch das Lied hervorgerufen, das die Wildkatze für Bär und Vogel spielt. Diese Art der Zuwendung bewirkt, dass der Bär sich an all das Schöne, das er mit dem kleinen Vogel erlebt hat, erinnert. Er beginnt zu verstehen, dass Trauer sich verändert.

Gleichsam keimt eine neue Freundschaft auf und mit ihr die Zuversicht, dass das Leben schön sein kann. Im Buch beginnt dieser Prozess bereits mit der zart duftenden Frühlingsluft, die in Bärs Haus strömt. Eine Metapher für den Kreislauf des Lebens und der Tatsache, dass nach dem dunklen Winter immer wieder eine angenehme Jahreszeit folgt. Es folgt das Begräbnis an einem stets ins Sonnenlicht getauchten Lieblingsplatz. Die Lichtung wird prächtig verziert und der Moment mit großer Bedeutung belegt. Denn um Abschied nehmen zu können, müssen Kinder einbezogen werden. So wie der Bär, der sich die Trauerfeier ausgedacht und aktiv gestaltet hat. Schließlich ist der Bär dank der Wildkatze in der Lage, aufzubrechen und als Musikant fröhlich durch die Städte zu tingeln.

Unterstützt wird diese zurückhaltende Geschichte durch ausdrucksstarke Illustrationen der Japanerin Kamako Sakai. Insbesondere der Bär ist in seiner Verzweiflung und seiner Traurigkeit meisterhaft dargestellt. Zunächst ist man verwundert darüber, in einem Kinderbuch beinahe ausschließlich Schwarz-Weiß-Illustrationen vorzufinden. Die Farbwahl führt allerdings dazu, dass die Geschichte sehr ruhig transportiert wird. Ganz behutsam, tragen diese wunderschönen, beinahe lieblichen Tusche-Zeichnungen die Stimmung, ohne ablenkende Farbigkeit. Lediglich ein zartes Rosa , im inneren Einband sowie an einigen wohl gewählten Details, symbolisiert das Schöne und schleicht sich beinahe unbemerkt zum Ende der Geschichte in die Bilder. Wir blicken, als Beobachter, von außen auf die Szenen und können durch einen ovalen Bildausschnitt diese wunderbaren Bildeindrücke genießen.

Fazit:

Dieses einfühlsame Buch zeigt, wie wichtig die Zeit der Trauer ist und dass Einsamkeit und Kummer dazu gehören. Es zeigt aber auch, wie wichtig Impulse von Freunden sind, damit sich die Trauer verändern kann und schließlich neue Lebensfreude zulässt. "Der Bär und die Wildkatze" ist ein kleines Juwel.

Gabriele Jansen

 

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